Basketball - s.Oliver Würzburg zeigt beim Bundesliga-Spitzenreiter besonders defensiv eine starke Leistung / Führung nach drei Vierteln wird nicht über die Zeit gebracht FC Bayern München muss hart kämpfen

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ptt
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„Die Blocks waren entscheidend“, sagte nach Spielschluss Denis Wucherer. Hier gewinnt Bayerns Alex King das Duell gegen den gebürtigen Münchner Joshua Obiesie, der in seiner Heimatstadt allerdings eine starke Partie spielte. © Heiko Becker

FC Bayern München – S.Oliver Würzburg 71:60 (13:7, 12:18, 24:25, 22:10)

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München: Zipser (18 Punkte/davon 2 Dreier), Djedovic (15/3), Koponen (9/3), Lessort (8), Lo (7), Barthel (6), Bray (3/1), Huestis (3/1), King (2), Sisko, Flaccadori.

Würzburg: Koch (13/3), L. Fischer (10), Hulls (8/2), Obiesie (7/1), Rudd (5/1), Bowlin (5/1), Wells (4), Etou (4), Richter (4), Haßfurther.

Zuschauer: 5630.

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Das „nackte“ Endergebnis sieht bei elf Punkten Differenz ziemlich eindeutig aus, doch der Einruck trügt. Das Bundesliga-Gastspiel von s.Oliver Würzburg beim Titelverteidiger und Spitzenreiter FC Bayern München war eine ganz enge Kiste. Nach drei von vier Spielabschnitten lag der unterfränkische Außenseiter sogar mit einem Punkt in Führung, doch konnte die Truppe von Headcoach Denis Wucherer den knappen Vorsprung nicht ins Ziel bringen. „Die Chance war da, aber wir haben sie nicht genutzt“, kommentierte Wucherer den Ausgang der Partie. Letztendlich entscheidend war aus seiner Sicht die Münchner Block-Stärke. „Den Unterschied haben die acht geblockten Würfe gemacht.“

Nicht mitwirken konnte auf Würzburger Seite Felix Hoffmann, der am Donnerstag im Training umgeknickt war (wir berichteten). Rechtzeitig fit geworden war dagegen Victor Rudd. Bei den Münchnern fehlte der verletzte Leon Radosevic und der immer noch etwas angeschlagene Vladimir Lucic. Geschont wurde außerdem der frühere NBA-Center Greg Monroe, was Wucherer nach eigenem Bekunden so gar nicht in den Kram passte: „Wir hatten uns eigentlich auf Monroe gefreut, denn ohne ihn sind die Bayern in der Rückwärtsbewegung deutlich besser.“

Zäher Beginn und Minusrekord

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Dass die Bayern in der Rückwärtsbewegung ohne Monroe stärker sind, davon konnten sich die Würzburger im ersten Viertel ein Bild machen. Sie schafften es nämlich nicht, ihr ansonsten beim Gegner so gefürchtetes schnelles Passspiel aufzuziehen, weil die Bayern immer sehr schnell ihre Defensiv-Position gefunden hatten.

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Allerdings hatten die Münchner im Angriff ebenfalls erhebliche Probleme, weil die Würzburger ihrerseits hinten sehr gut standen. „Wir haben in der Verteidigung gut genug gespielt, um eine Chance in dieser Partie zu haben“, lobte Wucherer das Defensivverhalten seiner Mannschaft.

So sahen die 5630 Zuschauer im Audi Dome eine bis zur Pause an Punkten arme Partie. Beim Stand von 25:25 wurden schließlich die Seiten gewechselt, was einen absolutem „Minusrekord“ in der laufenden Saison darstellte. Bei insgesamt 60 Punkten in der ersten Hälfte stand der bisherige Saison-Minusrekord.

Dennoch spielte das Unentschieden zur Pause den Würzburger natürlich in die Karten. „Wir bereiten den Bayern gerade einige Probleme“, resümierte Florian Koch nach der ersten Hälfte. „Wenn jetzt noch der eine oder andere von uns vorne heiß läuft, dann könnte vielleicht wirklich etwas gehen.“

Würzburg arbeitet sich wieder ran

Nach der Pause schien die Partie dann doch den erwarteten Gang zu gehen. Die Bayern setzten sich schnell mit 40:29 ab, doch die Unterfranken zeigten zum wiederholten Mal in der laufenden Saison unbändigen Willen. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Rückstand nicht nur egalisiert, sondern die Würzburger gingen beim Stand von 49:50 sogar mit einer knappen Führung in das Schlussviertel.

Hier fiel dann eine Vorentscheidung, als zunächst der in seiner Heimatstart sehr couragiert auftretende Joshua Obiesie sich in der Defensiv ein „And one“ abholte und nur wenige Sekunden später gegen Center Luke Fischer ein unsportliches Foul ausgesprochen wurde. Doch immer noch nicht war für Würzburg aller Tage Abend, denn das Team kämpfte sich wiederum etwas näher heran. Erst als in der 38. Minute „Scharfschütze“ Jordan Hulls beim Stand von 66:60 einen absolut freien „Dreier“ nicht im Korb unterbrachte, war die Partie für den Deutschen Meister gelaufen.

„Kleine Fehler haben am Ende den Unterschied ausgemacht“, befand nach Spielschluss „Joshi“ Obiesie. „Wir hatten heute tatsächlich die Chance gehabt, sie zu schlagen.“ Dennoch könne man aus der Niederlage auch Mut schöpfen: „Heute haben wir gezeigt, dass wir eine Playoff-Mannschaft sind“, meinte der 18-Jährige.

Aus dem Mund eines Ex-Würzburgers erhielten die „Baskets“ nach der Partie ebenfalls ein großes Lob. Alex King, der mit den Würzburgern 2012 ins Halbfinale um die Meisterschaft eingezogen war, sagte: „Würzburg hat eine wirklich gute Mannschaft, die uns große Probleme bereitet hat. Wir können froh sein, dass wir heute gewonnen haben.“ ptt