Fußball - Nach dem Trainingsauftakt gestern reist Drittligist FC Würzburger Kickers heute in Trainingslager nach Spanien / Testspieler dabei / Zwei können gehen Defensive stärken und Weichen stellen

Von 
Michael Fürst
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Sie haben im Trainingslager in Spanien einiges zu besprechen: Daniel Sauer (rechts), Vorstandsvorsitzender des FC Würzburger Kickers, und Trainer Michael Schiele. Unter anderem geht es um die Vertragsverlängerung des FWK-Coaches. © Frank Scheuring

Sebastian Schuppan war erstaunt: „Was ist denn hier los? Gibt es Glühwein umsonst? So viele waren ja noch nie da“, sagte der Kapitän des FC Würzburger Kickers gestern beim Trainingsauftakt 2020 auf dem Sportgelände der SG Randersacker. Etwa 40 Interessierte weilten am Spielfeldrand, und die hätten wirklich einen Glühwein vertragen können, denn in der Nebelsuppe nahe der Autobahn war es bitterkalt.

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Kalt war es den 34 Teilnehmern des ersten Trainings im neuen Jahr dann schnell nicht mehr. Trainer Michael Schiele nahm seine Jungs gleich mal richtig mit einem Konditionstest ran. Luke Hemmerich und Dave Gnaase schnitten dabei am besten ab. „Es ist wie immer: Einige sind besser drauf, andere nicht“, sagte Fußballlehrer Schiele danach gelassen. Die anschließenden Spielformen fand der 41-Jährige „etwas wild“.

Das ist aber auch nachvollziehbar, schließlich wollen die Spieler, die in der Hinserie nur selten oder gar nicht zum Einsatz kamen, den Arrivierten von Beginn an Dampf machen. Lion Schweers, der Innenverteidiger mit über 100 Drittliga-Spielen, ist so einer. „Er ist zwar erst 23, aber von ihm muss man mehr sehen“, entzündete der Coach gleich den neuen Konkurrenzkampf. Den heizt auch der 20-jährige Leon Bürger weiter an. Der offensive Mittelfeldspieler, der in der ersten Halbserie bei Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig zu keinem Einsatz kam (auch wegen einer Verletzung) fährt mit den Kickers heute ins Trainingslager. „Dort hat er zehn Tage Zeit, sich zu zeigen. Er kann viel mit dem Ball“, sagte Michael Schiele zu dem Testspieler.

Heute um 9.30 Uhr hebt der Flieger in Frankfurt ab; der Kickers-Tross fliegt nach Sevilla. Von dort geht es mit dem Bus ins Trainingslager-Domizil nach Novo Sancti Petri in der Provinz Cádiz. „Vor allem das Defensiv-Verhalten“ will der Trainer dort üben lassen, und das mit gutem Grund: Die Kickers blieben lediglich in einem einzigen der bisher 20 Saisonspiele ohne Gegentreffer (0:0 in Chemnitz).

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Doch auch außerhalb des Trainingsplatzes haben die Verantwortlichen viel Arbeit: 18 Verträge laufen am 30. Juni aus bzw. Leihen enden an diesem Tag – darunter auch der Kontrakt des Trainers. „Wir werden viele Gespräche führen“, kündigte Daniel Sauer, Vorstandsvorsitzender der Kickers-AG, an. „Bis zum 31. Januar kann sich immer einiges tun.“ Dass es zwischen dem FWK und Schiele bereits in Spanien zur Vertragsverlängerung kommt, ist ungewiss, doch der Trainer artikulierte nochmals sein Interesse daran, „dass es weiter geht“. Unter anderem enden auch die Verträge der Stammkräfte Sebastian Schuppan, Fabio Kaufmann und Dave Gnaase.

Dass so viele Akteure auf dem Platz standen, lag daran, dass Spieler aus der Jugend an der Übungseinheit teilnehmen durften. Dagegen war Patrick Breitkreuz nicht dabei. Er fliegt auch nicht mit ins Trainingslager, weil er sich ab sofort einen neuen Verein suchen darf. Ebenso verhält es sich bei Leon Bätge, der gestern aber noch mittrainierte.

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport