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Leserbrief Zum Stadtbrunnen iin Grünsfeld

Gedenktafel für "Judentaufe"

Mit großem Interesse habe ich in unserer Heimatzeitung vom 9. März 2016 gelesen, dass der Bürgermeister und sein Gemeinderat von Grünsfeld einstimmig "Neues Leben rund um den Stadtbrunnen" gestalten wollen. Unter anderem soll auch eine Kneippanlage errichtet werden.

Diese Umgestaltung des Stadtbrunnens finde ich als ehemaliger Grünsfelder sehr begrüßenswert. Erfreulich ist es auch, dass hierfür eine Summe von 20 000 Euro im Haushalt der Stadt vorgesehen sind.

Beim Lesen erinnerte ich mich an den Bericht "Gedenkstein am Stadtbrunnen soll an 'Judentaufe' erinnern", vom 5. Mai 2015 in den FN und an meinen Leserbrief "Erinnern und Zeichen setzen", vom 18. 0ktober 2006 (!). In beiden Artikeln wurde ausführlich über das grauenhafte, verbrecherische Geschehen bei der sogenannten "Judentaufe" vom 3. September 1939 am Grünsfelder Stadtbrunen berichtet.

Ich möchte die Einzelheiten dieses Schandfleckes in der jüngsten Grünsfelder Geschichte, die ich als Zehnjähriger selbst miterlebt habe, nicht noch einmal aufzeigen, da sie ja jederzeit im "Geschichtsbuch der Stadt Grünsfeld" nachgelesen werden kann.

In einer bedrückenden Erinnerung ist mir aber, dass weder der ehemalige Bürgermeister, noch sein Gemeinderat, bereit waren, auf meinen Leserbrief vom 18. Oktober 2006 zu reagieren, und es versäumten, bei der damaligen Neugestaltung des Stadtbrunnens eine Gedenktafel für die geschundenen jüdischen Mitbürger zu entrichten.

Deshalb hier noch einmal meine Bitte an den jetzigen Bürgermeister von Grünsfeld und seinen Stadtrat, am Stadtbrunnen nicht nur eine Kneippanlage, sondern auch ein würdiges Gedenken an die menschenverachtende "Judentaufe" zu gestalten, ähnlich wie schon in begrüßenswerter Weise am Friedhof geschehen.