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Leserbrief Zu "Kosten klettern auf 59 Millionen Euro" ( FN 18. November)

Verband wie eine Fahrt ins Blaue gestartet

Vom Wasserverband Mittlere Tauber wurde ich ultimativ aufgefordert, meinen Leserbrief vom 28. Oktober 2015 "dem Verband gegenüber" zurückzunehmen. Ebenso fordert man mich auf, schriftlich zu erklären, die "Anwürfe" nicht mehr zu wiederholen.

Laut Artikel fünf des Grundgesetzes ist es jedem Bürger erlaubt seine Meinung frei zu äußern und öffentlich zu machen. Es ist auch jedem Bürger erlaubt, diese Meinung zu widerlegen.

Wer glaubt, eine Drohkulisse aufbauen zu müssen, hat keine Argumente.

Was ich geschrieben habe, kann jeder lesen und verstehen. 43 Jahre lang war ich Gemeinderat und habe immer meine Meinung gesagt. Ich werde mich auch vom Zweckverband Mittlere Tauber nicht daran hindern lassen.

Inzwischen haben Bürgermeister Wolfgang Vockel und Geschäftsführer Erich Amrehn in einem Pressegespräch ein bisschen den Schleier der Misere gelüftet.

In den Fränkischen Nachrichten konnte man darüber lesen.

Herr Vockel spricht poetisch von einem "Strauß".

Wenn man mit der Lektüre fertig ist, ist einem aber keineswegs blumig zu Mute, sondern man ist fassungslos.

Abgesehen von allen Fehlern und Versäumnissen: Die Arbeit des Planungsbüros wurde uns als belastbare Kostenberechnung vorgestellt. Nun sei die Berechnung schon belastbar, aber nicht in die Tiefe. Wohin denn dann?

Ganz neu ist mir die Aussage: Die Kostenberechnung des Planungsbüros sei ja nur eine Studie gewesen, also etwas ganz anderes. Also doch nicht belastbar? Das Wort "belastbar" wird hier zu einer nichtssagenden Floskel.

Hierher passt auch die Aussage, die neuen Berechnungen seien zuverlässig. Waren es die alten also nicht?

Der Zweckverband Mittlere Tauber ist gewissermaßen wie "eine Fahrt ins Blaue" gestartet. Unprofessioneller geht es nicht mehr.

Das ist aber alles Schnee von gestern. Alternativen zum Wasserzweckverband Mittlere Tauber gibt es keine. Diese sind alle vertan worden.

Ob hier noch etwas zu retten ist, muss erst berechnet werden. Es bleibt jetzt nur nachdrücklich zu fordern, alle Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, den Schaden zu begrenzen.

Sollte uns am Ende ein Wasserpreis präsentiert werden, der nicht nur die Haushalte stöhnen lässt, sondern auch unsere Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort schädigt, dann wird dieser Zweckverband zu einer kommunalpolitischen Fehlentscheidung historischen Ausmaßes.