Basketball - Gegen Oldenburg lag eine Überraschung in der Luft, doch in der „Crunch-Time“ häuften sich auf Seiten des Würzburger Teams die Fehler Durchaus möglichen Sieg verschenkt

Von 
Paul V. Brandenstein
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Da es bei beiden Teams mit den Drei-Punkt-Würfen nicht so recht klappen wollte, erhielten die Duelle unter dem Korb eine enorme Bedeutung. Unser Bild zeigt eine Szene mit Würzburgs Johannes „Joe“ Richter (rechts) und dem österreichischen National-Center Rasid Mahalbasic. © Heiko Becker

s.Oliver Würzburg – EWE Baskets Oldenburg 78:88

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(18:17, 19:19, 21:19. 20:33)

Würzburg: Cooks (13 Punkte/davon 3 Dreier), Morrison (11), Wells (10), Olaseni (10), Obiesie (9), Hulls (7), Koch (6/2), Lösing (6), Richter (4), Loncar (2), Bowlin. Oldenburg: Cummings (22), Mahalbasic (19), Boothe (15), Paulding (11/1), Schwethelm (7/1), Massenat (6/2), Tadda (4/1), Stojanovski (4), Bacak, Hujic. Zuschauer: 3140 (ausverkauft).

Es war eine Niederlage, die richtig weht getan hat, weil sie absolut unnötig war. Bis in die Schlussphase hinein boten die Bundesliga-Basketballer von s.Oliver Würzburg dem favorisierten Team der EWE Baskets aus Oldenburg in allen Bereichen Paroli – doch in der alles entscheidenden Crunch-Time häuften sich auf Seiten der Gastgeber einfach die Fehler.

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Würzburgs Coach Denis Wucherer nach der Partie: „Es war über 37 Minuten eine absolut ausgeglichene Partie. Dann haben wir aber in den letzten sechs Angriffen vier Ballverluste produziert und hatten dadurch hinten raus keine Chance mehr, das Spiel für uns zu entscheiden.“

Auch für seinen Oldenburger Gegenüber, Mladen Drijencic, wäre im Prinzp jeder Spielausgang möglich gewesen: „In den letzten vier Minuten hatten beide Mannschaften die Chance, das Spiel zu gewinnen. Meine Mannschaft hat dann durch ihre individuelle Qualität und ihr Herz das Spiel für uns entschieden.“

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Auf beiden Seiten waren in dieser hartumkämpften Partie die Drei-Punkte-Würfe ein großes Manko. Im gesamten ersten Viertel ist kein einziger der Würfe von draußen gefallen. Und auch im zweiten Viertel dauerte es mehr als vier Minuten, bis endlich der erste Dreier gefallen ist. Der australische Rookie Xavier Cooks traf für Würzburg. Am Ende waren es allerdings nur fünf Treffer bei 23 Versuchen. Denis Wucherer: „Schon in der ersten Hälfte wollten unsere Dreier nicht fallen, leider wurde es in der zweiten dann nicht viel besser. Eine Dreierquote von 22 Prozent genügt natürlich nicht unseren ansprüchen.“ Noch einen Tick schlechter war allerdings die Bilanz der Oldenburger. Sie hatten mit ihren Würfen von jenseits der Dreierlinie sogar nur eine Erfolgsquote von 21 Prozent.

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So kam dem Spiel unter dem Korb eine erhöhte Bedeutung zu. Und hier waren die „Baskets“ ebenfalls absolut gleichwertig. An die 19 Punkte des Österreichers Rasid Mahalbasic kamen die beiden „Big Men“ aus Würzburg zwar nicht ganz heran, aber dennoch zeigten sowohl Mike Morrison (11) als auch Gabriel Olaseni (10) eine starke Leistung.

So kam es schließlich auf die berühmten Kleinigkeiten an, die die Partie entscheiden sollten. Und hier erwiesen sich die routinierten Gäste schlicht und einfach als „abgezockter“. Die Würzburger dagegen trafen gleich mehrfach nicht gerade die besten Entscheidungen – und sie stellten sich dabei auch hin und wieder etwas „dämlich“ an (dieser Ausdruck sein an dieser Stelle einmal erlaubt, denn er trifft in der Tat den berühmten Nagel auf den Kopf).

So standen die Würzburger nach 40 äußerst intensiven Minuten wieder einmal mit leeren Händen da. Es tröstete die Mannschaft wohl kaum, dass Trainer Denis Wucherer, ansonsten bei der Leistungsanalyse seines Team eher als großer Kritiker bekannt, nach Spielschluss sogar einen positiven Satz fallen ließ: „Trotz der Niederlage haben die Jungs eine gute Einstellung gezeigt und 35 Minuten lang sehr gut verteidigt.“

Kaufen kann sich die Mannschaft für dieses Lob natürlich nichts. Bei einer Bilanz von nur vier Siegen in 13 Partien sind die angestrebten Playoff-Plätze momentan erst einmal in weite Ferne gerückt. Unerreichbar sind sie allerdings immer noch nicht, doch müssen in Zukunft solch „enge“ Partien wie die gegen Oldenburg unbedingt gewonnen werden

Die nächsten Partien

In der easyCredit-BBL wartet auf die Basketballer von s.Oliver Würzburg nun eine Serie von drei Auswärtspartien hintereinander. Am Samstag, 5. Januar, ist das Team von Headcoach Dennis Wucherer um 18 Uhr zu Gast bei Rasta Vechta, dem absoluten Überraschungsteam der gesamten Liga. Am Samstag, 12. Januar, muss man dann um 20.30 Uhr beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels antreten. Und wieder eine Woche später, am 19. Januar, steht das etwas andere „Frankenderby“ bei den Hakro Merlins Crailsheim auf dem Programm. Angepfiffen wird diese Partie um 20.30 Uhr in der Hohenlohe-Arena in Ilshofen. Das nächste BBL-Heimspiel findet erst wieder am Freitag, 25. Januar, statt, wenn um 19.30 Uhr der Würzburger Ex-Trainer John Patrick mit seinen MHP Riesen aus Ludwigsburg seine Visitenkarte in der s.Oliver-Arena abgibt.

Zuvor findet allerdings doch noch ein Heimspiel statt, allerdings im Fiba-Europe-Cup. In diesem Wettbewerb ist am Mittwoch, 9. Januar, um 19 Uhr das ungarische Team von Szolnoki Olaj zu Gast bei den Unterfranken.