Fußball - Würzburg erneut durch eine eklatante Fehlentscheidung von Schiedsrichter Thorben Siewer und Video-Assistent-Referee Martin Petersen benachteiligt Falscher Elfer-Pfiff erzürnt die Kickers

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pati
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Fassungslosigkeit: Teammanager Norbert Mahler,, Vorstand Sport Sebastian Schuppan, Videoanalyst Philipp Eckart und Trainer Bernhard Trares schauen sich den mehr als fragwürdigen Elfmeter auf einem Smartphone an. © Frank Scheuring

Großer Unmut herrschte bei den Kickers nach der Auswärtsniederlage am Freitagabend bei Holstein Kiel (wir berichteten). „Es ist schade, dass nicht die Spieler die Partien entscheiden, sondern die Unparteiischen. Das kommt bei uns nun wöchentlich vor und das tut sehr weh. Wir arbeiten täglich hart und geben alles, hatten heute aber keinen Einfluss,“ zeigte sich „Rothosen“-Cheftrainer Bernhard Trares nach der Partie sichtlich bedient.

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Der Grund: In der 58. Minute der Partie faustete FWK-Keeper Hendrik Bonmann eine Flanke vor Holstein-Angreifer Jae-Sung Lee aus der Gefahrenzone, doch Schiedsrichter Thorben Siewer pfiff Elfmeter. Die Gastgeber nutzten das Geschenk und der eingewechselte Alexander Mühling verwandelte den Strafstoß zum entscheidenden 1:0.

Selbst die Kieler wunderten sich

Selbst auf Seiten von Holstein Kiel war die Verwunderung über die Strafstoßentscheidung groß. „Wenn das Spiel weiterläuft, meckern wir nicht rum. Da muss es keinen Strafstoß geben“, sagte beispielsweise KSV-Stürmer Janni Serra direkt nach dem Spiel. Ähnliche Worte wählte auf der anschließenden Pressekonferenz auch Holstein-Cheftrainer Ole Werner: „Ich war von dem Elfmeterpfiff überrascht.“

Wie schon gegen Fürth (1:4) griff der Video-Schiedsrichter, gegen Kiel war das Martin Petersen, nicht ein. Zudem schaute sich Schiedsrichter Thorben Siewer die Szene erst gar nicht am Monitor an. Aus Würzburger Sicht doppelt bitter. denn eigentlich hatte der VAR massenhaft Bilder zur Verfügung, um die Entscheidung überprüfen zu können, doch er winkte den spielentscheidenden Pfiff aber erneut ohne Beanstandung durch.

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„Ich habe den Ball gespielt. Wir wurden letzte Woche beschissen. Es gab kein Video oder Foto, auf dem ich den Spieler berühre. Die Verantwortlichen entschuldigen sich und wenige Tage später passiert das Gleiche? Das muss mir jemand erklären. Ich gehe zum Schiedsrichter und bitte ihn, sich das selber nochmals in Ruhe anzuschauen. Es geht hier um unsere Existenz“, zeigte sich Torhüter Bonmann nach der Partie verzweifelt.

Nicht zu akzeptieren

Noch deutlicher wurde im Anschluss Sportvorstand Sebastian Schuppan: „Ich muss mich wirklich zusammenreißen, damit ich hier nicht ausfällig werde. Das ist weit darüber hinaus, was man akzeptieren kann. Ich bin einfach sprachlos, wie die Unparteiischen zu so einer Entscheidung kommen können. Ein Gespräch war ebenfalls nicht möglich. Das ist eine Arroganz, die die Offiziellen hier an den Tag legen, da fehlt mir jedes Verständnis. Hier geht es nicht nur um drei Punkte, hier geht es um den Fußball im Generellen. Wenn dieser Bildschirm nicht genutzt wird, baue ich ihn nächste Woche in Würzburg ab. Wozu steht er denn da? Wenn wir zwei solche Entscheidungen innerhalb einer Woche gegen uns gepfiffen bekommen, dann geht der Glauben an die Gerechtigkeit im Sport verloren. Ich weiß nicht, was der Videoassistent in diesem Moment gemacht hat. Wir fühlen uns wie der Fußabtreter.“

„Nie und nimmer ein Elfmeter“

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Sky-Experte und Ex-Bundesligaprofi Konstantin Rausch (30) konnte Würzburger den Ärger über den Elfmeterpfiff ebenso komplett nachvollziehen: „Das ist nie und nimmer ein Elfmeter. Das tut mir sehr, sehr leid für Würzburg.“

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Noch am Abend meldete sich dann auch der DFB offiziell via Twitter zu Wort und bestätigte, dass es sich um eine falsche Entscheidung des Schiedsrichtergespanns gehandelt hatte. „Die Aktion des Torhüters ist tatsächlich fußballtypisch und ballorientiert, zumal er den Ball auch spielt. Deshalb ist die Wahrnehmung des Schiedsrichters, dass ein Foulspiel des Torhüters vorliegt, nicht zutreffend. Es hätte in diesem Fall zu einer On-Field-Review-Empfehlung und einer Rücknahme des Strafstoßes kommen müssen“, so der Wortlaut der Mitteilung.

Für die Kickers dürfte dies jedoch kein Trost sein. Denn eigentlich sollten genaue solche Fehlentscheidungen mit Hilfe des VAR vermieden werden. Zudem wurde Martin Petersen als Videoschiedsrichter für die Bundesligapartie zwischen Werder Bremen und dem SC Freiburg kurzfristig abgesetzt.

Heute Testspiel in Augsburg

Am heutigen Montag bestreitet die Trares-Elf um 14 Uhr ein Testspiel beim Bundesligisten FC Augsburg. In der 2. Liga haben die Kickers am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) dann den nächsten Gegner aus den Top-Vier vor der Brust, denn es gastiert Spitzenreiter Hamburger SV am Dallenberg. pati