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Leserbrief Zu Windkraft

119 Anlagen im Umkreis zu sehen

Ich gebe es zu: Mir ist es deutlich lieber, neben einer WKA zu wohnen als neben einem AKW. Dennoch: auch die Windkraftanlage hat ihre Schattenseiten. Und die werden leider nur sehr unzureichend beachtet. Ich lebe in Großrinderfeld, in unmittelbarer Nähe der (noch) drei WKAs, die Werbach so schön an die äußerste Gemarkungsgrenze "direkt vor unsere Ohren" gesetzt hat. Im Westen, versteht sich, damit der Schall auch gut in die Häuser getragen wird. Entgegen allen Aussagen der Befürworter hört man die Anlagen durchaus, und nicht Wenige klagen über einen unruhigen Schlaf. Schade, dass Großrinderfeld für den Tourismus unwichtig ist.

Und nun soll mehr und mehr ausgebaut werden. Dazu mal ein paar Fakten: mit bloßem Auge kann man von Großrinderfeld (vom Gewann Bärlestannen aus) 119 WKA zählen (!) - zuletzt so getan im Sommer. Mitterlerweile sind es wahrscheinlich mehr. Die Naturschutzbelange werden auch nur unzureichend beachtet. Eigentlich dürfte der Standort in Großrinderfeld keinesfalls mehr ausgebaut werden, da dort Rotmilane leben, die eigentlich ein Verbotskriterium für Windparks sind. Aber: Die Naturschutzbehörde hat noch keine offizielle Begehung vorgenommen, und wohl auch frühestens in zwei Jahren Geld dafür. Derweil gilt das Gebiet als unbedenklich, da nicht kartiert. Das ändert nichts daran, dass man die Rotmilane jedes Jahr sieht. Was die Windhöffigkeit angeht, so sagte Regionalverbands-Direktor Dr. Hein 2004 in SWR4: "Wir sind in der Region Heilbronn-Franken ein Schwachwindgebiet." Trotz aller Jubelreden hat sich daran seitdem auch nichts geändert.

Eine andere Farce ist die auch so hoch gelobte Bürgerbeteiligung: zu meinen Einwendungen zu den Planungen in 2004 and 2013 habe ich bis heute nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. Erst recht keine ernsthafte Antwort. Was sagt mir das wohl?