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Im Test Der VW Touareg der dritten Generation teilt sich die Plattform mit dem edlen SUV Urus / Digitalisiertes Cockpit / Viel Platz für Insassen und Gepäck

Auch ein bisschen Lamborghini

Archivartikel

Wolfsburg.Der VW Touareg hat ausgesprochene Nehmerqualitäten. Das Gepäck von vier Skifahrern in seinem schicken Innenraum stellt für ihn kein Problem dar. Wir sprechen von jeweils vier paar Skiern, Schuhen und Helmen nebst jeweils zwei Taschen. Unterm Strich addieren sich 20 mehr oder weniger große Gepäckteile, die zwar den Blick durch den Rückspiegel verwehren, aber ein bequemes Reisen allemal zulassen. Anschaulich haben wir erfahren, welche Möglichkeiten ein Volumen von 810 Litern bietet. Hilfreich ist dabei auch die verschiebbare Rückbank. Sie eröffnet Variationen. Gesteht man den Hinterbänklern beispielsweise weniger Kniefreiheit zu, erhöht sich die Ladekapazität. Übrigens bis auf einen satten Wert von 1800 Litern, wenn die Rücksitzbank umgeklappt ist.

Riesiges Display

Doch es wäre das Thema verfehlt, würde man die dritte Generation des VW Touareg auf die üppigen Platzverhältnisse reduzieren. In großem Stil haben nämlich die Ingenieure den Innenraum insgesamt aufgewertet und dabei auf innovative Technik gesetzt. Die neue Kommandozentrale ist nicht nur schön eingebettet, sie fällt auch mit ihrem riesigen Display sofort ins Auge des Betrachters. Beim sogenannten Innovision Cockpit (Aufpreis 3500 Euro) verschmelzen das 12,0-Zoll-Display der digitalen Instrumente und der 15-Zoll-Touchscreen des Infotainmentsystems zu einer Bedieneinheit. Zwei Systeme unter einem Glas sozusagen.

Digitale Flächen ersetzen klassische Tasten, Schalter und Regler. Willkommen in der Zukunft, mit der man sich erst einmal beschäftigen muss. Das digitalisierte Cockpit macht aber auch eine Ausnahme: Die Lautstärke der Musikanlage kann mit einem analogen Regler eingestellt werden. Die Massagefunktion des edlen Gestühls indessen muss der Fahrer digital aktivieren.

Auch beim Einbau von Assistenz- und Fahrdynamikfeatures hat VW geklotzt. Noch nie wurden in einem Volkswagen so viele Systeme integriert. Dazu gehören unter anderem eine Nachtsichtunterstützung, ein Stau- und Baustellenassistent, ein Kreuzungsassistent, eine Allradlenkung oder eine Wankstabilisierung. Trotz Aufrüstung sowie gestiegener Maße wurde die dritte Generation 106 Kilogramm leichter als der Vorgänger. Der Touareg steht dabei erstmals auf der MLB Evo-Plattform, die auch im Lamborghini-SUV Urus genutzt wird. Demnach ist der Touareg auch ein bisschen Lambo.

Trotz aller Größe ist das Wolfsburger Dickschiff relativ handlich und lässt sich agil dirigieren. Das Dahingleiten im Comfort-Modus ist eine besonders stressfreie Artdes Fahrens. Es ist angenehm leise an Bord, die Automatik arbeitet geschmeidig und die Lenkung gibt sich leichtgängig. Unter der großen Motorhaube arbeiten wahlweise drei verschiedene Sechszylinder. Der Ottomotor leistet 340 PS, die beiden Diesel 231 und 286 PS. Der VW Touareg 3.0 l V6 TDI SCR (286 PS) mit Allrad und einer Achtgang-Automatik kostet 61 625 Euro. Packt man noch ein paar Extras aus der großen Liste der Sonderausstattungen rein, kommt man locker darüber. Der Testwagen beispielsweise erreichte einen Preis von 105 421 Euro. Der Basispreis liegt bei 57 975 Euro.