Fußball - Die Würzburger Kickers widmen sich wieder dem Stadionprojekt / Standort am Dallenberg weiter favorisiert Unabhängig vom sportlichen Erfolg wettbewerbsfähig sein

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Patrick Tittl
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Wann hat das altehrwürdige Stadion „am Dallenberg“ ausgedient? Die Würzburger Kickers benötigen möglichst rasch eine neue Spielstätte. © Frank Scheuring

Fußball-Zweitligist FC Würzburger Kickers treibt die Pläne für einen Stadionneubau weiter voran – auch weil die „Flyeralarm-Arena“ in Würzburg bekanntlich nicht den Vorgaben für den Zweitligabetrieb der DFL entspricht. Folgerichtig steht bereits seit 2018 steht die Frage im Raum: Neubau oder Umbau?

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Kickers-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer bezog zu diesem Thema in „BR 24“ Stellung. „Uns geht es vor allem langfristig darum, wettbewerbsfähig zu sein – unabhängig von aktuellen Erfolgen oder Misserfolgen“, so Sauer. Ein größeres Stadion, das den Ansprüchen der zweiten Bundesliga und den Vorgaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) entspricht, sei strategisch sinnvoll. So könne der Verein langfristig konkurrenzfähig sein, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Regensburg als „Vorbild“

Bestes Beispiel ist für Sauer der SSV Jahn Regensburg: „Der Jahn hat sein Stadion als Regionalligist eingeweiht und ist mittlerweile etabliert in der zweiten Liga.“ Aktuell ist allerdings noch fraglich wo das neue Fußballstadion entstehen soll.

Würzburgs Sportbürgermeisterin Judith Jörg (CSU) sprach sich zuletzt ganz klar für den 1967 eröffneten Standort am Dallenberg aus: „Alle Fraktionen favorisieren diesen Standort. Unter anderem, weil Logistik und Infrastruktur schon vorhanden sind.“

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Das Problem dabei ist allerdings folgendes: Das gesamte Vereinsgelände liegt in der Wasserschutzzone der Trinkwassergewinnung Mergentheimer Straße. So müssten bei Planung und Bau die Auflagen zum Trinkwasserschutz beachtet werden. Das heißt: Das Stadion etwas in den Untergrund einzulassen, ist nicht möglich, weil sonst nicht genügend Abstand zum Grundwasser gewährleistet ist.

Grundwasserproblematik

Am geplanten Bauplatz befindet sich das Grundwasser in zehn beziehungsweise 17 Metern Tiefe, heißt es in einem Gutachten eines Würzburger Ingenieursbüros. Über ein Absenken des Stadions in den Boden war aus Lärmschutzgründen im Vorfeld nachgedacht worden. Jetzt muss ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die exakten Grundwasser-Stände zu ermitteln. Denn zwischen Stadion und Grundwasser müssen mindestens zwei Meter Abstand liegen.

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Neben der Herausforderung das Grundwasser betreffend laufen außerdem bereits seit 2015 Klagen wegen Lärmbelästigung einiger Anwohner vor dem Verwaltungsgericht Würzburg. Mittlerweile muss sich sogar der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Berufungsverfahren mit eben jenen Klagen beschäftigen.

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