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Im Test Audi hat seine obere Mittelklasse renoviert und den Innenraum größer und aufgeräumter gestaltet

Schickes für Familie und Baumarkt

Ingolstadt.Dass er gut aussieht, wird keiner bestreiten. Ihn umwabert eine sportliche Aura und er gilt als intelligent. Weil er mitdenkt, weil er vorausschaut, weil er auch auf holperigen Wegen ausgeglichen wirkt und weil er im Zweifel auch mal die Bremse reinhaut. Im Prinzip ist er ein Familientyp, wenn er nur nicht so verschwenderisch mit der Haushaltskasse umgehen würde. Dafür überzeugt der neue Audi A6 mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung, er ist aber vor allem schicker geworden.

Das fällt vor allem am Heck auf. Eine Chromleiste verbindet die Rückleuchten, die beim Öffnen des Audi die künftigen Passagiere mit freundlichen Lichtspielen, von innen nach außen und wieder zurück, begrüßen. 40 TDI steht auf der Heckklappe, was in der Nachbarschaft Eindruck schindet, denn es wird unter der Haube ein Vierliter-Aggregat, womöglich sogar ein V8, vermutet. Doch hinter der neuen Audi-Nomenklatur, die sich über die gesamte Modellpalette streckt, versteckt sich ein Zweiliter-Diesel. Ein Vierzylinder. Ein Hochstapler, wenn man es auf den Hubraum beziehen würde. Aber: Die zweistellige Zahl gibt künftig den groben Leistungsbereich eines Modells an. Die 40 steht für den Bereich zwischen 125 bis 150 Kilowatt. Das soll auch die alternativ angetriebenen Modelle einbeziehen.

Komfortables Fahrwerk

Innen geht es kühl und aufgeräumt zu. Sofort ins Auge stechen die beiden Bildschirme, mit denen sich vom Navi und dem Radio bis zur Temperatur alles einstellen lässt. Das hat den Vorteil, dass es kaum mehr Schalter am Armaturenbrett gibt. Allerdings muss schon für die Temperaturwahl der Blick von der Fahrbahn auf den tieferliegenden Monitor gerichtet werden.

Der Diesel knurrt kurz beim Anlassen, hält sich dann aber dezent zurück. Der A6 ist perfekt gedämmt, und mit dem wunderbar auf Komfort ausgelegten Fahrwerk entwickelt er sich zum perfekten Reisewagen. Das unterstützt auch die Reichweite von mehr als 1000 Kilometern und ein realistischer Testverbrauch von sechseinhalb Litern. Auch, wenn er viel gescholten ist, dem Diesel macht hier eben keiner etwas vor. 400 Newtonmeter an Kraft bringen beim getesteten Fronttriebler die Räder zum Scharren – obwohl die 204 PS den A6 nicht zu einem Beschleunigungstiger machen. Unaufgeregt verrichtet die Sieben-Gang-S Tronic ihre Arbeit.

Das stattliche Format der Karosse wirkt sich sehr positiv auf die Platzverhältnisse im zum Vorgänger größeren Innenraum aus. Niemand wird sich eingeengt vorkommen, niemand muss am Gepäck sparen. Und wenn die Sitze umgelegt sind, öffnet sich Raum für Großeinkäufe im Baumarkt oder Gartencenter.

Mit einer sogenannten Mild-Hybrid-Technologie will Audi über eine zusätzliche Lithium-Ionen-Batterie den Verbrauch reduzieren und damit CO2 einsparen. Rollt der A6 aus, schaltet sich der Motor ab, das Auto „segelt“ und lädt dabei die Batterie auf – und spart Sprit. Großes Kino. Allerdings auch beim Preis. Mehr als 80 000 Euro würde der Testwagen kosten. Das sprengt dann fast jede Haushaltskasse.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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