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Fußball - Hoffenheim springt in der Bundesliga-Tabelle durch das 3:1 gegen Augsburg auf Champions-League-Platz drei

Nicht nur bei Raum lebt ein Traum

Von 
Florian Huber
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Sinsheim. Viele Köpfe konnten gar nicht hochgehen zu den zwei Video-Wänden in der fast verwaisten Sinsheimer Arena. Umso eindringlicher kam der Appell des Hoffenheimer Stadionsprechers daher, als am Samstag um kurz vor 17.30 Uhr die aktuelle Bundesliga-Tabelle eingeblendet wurde: „Freunde, schaut auf die Leinwand!“ Das Tableau nach 18 Spieltagen ist schließlich großes Hoffenheimer Kino, nach dem 3:1 (2:1) gegen den FC Augsburg steht die TSG 1899 Hoffenheim auf Rang drei. Einen erreichte Mike Diehl jedoch nicht: „Ich schaue während der Saison gar nicht auf die Tabelle. Diese ganze Rechnerei bringt ja gar nichts“, sagte Linksverteidiger David Raum.

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Bebou selbstbewusst

Träumen statt rechnen, das ist die Devise des Hoffenheimer Durchstarters, der mit der Vorlage zum 1:1 und dem Tor zum 3:1 glänzte. Der 23-Jährige präsentierte nach seinem Torlieber sein neuestes Tattoo, weshalb er seinen Trikotausschnitt kurz nach unten zog: „Living the dream“ ist da jetzt zu lesen. Ein Motto, das gerade nicht nur auf den Sommer-Neuzugang zutrifft, der es innerhalb von wenigen Wochen vom Zweitligakicker zum Nationalspieler gebracht hat. Es gilt auch für Torjäger Ihlas Bebou, der schon zum dritten Mal in dieser Saison mindestens doppelt in einem Bundesligaspiel traf – und natürlich lässt auch der Platz im aktuellen Liga-Ranking Träume reifen.

Die Stimmung ist gut bei der TSG: Georginio Rutter (l.) und Torschütze David Raum feiern den 3:1-Erfolg gegen den FC Augsburg am Bild: PIX © Samstagnachmittag.

„Diese Position wollen wir nicht mehr hergeben“, sagt Stürmer Ihlas Bebou über Rang drei, der am Ende der Saison das Ticket in die Champions League bedeutet. „Es ist immer noch ein Moment, aber es ist eine Bestätigung für einen guten Weg, den wir eingeschlagen haben“, meinte Trainer Sebastian Hoeneß – und hätte als Gast im Sonntags-Fußballstammtisch mit seinem nächsten Satz das Phrasenschwein gefüttert: „Wir können uns nichts kaufen für einen dritten Platz nach 18 Spieltagen.“ Aber vielleicht nach 34 Spieltagen.

Heißt es dann, den Champions- League-Traum zu erleben? Die Konkurrenz sieht das Hoffenheimer Potenzial, dass aus der Momentaufnahme ein Dauerzustand wird: „Die stehen nicht umsonst da oben, die Hoffenheimer. Sie sind richtig gut besetzt. Es ist ihnen natürlich zuzutrauen, dass sie da oben bleiben“, sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter am Samstagabend im Hoffenheimer Presseraum. Was ihn beeindruckt? „Dass eine spielstarke Mannschaft so viel läuft, mit so vielen Sprints“, sagte der Weltmeister von 1990: „Kramaric, Geiger und Baumgartner, die spielen das richtig gut, die lassen den Ball immer direkt klatschen.“

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Die Hoffenheimer zeichnet zudem eine große Resilienz aus. Rückschläge, Rückstände? Das kümmert dieses Team voller Widerstandskräfte aktuell nicht. Das zeigte sich deutlich nachdem zurecht aberkannten 1:0 in der ersten Minute (Handspiel Munas Dabbur) und dem frühen 0:1 in der 5. Minute durch den Ex-Hoffenheimer Michael Gregoritsch. „Es war enorm wichtig, das Gefühl des guten Spielens in etwas Zählbares umzumünzen“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß über die zwei Tore von Ihlas Bebou zum 1:1 (38.) und 2:1 (44.), die über links und rechts herausgespielt wurden.

Schweres Programm steht an

Einziger Kritikpunkt: Die Kraichgauer versäumten es, in Durchgang zwei frühzeitig das dritte Tor nachzulegen, erst nach dem 3:1 von David Raum in der Nachspielzeit war der sechste Heimsieg in den vergangenen sieben Heimspielen perfekt.

In den nächsten drei Spielen warten andere Kaliber, direkte Europa-Konkurrenz: Nächsten Samstag geht es zum Tabellensechsten Union Berlin, dann kommt der SC Freiburg (4.) zum Pokal-Achtelfinale , ehe am 22. Januar der BVB (2.) in Sinsheim gastiert. Ob Stadionsprecher Mike Diehl dann nach Schlusspfiff immer noch fordert: „Freunde, schaut auf die Leinwand!“?

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