Fußball - Der Auftritt beim 1:2 gegen Augsburg passt zu einer durch und durch missratenen TSG-Spielzeit

Hoffenheim in der Abwärtsspirale

Von 
Patrick Reichardt, Martin Moravec
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Am Boden: Hoffenheims Abwehrspieler Kevin Vogt sitzt nach der Niederlage in Augsburg enttäuscht auf dem Rasen. © dpa

Augsburg. Für eine Saison mit 13 Punkten Rückstand auf Europa und Pokal-Niederlagen gegen die krassen Außenseiter Molde und Fürth ist es um Trainer Sebastian Hoeneß erstaunlich ruhig. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr musste der Niederländer Alfred Schreuder bei der TSG 1899 Hoffenheim mit wesentlich besserer Punkteausbeute und auf Platz sieben kurz vor Saisonende gehen. Die Kraichgauer erreichten danach mit einem Interims-Trainerteam Europa und holten Hoeneß für die kommende Spielzeit, in der Hoffnung auf Besserung.

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13. Saison-Niederlage

Und auch wenn sich Sportchef Alexander Rosen demonstrativ und immer wieder für den Neffen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß stark macht: so wirklich viel ist nicht besser geworden in dieser Spielzeit. Das verdiente 1:2 (0:2) beim FC Augsburg am Samstag war bereits die 13. Saison-Niederlage, dazu kommen 47 Gegentore und das Verpassen aller selbstgesteckten Ziele im DFB-Pokal sowie in der maßgeblich unter Schreuder erspielten Europa League. „Wir bekommen zu einfach Gegentore. Wir sind in einer Situation, wo wir auch auf andere Mannschaften und die anderen schauen müssen. Das nervt“, schimpfte Torwart Oliver Baumann, der von seinen Teamkollegen beim schwachen Auftritt beim FCA mal wieder alleingelassen wurde. Hatte man vor den Spielen gegen Stuttgart (0:2), Mainz (1:2) und Augsburg gehofft, nochmal oben ranrücken zu können, lautet die Realität nun: Europa ist außer Sichtweite, dafür ist die Abstiegszone nur noch sieben Punkte entfernt.

Coach Hoeneß, der in dieser Spielzeit mit zahlreichen Verletzungen und Corona-Fällen eine schwierige Situation zu moderieren hatte, ist unzufrieden. „Es war zu wenig Kommunikation auf dem Platz. Das sind menschliche Reaktionen, aber es sind Reaktionen, die da nicht helfen“, sagte der 38-Jährige. Die Partie am Samstag, bei der Ruben Vargas und André Hahn für Augsburg sowie Robert Skov für Hoffenheim trafen, bestätigte mal wieder: Hoeneß’ beständigster Begleiter in der laufenden Saison ist die Unbeständigkeit.

Der Blick auf Rivalen weiter unten in der Tabelle sei nicht der Anspruch, „aber im Moment ist es so“, sagte Baumann zur Lage der TSG. „Es ist erschreckend und macht mir ein bisschen Sorge.“ In den kommenden Wochen warten für die TSG mit Spielen gegen Leverkusen, in Leipzig und gegen Gladbach weitere harte Aufgaben, in denen eine Fortsetzung der Abwärtsspirale droht.

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Schwache Offensive

Wichtig für Hoeneß und Co. wird sein, dass die am Samstag fehlenden Angreifer Andrej Kramaric, Sargis Adamyan und Munas Dabbur schnell zurückkommen. In Augsburg war der Angriff der Kraichgauer viel zu statisch, einzig der formstarke und dynamische Ihlas Bebou überzeugte einmal mehr.