2. Bundesliga - Die Würzburger Kickers schnuppern beim 2:2 gegen Greuther Fürth sogar am Sieg / Neu-Trainer Antwerpen „einverstanden“ Zumindest ein Punkt für FWK

Von 
Steffen Krapf
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FC Würzburger Kickers – SpVgg Greuther Fürth 2:2

Die Würzburger Kickers (rechts Frank Ronstadt im Kopfballduell mit David Raum) haben den ersten Saisonsieg gestern knapp verpasst. © Frank Scheuring
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Würzburg: Giefer, Ronstadt, Douglas, Hansen, Feick (76. Kwadwo), Sontheimer, Toko (67. Hägele), m Hemmerich (67. Staude), Kopacz, Herrmann (86. Nikolov) – Baumann.

Greuther Fürth: Burchert, Jaeckel (65. Nielsen), Bauer, Barry, Meyerhöfer, Seguin (77. Tillmann), Ernst (46. Sarpei), Green (85. Abiama), Raum, Hrgota, Leweling (78. Kehr).

Tore: 1:0 (2.) Herrmann, 1:1 (26.) Hrgota, 2:1 (64., Foulelfmeter) Baumann, 2:2 (90.+2) Bauer. – Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang-Kirchensur). – Zuschauer: 1877.

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Die Woche der Würzburger Kickers begann mit einem Paukenschlag und endete mit einem Dämpfer in letzter Minute. Trotz zweifacher Führung gelang den „Rothosen“ bei der Premiere ihres neuen Trainers Marco Antwerpen nicht der erhoffte erste Sieg in der laufenden Zweitliga-Saison. „Wir waren über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft und müssen die Partie gewinnen“, ärgerte sich Antwerpen hinterher.

Der 48-Jährige änderte die Startformation, im Vergleich zum Düsseldorf-Spiel auf vier Positionen: Hendrik Hansen, Frank Ronstadt, Robert Herrmann und Luke Hemmerich rutschten in die erste Elf. Nicht dabei waren aufgrund von muskulären Problemen Florian Flecker und Saliou Sané. Ex-Kapitän Daniel Hägele musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Gar nicht mit im Kader war der aus Gommersdorf stammende Angreifer Luca Pfeiffer. Der 24-Jährige steht unmittelbar vor einem Wechsel zum dänischen Meister und Champions League-Teilnehmer FC Mitdtjiylland.

Weiterer Neuzugang

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Das Sommer-Transferfenster schließt am Montagabend. Bis dahin sind auch noch neuerliche Verpflichtungen am Dallenberg zu erwarten. Ein Neuer wurde gestern direkt vor Anpfiff bereits bekanntgegeben. Mitja Lotric, ein slowenischer Offensivspieler, der zuletzt in seiner Heimat für den NK Celje in der Champions-League-Qualifikation auf dem Feld stand, unterschrieb für zwei Jahre am Dallenberg. Lotric saß, wie 1876 weitere Zuschauer, beim fränkischen Duell gegen die SpVgg Greuther Fürth bereits im Stadion. Erstmals seit März durften wieder Fans in die Flyeralarm Arena dabei sein. „Ausverkauft“ konnte dennoch nicht vermeldet werden.

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Dabei hätte sich ein Kommen gelohnt. Bei der Rückkehr der Fans boten die 22 Mann von Beginn an unterhaltsamen Zweitligafußball. Keine zwei Minuten dauerte es, bis Coach Antwerpen den ersten Treffer seiner Mannschaft bejubeln durfte. Nach einem forschen Vorstoß Hemmerichs über Rechts und einem darauffolgenden Zuspiel des quirligen Kopacz auf Herrmann, konnte der Linksaußen unbedrängt schießen – und traf mit seinem schwachen rechten Fuß zum 1:0. Das verunsicherte Gäste-Team, das Schwierigkeiten mit dem aggressiven Angriffs-Pressing der Kickers hatte, fand im Verlauf des ersten Durchgangs, trotz der spielerisch besseren Mittel, nur schleppend in die Partie. Nach knapp einer halben Stunde nutzte das Team von Trainer Stefan Leitl dann aber im Umschaltspiel eiskalt die kurze Unordnung in der Würzburger Abwehr. Als Jamie Leweling in einem Laufduell dem 13 Jahre älteren Kickers-Innenverteidiger Douglas im Sprint locker überlief, musste der Fürther im Strafraum nur noch auf seinen Sturmkollegen Branimir Hrgota ablegen, der unbedrängt zum Ausgleich einschob.

Nach dem Seitenwechsel spielten beide Teams mit offenem Visier. Während die Kleeblatt-Elf durch die reifere Spielanlage, mit viel Ballbesitz, mehr Anteile hatte, erkämpfte sich die Antwerpen-Elf durch viel Laufaufwand und engagierter Zweikampfführung immer wieder gefährliche Aktionen. So geschehen auch nach etwas mehr als einer Stunde. Einen Ballgewinn in der Nähe des Gäste-Strafraums durch Arne Feick mündete in einem berechtigten Elfmeter nach Foul von Jaeckel an Feick.

Den fälligen Strafstoß verwandelte die stark aufspielende Solo-Spitze der Kickers, Dominic Baumann, eiskalt (64.). Mit dem ersehnten ersten „Dreier“ der Saison wurde es am Ende dennoch nichts, auch wenn der FWK kaum Chancen aus dem Spiel heraus zuließ. Nach einer unberechtigten Ecke in der Nachspielzeit, köpfte Greuther Fürth-Verteidiger Maximilian Bauer zum späten 2:2 ein (90.+2).

Trotz der vielen hängenden Köpfe nach Abpfiff, fand Marco Antwerpen hinterher lobende Worte für seine Mannschaft: „Natürlich sind die Jungs enttäuscht. Dennoch nehmen wir positive Dinge mit. Mit der gezeigten Leistung sind wir einverstanden. Es waren viele Sachen dabei, die wir gut gemacht haben.“ Trotz des Dämpfers kurz vor Schluss, sorgt die Leistung und der erste Punktgewinn der Saison, nach einer turbulenten Woche, erstmal wieder für etwas etwas Ruhe.