Fußball - Würzburger Kickers setzen sich beim zuvor vier Mal in Serie siegreichen FC Carl Zeiss Jena mit 4:3 durch / Simon Skarlatidis trifft doppelt Turbulenter Spielverlauf mit Happy-End

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Groß war der Jubel bei den Würzburger Kickers nach dem Tor zum zwischenzeitlichen 4:2. Der FC Carl Zeiss Jena verkürzte zwar danach noch auf 3:4, doch die Unterfranken brachten den knappen Vorsprung über die Zeit. © Frank Scheuring

FC Carl Zeiss Jena – FC Würzburger Kickers 3:4

Die Stimmen der beiden Trainer

Michael Schiele (FC Würzburger Kickers): „Ich wusste, dass hier viele Emotionen im Spiel sein werden. Jena hat mit breiter Brust angefangen. Nach vier gewonnenen Spielen in Serie war dies auch kein Wunder. Wir dagegen sind schlecht ins Spiel gekommen und haben am Anfang nicht gut gegen den Ball gearbeitet. Nach dem Rückstand sind wir dann aber gut zurückgekommen. Allerdings kassieren wir dann nach der Pause ein Slapstick-Tor zum 2:2. Am Ende hätten wir den einen oder anderen Konter noch besser ausspielen können, weil dann wird es auch nicht so eng für uns.“

Lukas Kwasniok (FC Carl Zeiss Jena): „Eigentlich haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber wir hatten zu viele Phasen, in denen wir unsere gute Leistung nicht aufrechterhalten konnten. Nach dem 2:2 kriegen wir wie aus dem Nichts das 2:3, wie vor der Pause das 1:2 nach der 1:0-Führung. Wir stehen heute als Verlierer da, sind aber glücklich, weiter in der Verlosung dabei zu sein. Denn diese Niederlage wird uns nicht umhauen. Dafür ist die Mannschaft zu stabil.“

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Jena: Coppens, Schau (80. Weiß), Grösch, Slamar, Fl. Brügmann, Volkmer, Starke, Kübler (80. Fassnacht), Eckardt (80. Fe. Brügmann), Wolfram, P. Tietz.

Rund um die Kickers-Partie

Tumulte: Nach dem Schlusspfiff stürmten einige Fans des FC Carl Zeiss Jena in den Innenraum des Stadions. Dort gab es neben Rangeleien mit dem Ordnungsdienst auch wüste Schimpftiraden in Richtung Würzburger Trainerbank. „Natürlich war uns bewusst, dass es für Jena um eine ganze Menge geht. Trotzdem haben wir uns mit zunehmender Spieldauer ins Spiel hereingekämpft. Denn für uns war es schon eine besondere Motivation, die Siegesserie von Jena zu brechen“, berichtete Patrick Sontheimer nach der Partie.

Ausblick: Am kommenden Samstag steht für die Kickers das letzte Heimspiel der Drittligaspielzeit 2018/19 an. Dann gastiert am 11. Mai um 13.30 Uhr der 1. FC Kaiserslautern am Dallenberg. Janik Bachmann wird hier wegen einer Gelbsperre ausfallen: „Wir wollen jetzt noch aus den letzten beiden Drittligaspielen sechs Punkte holen.“ Wiederum eine Woche später ist dann das letzte Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte (Samstag, 18. Mai, 13.30 Uhr). Saisonabschluss ist dann das Toto-Pokal- Finale beim Regionalligisten SV Viktoria Aschaffenburg (Samstag, 25. Mai, Uhrzeit noch offen). „Diesen Titel wollen wir unbedingt gewinnen“, gibt sich Janik Bachmann kämpferisch. Der Finalsieger darf in der kommenden Saison 2019/20 am DFB-Pokalwettbewerb teilnehmen. pati

Würzburg: Verstappen, Göbel, Hägele, Hajtic, Kurzweg, Bachmann, Sontheimer, Skarlatidis, Küc (57. Gnaase), Breitkreuz (69. Kaufmann), Baumann (75. Elva).

Tore: 1:0 (6.) Starke, 1:1 (31.) Skarlatidis, 1:2 (36.) Baumann, 2:2 (55.) P. Tietz, 2:3 (78.) Elva, 2:4 (82.) Skarlatidis, 3:4 (84.) Fe. Brügmann. – Schiedsrichter: Eric Müller (Bremen). – Zuschauer: 6503.

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Gleich sieben Tore sahen die 6503 Zuschauer im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena. FWK-Cheftrainer Michael Schiele hatte seine Mannschaft vor der Partie auf zwei Positionen geändert: Patrick Göbel und Patrick Sontheimer, der nach seiner abgesessenen Rotsperre wieder zur Verfügung stand, begannen anstelle des gelb-gesperrten Kapitäns Sebastian Schuppan und Dave Gnaase. Darüber hinaus kehrten Fabio Kaufmann (ebenfalls nach abgesessener Rotsperre) und Caniggia Elva (nach muskulären Problemen) wieder in den Kader zurück.

Jena mit dem besseren Start

Den besseren Start ins Spiel erwischten dann allerdings die Thüringer. Bereits in der 6. Minute brachte Manfred Starke die Hausherren mit 1:0 in Führung. In der 18. Minute hätte der FCC die Führung sogar noch ausbauen können, doch Phillip Tietz verpasste im Zentrum eine Hereingabe um wenige Zentimeter.

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Danach stabilisierten sich die Kickers und stellten innerhalb weniger Minuten den bisherigen Spielverlauf komplett auf den Kopf. Zunächst traf Simon Skarlatidis nach einer Baumann-Flanke zum 1:1 (31.), ehe fünf Minuten später Dominic Baumann aus der Drehung Jenas-Schlussmann Jo Coppens zum 1:2 überwand (36.).

FWK übernimmt die Kontrolle

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Danach kontrollierte der FWK das Spielgeschehen. Die Gastgeber dagegen wirkten ob der zwei Gegentreffer sichtlich geschockt. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern.

Plötzlich kam der FC Carl Zeiss Jena als aktiveres Team aus der Pause und verpasste durch René Eckardt den Ausgleichstreffer nur knapp (48.). So dauerte es bis zur 55. Minute, ehe sich die Gelb-Blauen für den starken Beginn der zweiten Hälfte belohnen konnten. Nach einer Eingabe von Florian Brügmann konnten die Gäste nicht entscheidend klären und Philip Tietz drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Offener Schlagabtausch

Danach boten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, in dem in der 78. Minute wieder die Unterfranken jubeln durften. Dieses Mal köpfte der kurz zuvor eingewechselte Caniggia Elva die Kugel per Aufsetzer zum 3:2 für die Gäste ein. Nur vier Minuten später baute Simon Skarlatidis mit einem Flachschuss die Würzburger Führung weiter aus (82.). Zwar verkürzte Jena in einer turbulenten Schlussphase durch Felix Brügmann noch einmal auf 3:4 (84.), letztlich mussten die Thüringer trotz intensiver Bemühungen die erste Niederlage nach sechs Spielen hinnehmen. Das lag auch an FWK-Schlussmann Eric Verstappen der in der 89. Minute einen Kopfball von Manfred Starke sehenswert parierte.

„Es war ein sehr umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften haben sehr viel investiert. Am Ende haben wir unsere Torchancen effektiv genutzt“, freute sich Rothosen Mittelfeldspieler Patrick Sontheimer nach dem vierzehnten Saisonsieg. Dagegen ärgerte ich FCC-Akteur Marius Grösch: „Dieses Ergebnis ist bitter für alle hier. Denn wir wollen am Ende der Saison über dem Strich stehen.“