Basketball - Trotz einer alles andere als berauschenden Leistung beim Sieg über den MBC lobt Trainer Bauermann sein Team "Es war ein Sieg des Charakters"

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Paul v. Brandenstein
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Es war ein Erfolg, der allenfalls unter die Kategorie "Arbeitssieg" fällt. Beim nur am Ende klaren 71:61 über den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels haben sich die Bundesliga-Basketball von s.Oliver Würzburg alles andere als mit Ruhm bekleckert. Und dennoch wurden sie am Ende von ihrem Trainer beinahe über den berühmten grünen Klee gelobt: "Die Mannschaft hat dem Druck standgehalten, Charakter bewiesen und innere Stärke gezeigt. Es war ein Sieg des Charakters - und es war ein Sieg der Verteidigung."

Robin Benzing schreit seine Freude über den hart umkämpften Sieg gegen den Mitteldeutschen BC heraus.

© Heiko Becker
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Man sieht schon am Endergebnis, dass die Defensivleistung der Würzburger der Schlüssel zum Sieg nach zuvor vier Niederlagen in Serie war. Anfangs hatte es aber gar nicht danach ausgesehen. Denn gerade im Defensivverbund lief in der ersten Viertelstunde praktisch gar nichts zusammen. Die ersatzgeschwächten Weißenfelser durften in der Anfangsphase schalten und walten, wie sie wollten. Angeführt von den in dieser Phase extrem starken Till Gloger (18 Punkte bedeuteten für ihn Karrierebestwert in der BBL) sowie Jordan Sibert zogen die Gäste praktisch ohne Gegenwehr bis auf 37:20 davon. "Wir haben einfach nicht intensiv genug verteidigt und den MBC spielen lassen. Das darf man gegen diese Mannschaft nicht tun", so Headcoach Bauermann, der vor der Partie eigentlich einen intensiven Defensivfight mit "beißen und kratzen" versprochen hatte. Stattdessen musste er konstatieren: "Wir waren viel zu passiv und ohne Aggressivität."

Würzburg - MBC 71:61

Viertelergebnisse: 18:25,16:14, 25:16, 12:6.

Würzburg: Benzing (21 Punkte/davon 1 Dreier), Loncar (12/2), Gaddy (11/1), Stuckey (10/2), Duggins (6), Hammonds (5/1), Leon Kratzer (4), Lipkevicius (2), Olisevicius, Hoffmann, Anderson.

MBC: Gloger (18), Sibert (15/1), Drenovac (9/1), Jones (8), Hatten (5/1), Turudic (4), Kerusch (2), Schwarz, Stankevicius.

Zuschauer: 3112

Doch dann zeigte sich wieder einmal, dass Basketball ein Spiel der "Läufe" ist. Nach einem 23:2-Lauf der Gäste zur besagten 17-Punkte-Führung nach 15 Minuten ließen die "Baskets" einen 14:0-"Run" folgen. Und damit war die Partie praktisch wieder vollkommen offen.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Würzburger in der Defensive nun das, was ihr Trainer vor der Partie von ihnen auch erwartet hatte. "In der zweiten Hälfte waren wir in der Defensive absolut dominant. Wenn man hinten investiert, dann hat man auch vorne Rhythmus. Es war nun nämlich auch offensiv ein gutes Spiel unserer Mannschaft mit guten Trefferquoten."

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Robin Benzing, mit 21 Punkten wieder einmal Top-Scorer der Partie, gab freimütig zu, dass der ganzen Mannschaft nach der auch etwas unglücklichen Niederlagenserie mit diesem Sieg ein großer Stein vom Herzen gefallen ist. Ein großes Dankeschön richtete er nach Spielschluss an die Fans in der nicht ganz ausverkauften s.Oliver-Arena: "Ihr habt uns heute richtig zum Sieg getragen. Es ist wichtig, dass wir euch haben."

Wie wichtig der Sieg gegen den Aufsteiger war, zeigt ein Blick auf die nächsten Partien der Würzburger nach der zweiwöchigen Länderspielpause (siehe dazu gesonderter Bericht). Am 2. Dezember geht es zum Frankenderby nach Bayreuth, dann kommt Alba Berlin, danach geht es nach Ulm und dann gibt Ludwigsburg seine Visitenkarte in Würzburg ab. Das sind alles Teams der gehobenen nationalen Klasse.

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Vor diesen wichtigen Partien hat sich Würzburg nun etwas Luft verschafft. "Die Mannschaft hatte sich geschworen, dieses Spiel zu gewinnen, und hat dem Druck stand gehalten", freute sich Bauermann. Und bei der obligatorischen "Humba" tat Benzing schon einmal kund, wo die Spieler ihren Sieg feiern werden. Statt "Wir singen humba humba täterä" hieß es nämlich zur allgemeinen Verwunderung "Wir singen Studio Studio Studio Studio . . ."