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Leserbrief Zum Thema "Windkraftanlagen Kornberg/Dreimärker" / Umweltschutz mit allen Mitteln

"Ist das noch "Grün"?

Ein hohes Ziel strebten die "Grünen" zu ihren Anfangszeiten an: Unsere Umwelt, unsere Natur zu schützen. Auch ich hielt dies für ein erstrebenswertes Ziel und für unsere und die Zukunft unserer Kinder als immens wichtig. So war ich jahrzehntelang Grünenwählerin, worauf ich heute nicht mehr besonders stolz bin.

Damals hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können, dass gerade diese Partei für den größten Naturfrevel in unserem Lande verantwortlich sein wird. Ehemals traten sie für die Natur ein und ließen sich dafür an jeden Baum binden, der gefällt werden sollte. Heute diktieren sie von oben herab, nur um einer verblendeten Ideologie zu folgen, die großflächige Rodung von auch altem Baumbestand.

Dabei machen sie nicht einmal vor schützenswerten Landstrichen wie FFH- und Naturschutzgebieten halt. Dass sie damit nicht im Entferntesten dazu beitragen, unsere Umwelt zu retten, sondern alleine die Geldbeutel der Windkraftlobbyisten füllen helfen, dürfte mittlerweile jedem interessierten Bürger bekannt sein.

Als aufmerksamer Beobachter der Geschehnisse im Zusammenhang mit Windkraft in unserem Land stehen mir zeitweise die Haare zu Berge, wie Gesetze gebogen und gedreht werden, nur um Standorte durchzusetzen, die nie und nimmer für solche Industrieanlagen geeignet sind. Bisher unterlag ich dem naiven Glauben, dass wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben. Doch Geschehnisse der jüngsten Zeit lassen mich daran zweifeln.

Wer da mit wem und wie sich die Eigentumsverhältnisse bei den diversen Windkraftunternehmen verhalten, kann der "Normalbürger" schon lange nicht mehr durchschauen. Doch wie viel Gegenwehr wird ein politischer Entscheidungsträger im Land wohl einem landeseigenen Betrieb entgegensetzen?

Diese Frage stelle ich mir schon. Beispiel Creglingen: Dort wurden sieben von zehn WKAs von der landeseigenen Windenergie Baden Württemberg (WEBW) gebaut. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, dass genau dort höchstrichterlich entschieden wurde, dass eine Bürger-Beschwerde auf Baustopp gerechtfertigter Weise nicht nachgekommen wurde.

Ein Schallschutzgutachten soll dort noch den Beweis erbringen, dass der Lärm für die Anlieger (hauptsächlich nachts) unzumutbar ist. Ich war Vorort, habe es mit eigenen Ohren gehört und weiß, wovon ich schreibe.

Und wie sieht es bei uns vor Ort aus? Warum wohl dauert das Artenschutzrechtliche Gutachten für das Gebiet "Kornberg/Dreimärker" plötzlich so lange, wo doch Bürgermeister Rohm schon im letzten August wusste, dass es keinen Hinderungsgrund zum Bau der WKAs enthalten wird? Man prüfte doch allen Ernstes, ob man nicht irgendwelche urheberrechtlichen Einwände vorbringen könnte, um eine Offenlage bzw. Akteneinsichtnahme zu erschweren oder gar zu verhindern und damit uns Bürgern die Möglichkeit zu nehmen, das Gutachten prüfen zu können und näher zu hinterfragen.

Dies ist jetzt wohl, Gott-sei-Dank, vom Tisch. Doch schon allein, dass man dies in Erwägung zieht, zeigt mir wieder einmal, wie ernst es den Beteiligten ist, die Bürger wahrheitsgemäß zu informieren und im Entscheidungsprozess mitzunehmen.

Leider passt das wieder in das Bild. Am Besten die BGN und damit die Bürger ignorieren, dann tut man sich leichter. Denn auch auf die bereits mehrfach gestellte Frage, aus welchem Grund die 206 Meter hohen Windkraftindustrieanlagen am Kornberg/Dreimärker tatsächlich gebaut werden sollen, kam bis heute immer noch keine Antwort.