Fußball - Die zwölf „Neuen“ im Kader des FC Würzburger Kickers / Wer sind sie, woher kommen sie, wo liegt ihr Potenzial? Fans dürfen sich ihre Namen merken

Von 
Steffen Krapf
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Das Wechselkarussell drehte sich am „Dalle“ diesen Sommer in schwindelerregendem Tempo. 13 Spieler verließen den Verein – dafür kamen 12 neue. Für die Fans der Rothosen gilt es nun, sich neue Namen zu merken. Von wem ist was zu erwarten? Wir haben uns die Neuzugänge der Würzburger Kickers etwas näher angesehen:

Auf ihm liegen hohe Erwartungen: der 1,96 Meter große aus Bad Mergentheim stammende Luca Pfeiffer. © scheuring
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Luca Pfeiffer (22 Jahre, Angriff): Der Bad Mergentheimer führte sich mit zwei Toren im Test gegen Ulm bei seiner Premiere im Kickers-Trikot glänzend ein. Stieg letztes Jahr mit dem VfL Osnabrück als Leihspieler vom SC Paderborn in die 2. Bundesliga auf. Traf in 22 Einsätzen – zumeist als Joker – nur zwei Mal. Gilt trotz seiner 1,96 Meter als technisch stark und spielintelligent.

Prognose: Gute Chancen auf einen Platz in der Startelf am ersten Spieltag. Muss noch beweisen, dass er in der 3. Liga regelmäßig treffen kann.

Albion Vrenezi (25 Jahre, Mittelfeld): Die Leihgabe vom Zweitligisten Jahn Regensburg soll den abgewanderten Skarlatidis ersetzen und übernahm auch gleich dessen Trikotnummer zehn. Der Kosovare schaffte den Sprung in den Profifußball als Spätzünder relativ spät. Kann mittlerweile aber auf 24 Zweitliga-Einsätze blicken. Gilt als absoluter Musterprofi, ist auf dem Feld pfeilschnell und stark im Dribbling.

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Prognose: Wird sich schnell in die Herzen der Kickers-Fans spielen und zum neuen Dreh- und Angelpunkt der FWK-Offensive.

Luke Hemmerich (21, Abwehr/Mittelfeld): Schneller Rechtsaußen, der 2017 seinen ersten Profivertrag auf Schalke unterschrieben hat. Äußerst handlungsschneller und gut ausgebildeter Kicker. Sein Weg nach Würzburg führte über die Umwege Bochum, Aue und Cottbus. Wollte unbedingt unter Schiele spielen und verzichtete dabei angeblich sogar auf besser dotierte Offerten.

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Prognose: Wird Stammspieler und falls er sein Talent richtig einsetzt auch schnell zum Leistungsträger.

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Dominik Widemann (22, Angriff): Umtriebiger Angreifer, der bei seiner Zweitliga-Station in Heidenheim (12 Spiele) einen kleinen Karriereknick erlitt. War letztes Jahr in Unterhaching meist nur Joker (27 Einsätze) und blieb ohne Treffer in der Liga.

Prognose: Hat großes Potenzial, das in Würzburg wieder geweckt werden soll.

Frank Ronstadt (21, Abwehr/Mittelfeld): Der Hamburger Junge kann die rechte Außenbahn sowohl defensiv wie offensiv beackern. Spielte bereits in den Nachwuchsteams des FC St. Pauli, Hamburger SV und zuletzt für die U23 von Werder Bremen.

Prognose: Wird als Herausforderer von Hemmerich und Kaufmann auf der rechten Seite viel Druck machen und zu seinen Einsätzen kommen.

Niklas Zulciak (25, Mittelfeld): Im zweiten Anlauf hat es doch noch geklappt für den Polen. War mit den Kickers bereits im Wintertrainingslager. Vom Spielertyp im offensiven Mittelfeld war er Schiele damals noch zu ähnlich zu Skarlatidis und Küc, die jetzt beide weg sind. Ein absoluter Edeltechniker, der den Unterschied ausmachen kann.

Prognose: Hatte zuletzt kaum Spielpraxis und muss erst beweisen, ob er mit der Intensität in der 3. Liga zurechtkommt.

Leroy Kwadwo (22, Abwehr): Enorm athletischer Linksfuß für die Innenverteidigung, mit gutem Zweikampf- und Kopfballspiel. Verletzte sich im März bei der U23 von Fortuna Düsseldorf und fiel den Rest der Regionalliga-Saison aus.

Prognose: Kommt aus einer Sportlerfamilie (beide Schwestern sind jeweils Leichtathletik-Europameister) und wird den Wettkampf bei den Kickers annehmen.

Yassin Ibrahim (19, Angriff): Durfte Anfang des Monats mit der U19 von Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft feiern. Konnte sich in der Jugend stets mit den besten Talenten messen. Als schneller und dribbelstarker Offensivspieler ist er flexibel einsetzbar.

Prognose: Muss sich zwar erst noch an den Profifußball gewöhnen, könnte aber schon bald als Joker für mächtig Wirbel sorgen.

Johannes Kraus (19, Abwehr): Ein junger Allrounder – mit dem Gardemaß von 1,90 Meter – für die Defensive, der im Nachwuchs von Greuther Fürth und Jahn Regensburg eine gute fußballerische Ausbildung genoss. Durfte bereits im letzten Sommer bei den Kickers vorspielen.

Prognose: Unterschrieb in Würzburg seinen ersten Profivertrag und wird alles reinhauen müssen, um zu Einsatzzeiten zu kommen.

Maximilian Breunig (18, Angriff): Das Kickers-Juwel, das 2017 beim FWK als 17-Jähriger sein Drittliga-Debüt feierte, sorgte als Leihspieler letzte Saison in der U19-Bundesliga für Ingolstadt mit 15 Toren in 22 Spielen für Furore. War im Mai in einem Verkehrsunfall verwickelt und wird noch einige Zeit brauchen, bis er sein Comeback feiern kann. Befindet sich derzeit nach dem UJnfall noch in der Reha.

Prognose: Der schlaksige Angreifer gilt als das Versprechen der Kickers-Zukunft. Die Hinrunde wird aber vermutlich ohne ihn stattfinden.

Vincent Müller (18, Tor): 12 Jahre lang kickte das 1,90 Meter große Torwarttalent in den Jugendteams des 1.FC Köln. Er spielte bereits im Mai im Training der Rothosen vor und hinterließ dort offenbar einen nachhaltigen Eindruck. Soll in den nächsten zwei Jahren Druck auf die anderen beiden Torhüter Eric Verstappen und Leon Bätge ausüben.

Prognose: Könnte hinter Verstappen zumindest die Nummer zwei werden.

Hüseyin Cakmak (20, Angriff): Flexibler Angreifer, der allerdings bisher noch nicht höher als fünftklassig auf Torejagd ging. Bei der U23 des 1. FC Kaiserslautern traf er in der letzten Saison zehn Mal und bereitete acht Tore vor. Michael Schiele traut dem Deutsch-Türken viel zu: „Er hat überall seine Tore geschossen.“

Die 3. Liga wird ein großer Sprung für ihn und die Konkurrenz in der Kickers-Offensive ist groß. Wird sich erst einmal in Geduld üben müssen. Prognose: