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Basketball - Die Gesamtsituation des unterfränkischen Bundesligisten hat sich weiter verschärft / Nach der Quarantäne wartet ein straffes Programm

Für die s.Oliver Würzburg kommt es knüppeldick

Von 
Steffen Krapf
Lesedauer: 
Sasa Filipovski, neuer Headcoach der Würzburger Basketballer, hat mit seinem Team ein straffes Programm nach der Quarantäne zu bewältigen. © Heiko Becker

Vor gut zwei Monaten, am Abend des 2. November 2021, war die Basketballwelt in Würzburg noch in Ordnung. Die Mannschaft von s.Oliver Würzburg schlug im Nachholspiel des zweiten Spieltags sensationell Euro-League-Teilnehmer FC Bayern München mit 90:70 in der s.Oliver Arena, die mit 2200 frenetischen Zuschauern endlich, nach den vielen Entbehrungen während der Pandemie, wieder einmal zur „Turnhölle“ wurde.

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„Ich bin stolz darauf, dass wir eine Mannschaft haben, die trotz der beiden Rückschläge mit den Verletzungen offenbar funktioniert, die Charakter hat und die unseren Fans hoffentlich auch den Rest der Saison Spaß macht.“, sagte der damals noch unumstrittene Headcoach Denis Wucherer am Ende des besagten Abends.

Ab dann ging jedoch alles bergab. Die Mannschaft verlor Spiel um Spiel, bis zum heutigen Tag neun in Serie. Trainer Wucherer wurde am 13. Dezember entlassen, am selben Tag verkündete der Klub den bevorstehenden Ausstieg von Hauptsponsor s.Oliver. Die Textilfirma sorgte die letzten zwölf Jahre maßgeblich dafür, dass überhaupt Profi-Basketball in der unterfränkischen Residenzstadt möglich war. Die Lage hat sich also dramatisch gewandelt.

Sportlich wie wirtschaftlich steht der Klub mit dem Rücken zur Wand. Bis zur Lizenzierung im April gilt es einen neuen potenten Geldgeber zu präsentieren, sportlich soll der neue Headcoach Sasa Filipovski den freien Fall stoppen.

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Daraus wird jedoch erstmal nichts. Denn zum Jahresstart schlug auch noch Corona richtig zu. Nach positiven Schnelltests am Vortag des ersten Spiel des Jahres zuhause gegen medi Bayreuth am 2. Januar, musste Würzburg aufgrund negativer PCR-Schnelltests am Tag des Spiels, antreten, obwohl beide Vereine vehement für eine Verlegung plädierten. Die Bedenken, dass noch mehr Corona-Fälle folgen waren zu groß. Schließlich blieben bereits vier Würzburger Spieler und Headcoach Filipovski dem Spiel aufgrund von grippeähnlicher Symptome fern. Der befürchtete „Rattenschwanz“ nach der umstrittenen Entscheidung, das Spiel stattfinden zu lassen, folgte prompt.

Anfang der Woche verkündete der Klub insgesamt 13 positive Corona-Tests im Team und aus dem direkten Umfeld. Das Würzburger Gesundheitsamt ordnete für 20 Spieler, Trainer und Betreuer eine 14-tägige Quarantäne an. Vermutlich handelt es sich bei den Ansteckungen der „Baskets“ um die neue Virusvariante Omikron, die auch bei mindestens einem Spieler spezifiziert wurde.

Unfreiwillig wurden die abstiegsbedrohten Würzburger nun zum Mittelpunkt des einsetzenden Corona-Chaos in der Basketball-Bundesliga. Auch der vorherige Gegner der „Baskets“, Alba Berlin, in deren Halle die Unterfranken am Silvesternachmittag antraten, hat mittlerweile elf Corona-Fälle zu verzeichnen. Medi Bayreuth stellte glücklicherweise bis dato noch keine Ansteckung im Team fest. Die Liga indes, die öffentlich stark unter Beschuss geriet, verteidigte sich mit einer Stellungnahme, dass das Vorgehen zur Nicht-Spielverlegung Würzburg gegen Bayreuth von den Statuten gedeckt gewesen sei.

Die Reaktionen auf die mindestens ungelenke Stellungnahme der BBL fiel bei den Beteiligten recht eindeutig aus. „Für mich war das fahrlässige Körperverletzung, was die Liga uns angetan hat“, meinte etwa Würzburgs Kapitän Felix Hoffmann, der sich eine Entschuldigung oder zumindest Einsicht seitens der Verantwortlichen gewünscht hätte, in einem Interview. Die Spieler sehen sich nicht mehr ausreichend geschützt. Die in Abstimmung mit den Vereinen festgelegten Richtlinien zur Handhabung mit Corona wirken mit dem Aufkommen von Omikron gewaltig aus der Zeit gefallen. Am Freitagnachmittag traf sich die BBL daher auch zu einer außerordentlichen Sitzung, um die Regeln anzupassen.

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Das für Samstagabend terminierte Frankenderby zwischen Brose Bamberg und s.Oliver Würzburg ist folgerichtig bereits abgesetzt worden. Die Gesamtsituation der gebeutelten Würzburg hat sich selbstredend nun neuerlich verschärft. Die zweiwöchige Arbeit des neuen Trainers Filipovski, der zum Start eine Art Vorbereitung inmitten der Runde mit harten Trainingseinheiten einbaute, wirkt mit den Tatsachen von heute wie vergebliche Liebesmüh. Nach der Quarantäne wartet ein noch strafferes Programm auf das Kellerkind, in dann bestimmt körperlich dürftiger Verfassung. Bleibt zu hoffen, dass zumindest alle Betroffenen keinen schweren Krankheitsverlauf erleiden.

Thema : s.Oliver Würzburg

  • s.Oliver Würzburg Würzburger steigen ins Training ein

    s.Oliver Würzburg steigt nach der unfreiwilligen Corona-Pause am kommenden Mittwoch mit dem Frankenderby bei Brose Bamberg wieder in den Spielbetrieb ein: Das für Sonntag, 23. Januar, geplante Auswärtsspiel bei den Fraport Skyliners wurde auf Antrag der Frankfurter Gastgeber von der easyCredit BBL verlegt. Auch die hessischen Nachbarn von s.Oliver Würzburg haben derzeit mit mehreren Corona-Infektionen im Team zu kämpfen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Nach ausführlichen medizinischen Untersuchungen aller mit der Omikron-Variante des Covid19-Erregers infizierten Spieler können Headcoach Saa Filipovski und sein Team ab sofort im Training wieder Gas geben, nachdem bisher nur ein eingeschränkter Trainingsbetrieb möglich war. „Auch wenn wir sportlich in einer schwierigen Situation stecken und so schnell wie möglich Spiele gewinnen wollen, steht die Gesundheit unserer Spieler an erster Stelle. Die möglichen Folgen einer Corona-Infektion auch für durchtrainierte Leistungssportler sind nicht zu unterschätzen. Deswegen sind wir keinerlei Risiko eingegangen und haben alle Betroffenen von unserer medizinischen Abteilung ganz genau durchchecken lassen“, berichtet SOW-Geschäftsführer Steffen Liebler: „Inzwischen haben alle Spieler die Freigabe erhalten und können wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.“ {element} Nicht nur Frankfurt, auch Brose Bamberg trat wegen positiver Testergebnisse und Quarantäne-Anordnungen zuletzt nicht an. Die Bamberger werden voraussichtlich mit ihrem Auswärtsspiel bei den Telekom Baskets Bonn an diesem Sonntag wieder in den Spielbetrieb einsteigen. Für den kommenden Mittwochabend hat die easyCredit BBL das Auswärts-Frankenderby des 16. Spieltags in Bamberg terminiert, das vor zwei Wochen auf Antrag von s.Oliver Würzburg verlegt werden musste. Noch keinen neuen Termin gibt es für die Partie des 17. Spieltags bei den Niners Chemnitz. pm {furtherread}

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  • s.Oliver Würzburg s.Oliver Würzburg: Spiel in Chemnitz verlegt

    Die beste Nachricht vorneweg: Allen Spielern, Trainern und Betreuern von s.Oliver Würzburg, die sich mit der Omikron-Variante des Corona-Virus angesteckt haben, geht es wieder gut und sie haben die Infektion nach aktuellem Stand gut überstanden. Allerdings müssen entsprechend der Anweisung des Würzburger Gesundheitsamts ein gutes Dutzend Personen teilweise bis Anfang kommender Woche in Quarantäne bleiben, so dass die Basketball-Bundesliga das für Samstag angesetzte Spiel bei den Niners Chemnitz auf Antrag von s.Oliver Würzburg verlegt hat. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Das am vergangenen Wochenende ausgefallene Frankenderby bei Brose Bamberg wird am 26. Januar um 19 Uhr nachgeholt. {element} Insgesamt gab es im Laufe der vergangenen Woche 15 positive PCR-Testergebnisse bei Spielern, Trainern, Betreuern und Trainingsspielern von s.Oliver Würzburg. Vier Spieler und drei Betreuer, die nicht infiziert waren, konnten sich am Montag aus ihrer Quarantäne als Kontaktperson freitesten und sind inzwischen wieder täglich im Trainingszentrum aktiv. {furtherread} Nach aktuellem Stand wird s.Oliver Würzburg am 23. Januar mit dem Auswärtsspiel bei den Fraport Skyliners wieder in den Spielbetrieb einsteigen und dann zwei englische Wochen mit fünf Spielen innerhalb von 15 Tagen bestreiten, darunter die Heimspiele am 30. Januar gegen Alba Berlin und am 6. Februar gegen Brose Bamberg. Zuschauer sind dabei weiterhin nicht zugelassen. pw

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  • s.Oliver Würzburg Für die s.Oliver Würzburg kommt es knüppeldick

    Vor gut zwei Monaten, am Abend des 2. November 2021, war die Basketballwelt in Würzburg noch in Ordnung. Die Mannschaft von s.Oliver Würzburg schlug im Nachholspiel des zweiten Spieltags sensationell Euro-League-Teilnehmer FC Bayern München mit 90:70 in der s.Oliver Arena, die mit 2200 frenetischen Zuschauern endlich, nach den vielen Entbehrungen während der Pandemie, wieder einmal zur „Turnhölle“ wurde. „Ich bin stolz darauf, dass wir eine Mannschaft haben, die trotz der beiden Rückschläge mit den Verletzungen offenbar funktioniert, die Charakter hat und die unseren Fans hoffentlich auch den Rest der Saison Spaß macht.“, sagte der damals noch unumstrittene Headcoach Denis Wucherer am Ende des besagten Abends. {element} Ab dann ging jedoch alles bergab. Die Mannschaft verlor Spiel um Spiel, bis zum heutigen Tag neun in Serie. Trainer Wucherer wurde am 13. Dezember entlassen, am selben Tag verkündete der Klub den bevorstehenden Ausstieg von Hauptsponsor s.Oliver. Die Textilfirma sorgte die letzten zwölf Jahre maßgeblich dafür, dass überhaupt Profi-Basketball in der unterfränkischen Residenzstadt möglich war. Die Lage hat sich also dramatisch gewandelt. {furtherread} Sportlich wie wirtschaftlich steht der Klub mit dem Rücken zur Wand. Bis zur Lizenzierung im April gilt es einen neuen potenten Geldgeber zu präsentieren, sportlich soll der neue Headcoach Sasa Filipovski den freien Fall stoppen. Daraus wird jedoch erstmal nichts. Denn zum Jahresstart schlug auch noch Corona richtig zu. Nach positiven Schnelltests am Vortag des ersten Spiel des Jahres zuhause gegen medi Bayreuth am 2. Januar, musste Würzburg aufgrund negativer PCR-Schnelltests am Tag des Spiels, antreten, obwohl beide Vereine vehement für eine Verlegung plädierten. Die Bedenken, dass noch mehr Corona-Fälle folgen waren zu groß. Schließlich blieben bereits vier Würzburger Spieler und Headcoach Filipovski dem Spiel aufgrund von grippeähnlicher Symptome fern. Der befürchtete „Rattenschwanz“ nach der umstrittenen Entscheidung, das Spiel stattfinden zu lassen, folgte prompt. Anfang der Woche verkündete der Klub insgesamt 13 positive Corona-Tests im Team und aus dem direkten Umfeld. Das Würzburger Gesundheitsamt ordnete für 20 Spieler, Trainer und Betreuer eine 14-tägige Quarantäne an. Vermutlich handelt es sich bei den Ansteckungen der „Baskets“ um die neue Virusvariante Omikron, die auch bei mindestens einem Spieler spezifiziert wurde. Unfreiwillig wurden die abstiegsbedrohten Würzburger nun zum Mittelpunkt des einsetzenden Corona-Chaos in der Basketball-Bundesliga. Auch der vorherige Gegner der „Baskets“, Alba Berlin, in deren Halle die Unterfranken am Silvesternachmittag antraten, hat mittlerweile elf Corona-Fälle zu verzeichnen. Medi Bayreuth stellte glücklicherweise bis dato noch keine Ansteckung im Team fest. Die Liga indes, die öffentlich stark unter Beschuss geriet, verteidigte sich mit einer Stellungnahme, dass das Vorgehen zur Nicht-Spielverlegung Würzburg gegen Bayreuth von den Statuten gedeckt gewesen sei. Die Reaktionen auf die mindestens ungelenke Stellungnahme der BBL fiel bei den Beteiligten recht eindeutig aus. „Für mich war das fahrlässige Körperverletzung, was die Liga uns angetan hat“, meinte etwa Würzburgs Kapitän Felix Hoffmann, der sich eine Entschuldigung oder zumindest Einsicht seitens der Verantwortlichen gewünscht hätte, in einem Interview. Die Spieler sehen sich nicht mehr ausreichend geschützt. Die in Abstimmung mit den Vereinen festgelegten Richtlinien zur Handhabung mit Corona wirken mit dem Aufkommen von Omikron gewaltig aus der Zeit gefallen. Am Freitagnachmittag traf sich die BBL daher auch zu einer außerordentlichen Sitzung, um die Regeln anzupassen. Das für Samstagabend terminierte Frankenderby zwischen Brose Bamberg und s.Oliver Würzburg ist folgerichtig bereits abgesetzt worden. Die Gesamtsituation der gebeutelten Würzburg hat sich selbstredend nun neuerlich verschärft. Die zweiwöchige Arbeit des neuen Trainers Filipovski, der zum Start eine Art Vorbereitung inmitten der Runde mit harten Trainingseinheiten einbaute, wirkt mit den Tatsachen von heute wie vergebliche Liebesmüh. Nach der Quarantäne wartet ein noch strafferes Programm auf das Kellerkind, in dann bestimmt körperlich dürftiger Verfassung. Bleibt zu hoffen, dass zumindest alle Betroffenen keinen schweren Krankheitsverlauf erleiden.

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