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Im Test Beim Hyundai i10 der dritten Generation zählen zahlreiche Assistenzsysteme zur Serienausstattung

Stadtfloh legt an Sicherheit zu

Archivartikel

Mannheim.Immer mehr Autohersteller ziehen sich aus dem A-Segment der Kleinwagen zurück. Denn die Kleinen werden durch zusätzliche Spritspartechniken so teuer, dass sie sich kaum einer mehr leisten kann oder will. Die EU-Kommission schreibt einen verringerten Kohlendioxid-Ausstoß bei Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 vor. Für jedes Gramm zu viel muss der Hersteller pro Auto 95 Euro Strafe zahlen. Zusätzlich müssen einzelne Modelle fit für die Normen Euro 6d und Euro 7 gemacht werden. Da gilt es, die Emissionen aufwendig zu drücken.

Manche Hersteller suchen den Ausweg in der Elektromobilität und bieten ihre Kleinwagen nur noch als E-Mobile an. Dieser Entwicklung passen sich aber nicht alle Hersteller an. So kommen weiterhin neue Kleinwagen mit Verbrennern auf den Markt. Wie etwa der Hyundai i10. Der koreanische Stadtflitzer wird in der dritten Generation ab 10 712 Euro angeboten.

Erfrischender Auftritt

Die verbesserte Neuauflage des kleinsten Hyundai-Modells überzeugt mit einem erfrischenden Auftritt. Der Viertürer tritt mit geänderten Proportionen an, die ihn sportlicher und dynamischer als bislang erscheinen lassen. Richtig schick sieht der i10 in der optionalen Zweifarbenlackierung aus. Im Inneren gibt es überraschend viel Platz für die Passagiere. Dies gilt auch für die Rückbank, auf der durchschnittlich gewachsene Mitfahrer keine Probleme mit der Kopf- oder Kniefreiheit haben. Fürs Gepäck bleibt ein Fach mit einem Volumen von 252 Litern. Das Cockpit wirkt aufgeräumt. Es dominiert zwar Hartplastik, das aber ansprechend gestaltet ist.

Die Sicherheit wird beim 3,67 Meter langen Stadtfloh schon in der Serienausstattung großgeschrieben. So bietet der i10 einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, einen aktiven Spurhalte-, einen Aufmerksamkeits- und Fernlichtassistenten nebst einer Traktionskontrolle. Außerdem hält der Notruf eCall Einzug in die Modellreihe. Unter der Motorhaube arbeiten wahlweise ein Dreizylinder mit 67 PS sowie ein Vierzylinder mit 84 PS. Zusätzlich wird die Variante N Line von einem 100-PS-Benziner angetrieben. Dieses Modell setzt zudem optisch eigenständige Akzente.

Der gefahrene 1,2-Liter-Benziner benötigt mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe 12,6 Sekunden, bis er die 100-Kilometer-Marke erreicht hat. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 171 km/h. Der Vierzylinder entwickelt ein maximales Drehmoment von 118 Nm. In der Stadt spielt der i10 seine Trümpfe aus. Agil und flink wuselt er um die Häuserblöcke. Beim Parken kann der Fahrer ganz entspannt bleiben.

Überholvorgänge etwa auf der Landstraße müssen jedoch gut vorausgeplant werden. Denn ab 80 km/h wird es zäh. Für die Beschleunigung von 80 km/h auf 120 km/h vergehen 22,2 Sekunden. Viel Schaltarbeit ist angesagt, um den Sauger bei Laune zu halten. Ansonsten bleibt der Fahrspaß gerade bei Steigungen schnell auf der Strecke. Wer aber entschleunigt dahinrollt, der erfreut sich eines laufruhigen Antriebs und einer guten Dämmung, die wenig Lärm zulässt.

Relativ komfortabel gibt sich das Fahrwerk. Die Lenkung arbeitet präzise und direkt. Der Vierzylinder verbraucht laut Werk durchschnittlich 5,8 Liter (WLTP) pro 100 Kilometer. Unsere Testfahrten ergaben mit 6,2 Litern nur eine minimale Abweichung. Der Hyundai 1.2 Prime kostet 17 146 Euro.

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