Fußball - Würzburger Kickers gestalten in Paderborn nur eine Spielhälfte ausgeglichen und verlieren deshalb verdient mit 0:1 / Bernhard Trares muss auf die Tribüne Punkte verloren – und auch den Trainer

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Patrick Tittl
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Schiedsrichter Lasse Koslowski zeigt Würzburgs Trainer Bernhard Trares die Rote Karte. Deshalb haben die Kickers in Paderborn nicht nur das Spiel verloren, sondern auch ihren Coach für mindestens das Spiel am Dienstag in Aue. © Frank Scheuring/FWK

SC Paderborn 07 – FC Würzburger Kickers 1:0.

Stimmen und Splitter rund ums Spiel des SC Paderborn gegen den FC Würzburger Kickers

Bernhard Trares (Trainer FC Würzburger Kickers): „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten eine Topchacne durch Kopacz, die er machen muss. Paderborn ist dann spielstärker geworden, ohne so richtig gut vor unser Tor zu kommen. Schließlich bekommen wir ein einfaches Gegentor und gehen 0:1 in Rückstand. Wir sind gegen so einen Gegner auch nicht in der Lage, viele Chancen herauszuspielen, weshalb wir auch die Null halten wollten, um beispielsweise über einen Standard zum Torerfolg zu kommen. In der zweiten Halbzeit sind wir dann nicht so gefährlich vors Tor gekommen, aber aufgrund der ersten Hälfte wäre ein Unentschieden verdient gewesen.“

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn 07): „Fußballerisch war es sicherlich nicht das beste Spiel. Wir hatten aber viel Ballbesitz, was auch ein Ansatz für die nächsten Spiele ist. Wir müssen aber die Torchancen besser ausspielen und das erwarte ich auch. Trotzdem bin ich zufrieden mit den Jungs, denn am Ende gehen wir als Sieger vom Platz. Zu Beginn sind wir schlecht ins Spiel gekommen, das hatte auch mit dem Gegner zu tun, der sehr gut angelaufen ist. In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit hatten wir mehrere Ballgewinne. Es war ein Spiel, das immer gefährlich war und deshalb freuen wir uns, dass wir es über die Ziellinie gebracht haben.“

Gerücht: Nach seiner Vertragsauflösung beim FC Würzburger Kickers hat Keanu Staude wohl einen neuen Verein gefunden. Nach Informationen von transfermarkt.de steht der 23-Jährige kurz vor der Unterschrift beim Drittligisten TSV 1860 München. Der Offensivspieler war vor der Saison von Arminia Bielefeld an den Dallenberg gewechselt, kam im Dress der „Rothosen“ allerdings nur auf drei Kurzeinsätze.

Verabschiedet: Auch in Paderborn wurde bekanntlich vor leeren Rängen gespielt. Trotzdem hatten sich die Fans der Gastgeber für Heimkehrer Christian Strohdiek etwas Besonderes einfallen lassen. „Danke Tucker – für immer Paderborner!“ hatten die Anhänger in der Arena plakatiert. Der 33-Jährige war vor zwei Wochen nach fast 20 Jahren im SC-Trikot zu den Kickers gewechselt. „Paderborn ist meine Heimatstadt. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen – und das direkt vor der Haustür. Daher war es für mich persönlich ein besonderes Gefühl zurückzukehren. Ich bin hier tief verwurzelt, keine jede Ecke, jeden Mitarbeiter“, betonte Strohdiek nach der Partie. pati

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Paderborn: Zingerle, Dörfler, Schonlau, Hünemeier, Collins, Justvan (80. Terrazzino), Schallenberg, Thalhammer, Führich (63. Antwi-Adjei), Srbeny (86. Owusu), Michel (80. Ingelsson).

Würzburg: Bonmann, Feltscher, Strohdiek, Ewerton (70. Hansen), Feick, Dietz (60. Meisel), Toko, Baumann (60. Ronstadt), Sontheimer (60. Munsy), Kopacz (84. Hasek), Pieringer.

Tor: 1:0 (31.) Srbeny. – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Bernhard Trares (76.). – Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin). – Zuschauer: keine zugelassen.

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Die Serie ist gerissen! Nach drei Spielen in Folge ohne Niederlage, musste sich der FC Würzburger Kickers am letzten Spieltag der Zweitliga-Vorrunde beim SC Paderborn mit 0:1 geschlagen geben. In einer durchwachsenen Zweitligapartie reichte den Hausherren ein Treffer von Dennis Srbeny (31.) zum siebten „Dreier“ der Saison. „Wir hatten mehr Spielanteile und mehr Chancen, deshalb geht der Sieg in Ordnung“, freute sich der Paderborner Siegtorschütze nach der Partie.

Obendrein sah Würzburgs Trainer Bernhard Trares wegen Meckerns die Rote Karte (76.): „Zur Roten Karte möchte ich sagen, dass ich mit Paderborner Spielern über das Foulspiel von Kopacz an Johannes Dörfler diskutiert habe. Ich war außer mir, wie mir der Schiedsrichter dafür Rot geben kann. Die Unparteiischen stehen 70 Meter von mir weg, von daher gab es keinen Grund mit ihnen zu sprechen.“ Dem FWK-Trainer droht damit nun auch eine Innenraumsperre für den Rückrundenauftakt am morgigen Dienstag um 18.30 Uhr bei Erzgebirge Aue.

Chance zur Führung war da

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Im Vergleich zum 0:0 am vorigen Spieltag gegen Eintracht Braunschweig, starteten die Kickers dieses Mal mit drei Veränderungen in der Anfangsformation. Für Hansen, Meisel (beide Bank) und Hägele (Rückenbeschwerden) spielten Ewerton, Toko und Dietz. Auf dem Rasen begannen die „Rothosen“ hochkonzentriert und machten zunächst den deutlich besseren Eindruck. Dabei präsentierte sich die Trares-Elf gerade in den Zweikämpfen griffig und hatte dementsprechend auch die bis dato größte Chance des Spiels vorzuweisen.

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Patrick Sontheimer schickte Marvin Pieringer auf die Reise. Nach dessen Querpass scheiterte David Kopacz am stark parierenden Paderborner Schlussmann Leopold Zingerle (23.). Deutlich effizienter zeigte sich auf der anderen Seite der SC Paderborn. Ein eigentlich einfach zu spielender Doppelpass auf der rechten Außenbahn in der FWK-Hälfte zwischen Rolf Feltscher und Dominik Baumann missglückte. Baumann spielte stattdessen Maximilian Thalhammer in die Füße. Der bediente Sven Michel. Der SCP-Linksfuß steckte auf Srbeny durch, der den Ball am herauseilenden Kickers-Schlussmann Hendrik Bonmann vorbeispitzelte (31.). Ein bisschen Glück war beim Paderborner Führungstreffer auch dabei, denn der Ball trudelte vom Innenpfosten ins Würzburger Tor. Kurz vor der Pause hätten die Ostwestfalen durch Seven Michel (39.) und Julian Justvan (45.) auf 2:0 stellen können. Spätestens jetzt meldeten sich auch endgültig die Gastgeber in der Partie an.

Bonmann pariert stark

Paderborn war dann auch im zweiten Durchgang spielbestimmend, denn auch dort drückte zunächst die Mannschaft von Steffen Baumgart auf den zweiten Treffer des Tages. Zunächst parierte Hendrik Bonmann einen Distanzschuss von Sven Michel stark (49.), ehe der Würzburger Keeper auch im direkten Duell gegen Sven Michel die Oberhand behielt (60.). Dagegen schafften es die Kickers nicht, Torgefahr auszustrahlen. Alle Bemühungen liefen mehr oder weniger ins Leere. Trainer Trares reagierte deshalb und wechselte mit Frank Ronstadt, Ridge Munsy und Dominik Meisel (60.) gleich drei frische Spieler auf einen Schlag ein. Am Ergebnis sollte dies jedoch nichts mehr ändern. Würzburg blieb in der Offensive auch weiterhin extrem blass und stellte damit die Heimelf in der Schlussphase vor keine großen Probleme.

Für den FC Würzburger Kickers endet damit die Vorrunde der Zweitligasaison 2020/21 ernüchternd. Lediglich neun Zähler verbucht der FWK aus den ersten 17 Partien (zwei Siege, drei Unentschieden, zwölf Niederlagen). Dementsprechend enttäuscht zeigte sich Defensivspieler Christian Strohdiek: „Wir haben richtig gut ins Spiel gefunden und einige gute Möglichkeiten liegen gelassen. Beide Mannschaften haben sich über weite Strecken neutralisiert. Nach der Pause war es ein großer Kampf, die Jungs haben sich voll reingehauen. Deshalb tut die Niederlage sehr weh.“

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