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Im Test Der Fiat 500 wurde mit einer Mild-Hybrid-Technologie ausgestattet / Generator unterstützt den Verbrenner

Die Designikone elektrifiziert

Archivartikel

Mannheim.Fiat ist nun auch auf den Hybridzug aufgesprungen. Während bei vielen Autofirmen die alternative Technik, die einen Elektro- mit einem Verbrennungsmotor verbindet, schon länger eingeführt ist, wagen sich die Italiener erst einmal an die Mild-Hybrid-Technologie. In seiner 120-jährigen Geschichte öffnet der Hersteller ein neues Kapitel und elektrifiziert den 500 sowie den Panda. Beide Kleinwagen nutzen einen 70 PS starken Drei-Zylinder-Benziner mit Riemen-Starter-Generator im 12-Volt-Bordnetz. Externes Laden gibt es also nicht. Saft kommt in die Lithium-Ionen-Batterie beim Bremsen und im Schubbetrieb, also wenn der Fahrer bei höherem Tempo vom Gas geht, ohne zu bremsen.

Im Segelmodus

Der Generator unterstützt je nach Situation den Verbrenner oder lädt als Stromerzeuger die Batterie auf. Das System reduziert den Verbrauch und die CO2-Emissionen. Das Werk verspricht einen durchschnittlichen Verbrauch von 4,1 Litern (nach NEFZ) pro 100 Kilometer. Dieser Wert setzt die Konzentration und Mitarbeit des Fahrers voraus. Denn wenn der Fiat knapp 30 km/h fährt, schlägt er vor, den Leerlauf zu wählen und dadurch in den Segelmodus zu wechseln. So kann das Fahrzeug beispielsweise bis zur nächsten roten Ampel im Leerlauf rollen. Beim Tritt auf die Kupplung springt der Motor wieder an.

Dieses System ist etwas gewöhnungsbedürftig und war bei unseren Testfahrten leider nicht so effektiv wie erhofft. Unterm Strich kamen wir auf einen Verbrauch von durchschnittlich 5,8 Liter pro 100 Kilometer. Das Fahrzeug erfüllt die Kriterien für die Emissionsklasse Euro 6d.

Der Fahrspaß in der Design-Ikone ist groß, zumindest in der Stadt. Hier spielt der wendige Italiener seine Trümpfe aus. Der Dreizylindermotor klingt kernig. Das neue Sechsgang-Getriebe arbeitet präzise, so dass der Schalthebel beim Gangwechsel exakt und klackend durch die Gassen flitzt. Das ausgewogen austarierte Fahrwerk gibt sich relativ sportlich, wenn auch der Dynamik Grenzen gesetzt sind. Der elektrifizierte Italo-Kleinwagen benötigt 13,8 Sekunden, um die 100-Kilometer-Marke zu erreichen. Der Vortrieb endet bei 167 km/h. Das sind immerhin sieben Kilometer schneller als der Modellbruder mit einem Vierzylinder-Benziner mit 69 PS.

Besonders reizvoll

Der Fiat 500 Hybrid verbreitet ebenso wie seine Baureihen-Brüder einen besonderen Charme, sowohl außen als auch innen. Die Materialien im Innenraum sind geschmackvoll arrangiert und gut verarbeitet. Bei einer Länge von gerade einmal 3,57 Metern sind keine Platzwunder zu erwarten. Vorne geht es leicht beengt zu. Die beiden hinteren Sitze nehmen auch Erwachsene auf. Allerdings dürften die Mitfahrer auf langen Strecken wenig Spaß haben. Der Kofferraum erreicht ein Volumen von 185 Litern. Durch die kleine Öffnung können immerhin zwei Wasser- und eine Weinkiste gehievt werden. Die Rücksitzbank kann umgeklappt werden, so dass sich das Volumen auf 550 Liter erhöht.

Der Fiat 500 Hybrid wird auch als Cabriolet angeboten. In wenigen Sekunden faltet sich das Verdeck auf Knopfdruck und gibt den Blick nach oben ganz frei. Verschiedene Positionen können dabei gewählt werden. Schiebt sich das Verdeck ganz nach hinten, so ist die Sicht wegen eines Stoffwulsts allerdings eingeschränkt. Der Fiat 500C Hybrid Star kostet 19 486 Euro. Die günstigste Ausführung Lounge kommt auf 18 218 Euro. Mit einem festen Dach ist der elektrifizierte Fiat 500 ab 13 637 Euro zu haben.

Wem die Hybrid-Variante zu wenig elektrifiziert ist, der kann ja schon jetzt den Fiat 500 La Prima bestellen. Ab November ist das Kultauto auch als Elektro-Modell ab 34 020 Euro im Handel.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto