Fußball - FC Würzburger Kickers vor nächstem Sonntagsspiel gegen SV Wehen Wiesbaden / Phil Ofosu-Ayeh nach Hansa-Pleite: „Wir wissen, dass wir es besser können“ Beste Offensive der Liga fordert die Rothosen

Von 
Patrick Tittl
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Nach der Pleite gegen Hansa Rostock, hier Caniggia Elva (FC Würzburger Kickers, Mitte) und Cebio Soukou (FC Hansa Rostock, rechts) im Zweikampf, wird’s für die Rothosen nicht leichter: Wiesbaden hat die beste Offensive der Liga. © Frank Scheuring

Erneut muss der FC Würzburger Kickers in der 3. Liga an einem Sonntag ran. Diesmal geht es für die Rothosen am 25. Spieltag um 14 Uhr zum SV Wehen Wiesbaden. Die Hausherren feierten zuletzt fünf Siege in Folge und führen aktuell die Rückrundentabelle an.

Drei Fakten zum Gegner des FC Würzburger Kickers: SV Wehen Wiesbaden

Auszeichnung: Groß war die Freude beim SV Wehen Wiesbaden nach dem Besuch einer externen Expertengruppe , die im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Zertifizierung des Nachwuchsleitungszentrums (NLZ) durchführte. Denn erstmals in der Geschichte des Vereins wurde das NLZ am Wehener Halberg mit einem Stern ausgezeichnet. „Im heutigen Fußballgeschäft wird es immer wichtiger, Talente möglichst früh zu erkennen, sie zu fördern und auszubilden. Insbesondere für einen Drittligisten ist eine solche Auszeichnung alles andere als selbstverständlich und in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen“, freut sich Wehens Sportdirektor Christian Hock über die Auszeichnung. Zudem erhalten die Hessen ab der Saison 2019/20 drei Jahre lang, neben der jährlichen Grundförderung durch den DFB in Höhe von 50 000 Euro, eine zusätzliche Förderung von 25 000 Euro.

Spitzengruppe: Nach einer eher durchwachsenen Hinrunde (7. Platz, 27 Punkte), reitet der SV Wehen Wiesbaden in der Rückrunde der 3. Liga auf einer echten Erfolgswelle. „Wichtig wird jetzt sein, dass wir auch weiterhin unsere Leistung bringen. Aber wir sind noch lang nicht fertig“, beschreibt Wiesbadens Cheftrainer Rüdiger Rehm die aktuelle Entwicklung seiner Mannschaft. Dabei feierte der aktuelle Tabellendritte (42 Punkte) zuletzt fünf Siege in Folge. Auch deshalb beträgt der Abstand auf den Tabellenzweiten aus Karlsruhe nur noch zwei Zähler. Sogar der Tabellenerste VfL Osnabrück scheint mit 48 Zählern wieder in Reichweite. Zum Vergleich: Nach der Hinrunde hatte der SVWW beispielsweise auf den damaligen Tabellendritten KFC Uerdingen schon einen Rückstand von zehn Zählern vorzuweisen. Folgerichtig mahnt Rüdiger Rehm vor den kommenden Aufgaben: „Fußball ist einfach sehr, sehr schnelllebig. Grundsätzlich wollen wir in der Rückrunde einfach mehr Punkte holen, als wir es in der Vorrunde getan haben.“

Leihspieler: Aktuell macht bei der Rehm-Elf gerade Niklas Schmidt auf sich aufmerksam: „Es war meine Entscheidung, den Weg in die 3. Liga zu gehen. Hier in Wiesbaden habe ich die Gelegenheit mich zu entwickeln.“ Der 20-Jährige kam vor der Saison auf Leihbasis für eine Saison von Bundesligist SV Werder Bremen nach Wiesbaden und trumpfte zuletzt als zuverlässiger Vorbereiter auf. Denn in sämtlichen fünf Rückrundenspielen verbuchte der Offensivspieler jeweils eine Torvorlage. Zudem steuerte der gebürtige Kassler in den beiden letzten Partien gegen Braunschweig (3:2) und Unterhaching (2:1) zwei eigene Tore bei. pati

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„Wehen besitzt gerade in der Offensive eine brutale Qualität, die bisher auch den Ausfall von Manuel Schäffler (zehn Tore, Sprunggelenksverletzung, d. Red.) ohne Probleme wegstecken konnte“, analysiert FWK-Cheftrainer Michael Schiele die Hessen. Dagegen mussten die Kickers zuletzt im Heimspiel gegen den F.C. Hansa Rostock (0:2) einen kleinen Dämpfer einstecken.

„Wir wissen, dass wir es besser können. Aber wir haben die ersten drei Spiele gewonnen. Daher müssen wir die Niederlage gegen Rostock einfach abhaken und es gegen Wiesbaden wieder besser machen“, blickt Phil Ofosu-Ayeh auf das Duell gegen den Tabellendritten voraus. Dabei kehren die zuletzt Gelb gesperrten Fabio Kaufmann und Peter Kurzweg aller Voraussicht nach wieder in den Kader zurück. Dagegen wird Ibrahim Hajtic die Partie in der Brita-Arena nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Partie gegen Rostock verpassen. Dave Gnaase, der 22-Jährige, welcher vor der Saison von Zweitligist 1. FC Heidenheim an den Dallenberg gewechselt ist, soll sich durch gute Leistungen in den Blickpunkt höherklassiger Vereine gespielt haben. Allerdings besaßen die Kickers eine Option auf eine einseitige Vertragsverlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags, der jetzt bis 2020 verlängert wurde (siehe weiterer Bericht auf dieser Seite).

So betonte Dave Gnaase in einem Interview mit liga-drei.de: „In Heidenheim hat es für mich einfach nicht mehr gepasst. Hier in Würzburg habe ich vom ersten Tag an – schon seit den ersten Gesprächen – das nötige Vertrauen gespürt und gemerkt, dass ich mich hier weiterentwickeln kann. Daher kann ich bis jetzt ganz klar sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Es ist schön, wieder spielen zu können, auch wenn es eine Liga tiefer ist. Aber das spielt für mich keine Rolle.“

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Mit dem SV Wehen Wiesbaden wartet also nun die beste Offensive der 3. Liga auf die Kickers. Der SVWW erzielte bisher 47 Tore, davon allein zehn Treffer an den ersten vier gespielten Spieltagen im Fußballjahr 2019. Folgerichtig betont Mittelfeldspieler Marcel Titsch Rivero: „Wir wissen, dass wir eine super Qualität haben. Aber wir schauen nur von Spiel zu Spiel und fahren gut damit. Denn wir wissen um unsere Stärken. Daher müssen wir uns auch vor niemandem verstecken, wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, auch wenn die 3. Liga unberechenbar ist. Dementsprechend müssen wir auch gegen Würzburg unser Ding durchziehen.“ Ähnlich beurteilt auch Rüdiger Rehm die Situation: „Natürlich freuen wir uns über die aktuelle Situation. Aber wir dürfen uns jetzt nicht darauf ausruhen.“ Der 40-jährige gebürtige Heilbronner fungiert seit zwei Jahren als Cheftrainer beim SV Wehen Wiesbaden und feierte in dieser Zeit in 78 Drittligaspielen stolze 43 Siege: „Ich weiß, dass der Klub großes Potenzial hat.“

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