Basketball - Würzburg schlägt sich bei der Niederlage in Berlin besser als erwartet / Weitzel mit 20 Punkten, Böhmer mit 10 / Ndi jüngster Scorer in der BBL-Geschichte Youngster setzen zu einem „Rekord-Festival“ an

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Alba Berlin – s.Oliver Würzburg 99:85 (28:20, 25:25. 26:16, 20:24)

Treffsicherer Youngster: Jonas Weitzel machte 20 Punkte. © Heiko Becker
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Berlin: Fontecchio (16 Punkte/davon 2 Dreier), Sikma (16/2), Thiemann (14/1), Siva (13/4), Eriksson (11/3), Lo (10/2), Olinde (9), Lammers (8), Schneider (2), Mattisseck, Nikic.

Würzburg: Weitzel (20/1), Hunt (11/2), Böhmer (10/2), Koch (10/1), Obiesie (9/1), Ward (6), Haßfurther (5), Albus (5/1), King (5/1), Hoffmann (2), Ndi (2).

Die Szene war bezeichnend. Die ersatzgeschwächten Würzburger Bundesliga-Basketballer hatten gerade die Partie beim amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger Alba Berlin verloren und der übertragende TV-Sender bat Center Jonas Weitzel zum Live-Interview vor die Kamera. Und was machte der 22-jährige Kasselaner, der erstmals in seiner Bundesliga-Karriere überraschend sogar in der Starting Five stand? Er strahlte wie das berühmte „Honigkuchenpferd“ – trotz der Niederlage. Und er hatte allen Grund dazu, denn er pulverisierte seinen persönlichen Bundesliga-Rekord, der bislang bei sechs Punkten stand. 20 Zähler gegen den Deutschen Meister, darunter sogar sein erster Dreier in der BBL – Jonas Weitzel hatte einen „Sahnetag“ erwischt: „Wir sind in das Spiel gegangen, um als Mannschaft zusammenzuspielen und Spaß zu haben. Durch die vielen Verletzungen im Team hatten wir nichts zu verlieren. Gegen ein starkes Team wie Alba so mitzuhalten, hat Spaß gemacht. Wir sind hier mit einer Mannschaft angereist, von der sieben Spieler in der vergangenen Saison noch in unserem ProB-Kader gespielt haben. Jetzt wollen wir weiter Spaß haben und als Team noch besser zusammenwachsen.“

Jüngster Scorer überhaupt

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Doch Jonas Weitzel, mit 2,04 Meter der größte Spieler im Kader der Würzburger, war nicht der einzige Youngster, der aufgrund des immensen Verletzungspechs im Kader der Würzburger die sich ihm bietende Chance beim Schopf ergriff: Julius Böhmer, in der Woche vor dem Spiel gerade erst 19 Jahre alt geworden, trug sich in seinem vierten BBL-Spiel erstmals in die Liste der erfolgreichen Korbjäger ein – und das gleich mit Nachdruck. Insgesamt zehn Punkte standen am Ende auf seinem Konto, darunter auch zwei erfolgreiche Drei-Punkt-Würfe.

Den Vogel hinsichtlich des Alters schoss allerdings Elijah Ndi ab. Er stand erstmals in der BBL auf dem Parkett – und trug sich im Alter von 16 Jahren, 4 Monaten und 22 Tagen sogar in die Scorer-Liste ein. Damit ist er der jüngste Punktesammler überhaupt in der Geschichte der deutschen Basketball-Bundesliga.

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Kein Wunder also, dass Trainer Denis Wucherer mit dem couragierten Auftritt seiner „Rasselbande“ in Berlin sehr zufrieden war. „Ich kann mich heute wirklich nicht über die Art und Weise beklagen, wie wir gespielt haben, wie wir über 40 Minuten gekämpft haben, wie wir den Ball haben laufen lassen, wie wir als Team zusammengespielt haben. Es war den Umständen entsprechend okay, wie wir uns gegen eine starke Berliner Mannschaft präsentiert haben. Ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel genug lernen, damit wir dann, wenn es für uns im Februar wieder zählt, bereit sein werden.“

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Im Februar stehen dann innerhalb von nur sechs Tagen drei Spiele gegen ebenfalls abstiegsgefährdete Teams an (BG Göttingen, Gießen 46ers und MBC). Bis dahin sollte der nach den Verletzungen von Smith, Sears und Chapman derzeit arg dezimierte Kader wieder aufgefüllt sein. Die wirklich tolle Leistung von Berlin darf nicht darüber hinweg- täuschen, dass in der momentanen Zusammensetzung die Würzburger vermutlich kein einziges Bundesliga-Spiel mehr gewinnen würden. Verstärkung muss dringend her.