Fußball - Das 0:4 gegen Nürnberg drückt bei den Würzburger Kickers kurz vor dem Saisonstart aufs Gemüt / In der Offensive zu harmlos In neun Wochen Erster?

Von 
Michael Fürst
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Der ehemalige Neckarelzer Dave Gnaase (l.) war einer der Aktivposten der Würzburger Kickers bei der 0:4-Niederlage gegen Bundesligist 1. FC Nürnberg. © Pilar Hammerl

FC Würzburger Kickers – 1. FC Nürnberg 0:4

Rund ums Testspiel

Kurz vor der Absage: Starke Regenfälle in Würzburg führten am Samstag fast dazu, dass das Spiel zwischen den Kickers und dem „Club“ abgesagt werden musste. Erst nach zwei Platzbegehungen gab der Schiedsrichter um 16.34 Uhr „grünes Licht“. Angefangen wurde dann nicht um 17, sondern um erst 17.24 Uhr.

Personal: Maximilian Ahlschwede und Daniel Hägele wurden aufgrund muskulärer Probleme geschont. mf

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Würzburg: Drewes, Syhre (71. Kohls), Wagner, Kaufmann (58. Skarlatidis), Gnaase (76. Hansen), Baumann (76. Bytyqi), Mast (76. Ünlücifci), Ademi, Bachmann (71. Hajtic), Schuppan Göbel.

Nürnberg: Mathenia (46. Bredlow), Salli (70. Ishak), Zrelak (70. Goden), Löwen (46. Ewerton), Behrens (46. Bauer), Knöll (46. Fuchs), Valentini (46. Tillmann), Leibold (70. Jäger), Mühl (81. Medic), Petrak (70. Palacios), Margreitter (46. Rhein).

Tore: 0:1 (21.) Löwen, 0:2 (34.) Salli, 0:3 (59.) Salli, 0:4 (79.) Palacios. – Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt). – Zuschauer: 4060.

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Es waren gerade einmal 20 Minuten gespielt in diesem finalen Test der Würzburger Kickers vor dem Saisonstart, da standen die Zuschauer auf der Haupttribüne auf, klatschten begeistert und riefen laut „Kiiiickers, Kiiiickers!“. Stark war die Anfangsphase der Schiele-Truppe gegen den Bundesliga-Aufsteiger aus Nürnberg: Sehenswerte Ballstafetten wechselten immer wieder mit langen Bällen hinter die Abwehr des „Clubs“. Den Würzburgern gelangen durch aggressives Anlaufen auf verschiedenen „Höhen“ des Spielfelds Ballgewinne, fein wurde vor allem der rechte Flügel immer wieder in Szene gesetzt. Dort brachten Göbel und Kaufmann mehrmals gefährliche Hereingaben in den Strafraum der Nürnberger.

Doch genau in diesem Punkt wurde bereits die erste Schwäche der Kickers sichtbar: Nicht ein gefährlicher Abschluss resultierte aus solchen Flanken, von denen es im Spiel gewiss zehn bis zwölf gab. „In der Box“ fehlt ein Knipser, einer mit dem Instinkt fürs Toreschießen. Trainer Michael Schiele nahm seine Angreifer Baumann und Ademi allerdings in Schutz und forderte nach dem Spiel nicht zwingend noch einen Stürmer für seinen Kader. „Nicht unbedingt“, antwortete der 40-Jährige auf die Frage, ob es „vorne noch an Qualität fehlt“. Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft viel zu wenige Torabschlüsse hatte – auch nach Standardsituationen.

Sanftes Vokabular, ernste Miene

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Schiele wählte bei seiner Analyse ein sanftes Vokabular. Seine Miene war aber schon ernst. Denn auch wenn seine Mannschaft bis zum 0:1 wirklich gut gespielt hatte, stand am Ende eine 0:4-Niederlage, weil die Kickers im Anschluss „Kleinigkeiten falsch gemacht haben“ (Drewes) und sich in der Defensive „taktisch falsch verhalten“ haben (Schiele). Der Bundesligist nutzte diese Fehler eiskalt aus und schoss teils sehenswerte Tore – vor allem das 2:0 durch Salli nach Traumpass von Behrens. Die Gesänge der Kickers verhallten, es wurde leise im Stadion; am Ende kreischten nur noch ein paar Kinder.

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Diese hohe Niederlage hatte bei sämtlichen Kickers-Protagonisten sicht- und hörbar aufs Gemüt gedrückt. Doch vielleicht ist so ein „Schuss vor den Bug“ unmittelbar vor dem Saisonstart sogar gut, weil solch ein Spiel die Sinne schärft. Vor einem Jahr hatte man den letzten Test gegen Leverkusen 3:0 gewonnen, und jeder dachte, der FWK startet 2017/18 durch. Neun Wochen später war man Letzter. Wenn Fußball Mathematik wäre, würde das für die am Samstag startende Runde heißen: In neun Wochen Erster…

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport