Fußball - Mit dem Spiel in Fürth kehrt Kickers-Akteur Patrick Sontheimer an seine alte Wirkungsstätte zurück Schlager-Fan, der Härte verträgt

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Steffen Krapf
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Wenn am kommenden Sonntag im fränkischen Fußball-Zweitligaduell die Spvgg. Greuther Fürth und die Würzburger Kickers aufeinandertreffen, wird es für Patrick Sontheimer ein ganz besonderes Spiel. Für den 22-Jährigen wird es die Rückkehr zu dem Verein, bei dem er zum Fußballprofi reifte. Mit 15 wechselte er von seinem Heimatklub FC Memmingen zu den Mittelfranken ins Internat.

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Eigentlich wollte er sich das Ganze am Fürther Ronhof erstmal ein Jahr anschauen, „ob es da klappt oder nicht“. Fast sechs Jahre wurden es letztlich. „Eine super Zeit“, sagt er im Rückblick. Nach erfolgreichen Jahren im Nachwuchs der Fürther, schaffte er dort auch prompt den Sprung zu den Profis, bei denen er im Januar 2017 in der Münchner Allianz Arena, gleich in einem großen Tempel des Weltfußballs, seine Premiere feierte.In 26 Zweitligaspielen kam der nur 1,68 Meter große spielstarke Mittelfeldspieler bei der Spielvereinigung zum Einsatz. Seine Verbundenheit zum „Kleeblatt“ hat er sogar mit einem Tattoo auf dem Arm verewigt.

„Das war nicht einfach“

Er geht dahin, wo es wehtut: Patrick Sontheimer (hier in der Begegnung gegen Sandhausen) ist einer der letzten verbliebenen Aufstiegshelden in der Startelf der Kickers. Nun steht für ihn ein sehr besonderes Spiel an. © Frank Scheuring

Nachhaltig festspielen konnte er sich beim Herzensklub allerdings nicht. In der Winterpause 2018/19 folgte die Leihe zum damaligen Drittligisten FC Würzburger Kickers. „Das war damals nicht einfach für mich. Aber ich hab da an meine Karriere denken müssen“, blickt „Sonti“ zurück: „Ich wollte einfach wieder Fußball spielen. Deswegen war es der richtige Schritt, nach Würzburg zu gehen.“ Bei den „Rothosen“ erkämpfte er sich unter Coach Michael Schiele schnell einen Stammplatz. Die Leihe wurde verlängert – mehr als das. Schon im Sommer 2019 stand fest, dass die Würzburger Sontheimer nach Ende der dann insgesamt eineinhalbjährigen Leihe fest verpflichten.

Als „aggressive Leader“, mit der Fähigkeit zu spielöffnenden und entscheidenden Pässen, war er letzte Saison maßgeblich am Würzburger Aufstieg in die 2. Bundesliga beteiligt. Als einer der wenigen verbliebenen „Aufstiegshelden“ gehört Sontheimer auch jetzt weiterhin zu den Leistungsträgern. Vor dem Jahreswechsel übernahm er sogar für drei Spiele, als einer der Jüngsten im Kader, die Kapitänsbinde. „Er brennt und verträgt Härte“, lobt FWK-Coach Trares seinen Schützling.

Einer der Besten auf dem Platz

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Auch beim jüngsten Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf gehörte Sontheimer zu den Besten auf dem Platz, den Siegtreffer durch Ridge Munsy leitete er durch ein präzises langes Zuspiel auf Mitja Lotric ein. Wie ein kleiner Befreiungsschlag fühlte sich der dritte Saisonsieg an, meint er: „Wir haben gesehen, dass wir noch Spiele gewinnen können. Das gibt uns Selbstvertrauen.“

Das braucht es auch. Im Februar geht es ausschließlich gegen die Top-Teams der Liga. „Das wird eine spannende Aufgabe, die von oben zu etwas zu ärgern.“ Den Anfang macht das Auswärtsspiel am Fürther Ronhof, zu dem Sontheimer erstmal seit seinem Weggang zurückkehren wird. „Es wird ein Riesenspiel und superemotional für mich. Mit Fans wäre es bestimmt noch einmal emotionaler.“

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Für eine mögliche Siegesfeier in der Kabine ist der bekennende Schlager-Fan auch schon bestens gewappnet. Stürmer Ridge Munsy konnte er mittlerweile auch vom Schlager begeistern verrät, er. Der Lieblingssong des Schweizers mit kongolesischen Wurzeln soll „Geh ma Bier holen“ sein. Einen Torjubel würde sich das „Feierbiest“ Sontheimer gegen das Kleeblatt allerdings verkneifen, kündigt er an. „Aber ich bin hochmotiviert, ich freue mich darauf.“