Bayerischer Verbandspokal - Kickers spielen im DFB-Pokalwettbewerb / Auch künftig keine großen Sprünge drin / Stadion „am Dalle“? Trotz Sieg tut Schiele etwas weh

Von 
Michael Fürst
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Da ist „das Ding“: Die Würzburger Kickers freuen sich über den Gewinn des bayerischen Verbandspokals und den Einzug in den DFB-Pokalwettbewerb. © Frank Scheuring

SV Viktoria Aschaffenburg – FC Würzburger Kickers 0:3

Kickers-Splitter

„Vor, während und auch nach dem Spiel kam es zu keinen sicherheitsrelevanten Störungen“, meldete die Polizei. Das stimmt nicht ganz. Nach dem Abpfiff kam es zu Rangeleien mit dem Sicherheitsdienst, weil die Kickers-Fans auf den Platz drängten.

Eigentlich wollten die Kickers am Mittwoch, 19. Juni, wieder das Training aufnehmen. Doch Coach Schiele hat dem Team im Falle des Pokalsieges zwei Tage mehr Urlaub versprochen. mf

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Aschaffenburg: Birk, Dähn, Kizilyar, Schnitzer, Verkaj, Oppermann (73. Harrer), Schmidt, Cheron, Boutakhrit, Zehnder (60. Beinenz), Grünewald (79. Verkamp).

Würzburg: Verstappen, Kaufmann (87. Ünlücifci), Baumann (74. Breitkreuz), Skarlatidis, Sontheimer (63. Gnaase), Ademi, Hägele, Bachmann, Schuppan, Kurzweg, Göbel

Tore: 0:1 (22.) Hägele, 0:2 (65.) Göbel, 0:3 (90.) Ademi. – Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach). – Zuschauer: 6033.

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Daniel Sauer, Vorstands-Boss des FC Würzburger Kickers, durfte sich am Samstag gleich über zwei Pokalsiege freuen: Zunächst stemmte „seine“ Mannschaft nach dem souveränen 3:0-Sieg bei Viktoria Aschaffenburg (wir berichteten bereits online) den bayerischen Verbandspokal in die Höhe. Dieser freudige Anblick entging Sauer, weil er schon auf dem Weg zum Flughafen war. Ab ging es zum DFB-Pokalendspiel nach Berlin. Und auch dort drückte er dem späteren Sieger die Daumen.

Im DFB-Pokalwettbewerb spielen die Kickers im Sommer nun auch. Doppelt gefeiert hat Sauer aber nicht, denn der Trip nach Berlin war keine reine Freizeitreise. Heute galt es nämlich, klaren Kopf zu bewahren. Der Vorstandsvorsitzende und Sportdirektor des FWK traf sich in der Hauptstadt mit Spielerberatern. Noch sind einige „Stellen“ im Kickers-Kader für die neue Saison offen – mehr als ihm und dem Trainer lieb ist. Und wenn man die Aussagen der Protagonisten nach dem Finale richtig deutet, wird in dieser Woche noch der eine oder andere Abgang vermeldet. Gerüchte verdichten sich, wonach auch Orhan Ademi und Simon Skarlatidis (evtl. Kaiserslautern) den Verein verlassen werden. „Der Markt ist extrem schwer, weil viele Vereine stark investieren“, sagte Sebastian Herkert, Aufsichtsratsmitglied beim FWK.

Was ist los mit Elva?

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Der junge Unternehmer gab auf FN-Nachfrage bekannt, dass der Etat der Würzburger für die kommende Drittliga-Saison „gleich hoch“ sein werde wie in der zurückliegenden Spielzeit. Zahlen werden weiter geheim gehalten; geschätzt wird die Etat-Höhe auf etwa 3,4 Millionen Euro. In höheren Regalen kann man damit aktuell keine Spieler einkaufen. „Jung, deutsch, hungrig und mutig“ – diese Attribute sollen die Kickers-Neuzugänge mitbringen, beschreibt Daniel Sauer das Profil. Die Kickers schauen sich vor allem bei zweiten Mannschaften von Bundesligisten in der Regionalliga um, „weil die gut ausgebildet sind“ (Sauer) – und bei Drittliga-Konkurrenten. „An die zweite Liga kommen wir nicht ran“, so der Sportchef.

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Enttäuscht trotz der Pokalfreuden ist Trainer Michael Schiele, dass er wieder eine neue Mannschaft aufbauen muss: „Das ist für uns wohl eine normale Fluktuation. Da kann man nichts machen. Es tut aber weh, wenn man mit Spielern etwas erarbeitet hat.“ Der emsige Coach steckte auch am Samstag in der „Personal-Zwickmühle“: Caniggia Elva konnte er wegen „muskulärer Probleme“ erneut nicht aufbieten. Dazu muss man wissen: Elvas Vertragsverlängerung war an Einsatzzeiten gekoppelt. „Die hat er nun nicht erreicht“, gab Daniel Sauer bekannt. Elva war nach seinen drei, vier Gala-Auftritten im April plötzlich verletzt… Die Kickers haben ihm trotzdem ein Angebot vorgelegt. Es ist eines von weiteren.

Von der Rückkehr in die 2. Bundesliga, aus der man 2017 abstieg, träumen sie bei den Kickers immer noch – zumindest insgeheim. Dazu wäre ein neues Stadion unabdingbar. Anfang Juni trifft sich die Arbeitsgemeinschaft „Neues Stadion“, bestehend aus Mitarbeitern der Stadt und der Kickers. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die neue Spielstätte des FWK auf dem Gelände „am Dalle“ entstehen soll. „Aber erst muss es absolut rechtssicher sein“, erklärte Sauer. Herkert verwies in diesem Zusammenhang noch auf ein Urteil, wegen „Schallschutz-Klagen“ von Anwohnern. Man hofft, dass man bis zum Beginn der großen Ferien Klarheit hat.

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport