Fußball - Das Spiel gegen den Hamburger SV ist für Kickers-Akteur Frank Ronstadt eine ganz besondere Begegnung Durchbruch bei den anderen „Rothosen“

Von 
Steffen Krapf
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Zuverlässiger Flügelläufer: Für den Hamburger Jungen Frank Ronstadt (links) ist das Spiel der Kickers gegen den HSV ein ganz besonderes. © Frank Scheuring

Eingeschüchtert ist das Tabellenschlusslicht aus Würzburg vor dem Duell mit dem einstigen Bundesliga-Dino Hamburger SV nicht, verrät Frank Ronstadt, dem waschechte Hamburger Jungen im Kickers-Kader: „Wir sehen, dass wir auf jeden Fall auf dem richtigen Weg sind, wir konnten auch gegen die Top-Teams immer mithalten und überzeugen.“ Auch bedingt durch zwei fatale Schiedsrichter-Fehlentscheidung gingen die Kickers dennoch zweimal als Verlierer vom Feld.

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Der Ärger über die Unparteiischen ist aber einigermaßen verflogen. Das Team versucht die Situation für sich zu nutzen. „Wir wollen es allen zeigen. Das ist noch einmal eine Extra-Motivation“, sagt der 23-Jährige: „Natürlich waren wir nach dem Spiel erstmal enttäuscht. Aber am nächsten Tag haben wir die Sache zusammen aufgearbeitet und uns gesagt, dass uns das alles nur stärker macht.“

Als 15-Jähriger wechselte der Deutsch-Ghanaer damals in die Jugend des Hamburger SV, nachdem er zuvor neun Jahre für den Lokalrivalen FC St. Pauli kickte. Großgeworden ist er fußballerisch aber auf dem Aschenplatz im Hamburger Stadtteil Horn. Sein größter Förderer war dabei sein älterer Bruder, der ihn noch heute in der Freizeit ab und an trainiert. „Meiner Familie habe ich das alles zu verdanken“.

Ronstadt ist stolz den Sprung in den Profifußball gepackt zu haben. Beim HSV unterschrieb er als U19-Spieler seinen ersten Profivertrag, durfte dann beim damaligen Bundesligisten mit ins Trainingslager und bei einigen Testspielen ran. Der Durchbruch blieb ihn bei den Hamburger „Rothosen“ aber verwehrt. Als beim HSV mal wieder etliche Trainerwechsel anstanden, riss die Bindung von der U23 zu den Profis zeitweise ab. Ronstadt probierte es dann in der Saison 2018/19 bei der U23 von Werder Bremen. Auch dort schnupperte er bei den Bundesliga-Profis rein. Gereicht hat es auch dort nicht ganz. „Die Chance wäre schon dagewesen“, sagt er selbstkritisch: „Aber meine Leistungen waren damals einfach noch zu schwankend.“

Garant für den Aufstieg

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Die nötige Konstanz, um im Profigeschäft Fuß zu fassen, erreichte er dann nach seinem Wechsel in Würzburg – bei den anderen „Rothosen“. Mit 28 Einsätzen war er einer der Garanten für den Aufstieg in die 2. Bundesliga, meist spielte er als Rechtsverteidiger. Eine Liga höher ist nun alles etwas komplizierter. Für ihn und für die ganze Mannschaft. Auf 13 Einsätze brachte er es bislang in dieser Spielzeit, vier Mal durfte er von Beginn an ran.

Ganz zufrieden kann er damit nicht sein. Im Training möchte er es Coach Bernhard Trares so schwer wie möglich machen, ihn nicht aufzustellen. Auf seiner Hauptposition rechts hinten ist Winterneuzugang Rolf Feltscher allerdings gesetzt, aber Ronstadt ist in der Abwehr und im Mittelfeld flexibel einsetzbar. Beim Test am Montag in Augsburg (1:3, wir berichteten) durfte er als Linksverteidiger ran. „Keiner darf sich aufgeben, jeder wird gebraucht“, betont er.

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In dieser Woche wird er besonders Gas geben. Spiele gegen den HSV sind für ihn speziell. Im Hinspiel, nach seiner Einwechslung im Volksparkstadion, ging für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung: „Ich wollte immer einmal für oder gegen den HSV spielen. Das war unbeschreiblich für mich. Ich war früher ja noch als Balljunge dort im Stadion“, klärt er auf. Das Spiel ging für den FWK mit 1:3 verloren. „Die sind qualitativ einfach auf jeder Position sehr gut besetzt“, findet er, rechnet sich und seinem Team aber für Sonntag trotzdem etwas aus.