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Im Test: 2 Der Seat Arona TGI wird von alternativem Treibstoff angetrieben / 25 Prozent weniger CO-Emissionen im Vergleich zu anderen Verbrennern

Mit ruhigem Gewissen Gas geben

Archivartikel

Darmstadt.Bei aller Diskussion um Elektroautos gehen Erdgasmodelle fast unter. Dabei sind sie eine relativ saubere Alternative. Sie haben zudem weniger Probleme mit Reichweiten, dem Betanken oder der späteren Entsorgung von Batterien. So wie der Seat Arona. Das spanische Kompakt-SUV (Sport Utility Vehicle) ist der hochgebockte Bruder des Kleinwagens Ibiza. Da gibt es einige Gemeinsamkeiten, auch unter der Motorhaube. Denn der Ibiza und der Arona werden – ebenso wie auch der größere Leon – vom Treibstoff CNG (englisch: Compressed Natural Gas = komprimiertes Erdgas) angetrieben.

Das Erdgas produziert bis zu 25 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu anderen Verbrennern, 95 Prozent weniger Stickoxide und nahezu null Rußpartikel. Die Kraftstoffkosten sind zudem rund 45 Prozent niedriger als bei Benzinern. Der ADAC untermauert die Nachhaltigkeit des Antriebs in einer Klimastudie. Hier heißt es: „Erdgasautos haben derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten.“ Und die Fachleute schließen wegen des heutigen Strommix die Elektrofahrzeuge mit ein.

Zugegeben, emissionsfrei fahren können die Erdgas-Modelle nicht. Aber über den gesamten Lebenszyklus bescheinigen ihnen die Experten eine hervorragende Umweltgesamtbilanz, die sich bei regenerativ hergestelltem Gas noch steigert. Mit dem Arona TGI hat der spanische Hersteller den ersten CNG-SUV an den Start gebracht.

Einliter-Dreizylinder

Der unterscheidet sich von Bruder-Modellen mit herkömmlichen Verbrennern weder in der Optik, der Technik oder beim Fahren. Allein der TGI-Schriftzug weist auf die alternative Technologie hin. Dahinter verbirgt sich ein Einliter-Dreizylinder, der 90 PS leistet und dabei ein Drehmoment von 160 Newtonmetern abruft. Damit protzt der Spanier nicht unbedingt vor Kraft. Er bewegt sich dennoch flott und agil bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, ohne aber den nötigen Komfort missen zu lassen. Der Spanien-SUV fühlt sich aufgrund seiner kompakten Maße von 4,13 Metern Länge, 1,78 Metern Breite und 1,54 Metern Höhe in der Stadt sichtlich wohler als im Gelände.

Mit Unterfahrschutz und schwarzen Beplankungen gibt er sich optisch zwar robust. Doch Allradantrieb fehlt an Bord. Das kann man eigentlich verschmerzen, wird doch solch ein Stadtgeländewagen eher selten in unwegsamem Gelände chauffiert. Den Passagieren stehen vorne als auch hinten reichlich Kopf- und Kniefreiheiten zur Verfügung. Weil Gas nicht an jeder Ecke angeboten wird, ist der Arona TGI auch mit einem kleinen Benzintank (Reichweite 90 Kilometer) ausgestattet.

Stets mit CNG

Im Prinzip fahren TGI-Modelle stets mit CNG. Nur bei leeren Gas-Tanks schaltet das System auf Benzin um. Unter einem gemeinsamen Tankdeckel befinden sich zwei Stutzen. Das Tanken ist eine einfache und schnelle Sache. Der Tank fasst 13,8 Kilogramm Erdgas. Bei einem Verbrauch von 3,8 Kilo pro 100 Kilometern reicht dies für knapp 350 Kilometer – plus 90 Kilometer durch den Benzintank. Diesen Werkswert haben wir nicht ganz erreicht. Wir lagen knapp ein Kilogramm darüber.

Es empfiehlt sich über die Standorte von CNG-Zapfsäulen kundig zu machen. Blindes Vertrauen in die Navigation kann zu Enttäuschungen führen. Das System hat uns nämlich auch zu Tankstellen gelotst, die kein Erdgas anboten. Der Seat Arona TGI XCellence kostet mindestens 22 320 Euro. Der Basispreis beginnt bei 20 320 Euro.