Fußball - Fans der Würzburger Kickers und des KSC sind sich während des Spiels, die Trainer danach einig / Gewissheit der Ligazugehörigkeit ist Vorteil bei Planungen Einen Punkt geholt und die Lizenz erhalten

Von 
Michael Fürst
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Abgefeiert haben die Würzburger Kickers im Spiel gegen den Karlsruher SC zwischen der 46. und 70. Minute jede gelungene Verteidigungsaktion, denn da stand der FWK schwer unter Druck. Am Ende reichte es aber zum 0:0. © Frank Scheuring

Als hätten sie sich vorher abgesprochen: Alois Schwartz, Trainer des Karlsruher SC, sagte nach dem 0:0 am Montagabend in Würzburg (wir berichteten): „Den Punkt nehmen wir mit.“ Wortgleich formulierte es Kickers-Coach Michael Schiele. Für beide Fußballlehrer ist dieser Zähler auch bedeutsam: Die Badener schoben sich wieder auf den zweiten, einen Aufstiegsplatz, vor, die Kickers werden mit nun 45 Zählern nicht mehr absteigen. Elf Vereine müssten noch am FWK vorbeiziehen.

Das Restprogramm des FWK

Samstag, 20 April, 14 Uhr: FSV Zwickau – Kickers.

Samstag, 27. April, 14 Uhr: Kickers – Fortuna Köln.

Samstag, 4. Mai, 14 Uhr: FC Carl Zeiss Jena – Kickers.

Samstag, 11. Mai, 13.30 Uhr: Kickers – 1. FC Kaiserslautern.

Samstag, 18. Mai, 13.30 Uhr: Sportfreunde Lotte – Kickers.

Samstag, 25. Mai: Verbandspokalfinale gegen 1860 München oder Viktoria Aschaffenburg.

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Allerdings hat dieses Unentschieden auch einen negativen Touch für den FWK, denn den vierten Rang, der Platz, der zu einer direkten Teilnahme am kommenden DFB-Pokal-Wettbewerb berechtigt, ist mit satten elf Zählern Rückstand wahrlich nicht mehr zu erreichen. „Wir sind Fußballer und wollen immer gewinnen“, entgegnete Stürmer Dominic Baumann nach dem Spiel forsch auf die Frage, wie man denn nun die Spannung bis zum Saisonende aufrechterhalten wolle. In den letzten Spielen werde man sich schon noch ein paar Punkte „ergaunern“. In den finalen fünf Liga-Begegnungen darf man es schon alleine wegen des bayerischen Verbandspokalfinals am 25. Mai nicht schleifen lassen: „Wir wollen den Pott holen, um im DFB-Pokal zu spielen“, sagte Baumann. Ein internes Punkteziel, das man bis Saisonschluss erreichen wolle, habe man noch nicht besprochen, werde dies aber bald tun.

Jetzt müssen die Kickers also bis eine Woche nach Saisonschluss warten, ob sie ihr Saisonziel erreichen. Selbstkritisch müssen sie aber feststellen, dass der vierte Platz durchaus drin gewesen wäre. Vor allem die Heimniederlagen der Rückrunde gegen die zu diesem Zeitpunkt kriselnden Rostocker, Unterhachinger und Hallenser schmerzen – von den vielen ärgerlichen und wirklich auch unnötigen Niederlagen in der Hinrunde mal ganz zu schweigen. Am Montag allerdings hatten die Kickers auch mal Glück, als in der Nachspielzeit die Latte für sie rettete.

Vorantreiben muss der FC Würzburger Kickers nun dringend die Zukunftsplanungen. Der Wettbewerbsvorteil durch die frühe Klarheit der Klassenzugehörigkeit in der Saison 2019/20 müssen sich Vorstands-Chef Daniel Sauer und seine Mitstreiter zu Nutzen machen. Als „Beschleuniger“ bei den Planungen sollte die Mitteilung des DFB dienen, dass die Kickers die Drittliga-Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten haben. „Allerdings mit ein paar Auflagen“, teilte Nico Eichelbrönner, Pressesprecher des FWK, gestern auf Nachfrage der Fränkischen Nachrichten mit. Vorrangig ginge es dabei um weitere Schallschutzmaßnahmen in der „Flyeralarm-Arena“ am Dallenberg. Bis zum 1. Dezember müsse dort eine weitere Wand errichtet werden, so Eichelbrönner. Finanziell müssten die Kickers allerdings nichts nachbessern.

Dennis Mast verlässt Kickers

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Bei den Kaderplanungen ist Daniel Sauer seit gestern einen Schritt weiter. Dennis Mast wird die „Rothosen“ im Sommer in Richtung Hallescher FC verlassen. Schon am Montag gegen den Karlsruher SC stand er nicht mehr im Kader. Angeblich soll bei Mast auch disziplinarisch etwas vorgefallen sein. Dieses Gerücht ist aber vom Verein nicht bestätigt. Weiter ungeklärt ist das Bleiben der Spieler Patrick Drewes, Hendrik Hansen, Peter Kurzweg, Phil Ofosu-Ayeh, Patrick Göbel, Patrick Sontheimer, Simon Skarlatidis, Enes Küc, Caniggia Elva und Orhan Ademi.

Einigkeit herrschte nicht nur bei den Trainern, sondern auch bei den Fans: Beide Lager protestierten mit Plakaten und kurzen Gesängen gegen die Montagsspiele. Für die Kickers war das vielleicht sogar ein Vorteil, denn sonst demonstrierten die KSC-Fans still – sie feuerten ihre Mannschaft nicht an…

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport