Tischtennis - In sämtlichen Ligen Baden-Württembergs wird der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt / Es gibt keine Auf- und Absteiger Nur Resultate einzelner Spieler gewertet

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Hans-Peter Wagner
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An den Tischtennisplatten in Baden-Württemberg sind in der Saison 2020/21 keine Spieler mehr zu sehen. Die Saison ist mit sofortiger Wirkung abgebrochen. © Hans-Peter Wagner

Der Punktspielbetrieb in allen Spielklassen des Badischen und des Württembergischen Tischtennis-Verbandes wird für die Saison 2020/21 mit sofortiger Wirkung abgebrochen. So lautet die aktuelle Beschlussfassung des zuständigen Entscheidungsgremiums. Diese Entscheidung umfasst alle Verbands- und Bezirksspielklassen. Dazu TTBW-Präsident Rainer Franke: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir noch einmal spielen.“ Jedoch scheitert der TTBW an den Realitäten, ebenso wie die großen Landesverbände in Bayern und Hessen.

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Die Tischtennis-Saison 2020/21 begann wie üblich im September 2020, nach den Sommerferien. Unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte konnten der Trainingsbetrieb sowie Begegnungen in allen Spielklassen gemäß der jeweiligen Terminpläne stattfinden. Aufgrund Corona-bedingter Regelungen wurde der Sportbetrieb in der zweiten Hälfte des Oktobers 2020 ausgesetzt. Seither ließen die Rahmenbedingungen keine Wiederaufnahme zu.

Das vom erweiterten Vorstand des Badischen Tischtennis-Verbandes hält die Fortsetzung des Spielbetriebes wegen der Verlängerung des Lockdowns und den weiterhin ungeklärten Hallenöffnungen sowie der geringen verbleibenden Anzahl an Terminen für den Mannschaftsspielbetrieb für nicht möglich und hat mithin sehr einschneidende Entscheidungen getroffen. Die Festlegungen sind sofort gültig.

So wird der Punktspielbetrieb sowohl im Erwachsenen- als auch im Nachwuchsbereich in allen Spiel-klassen des Verbandes mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Die Saison wird für alle diese Spielklassen für ungültig erklärt. Alle Mannschaften erhalten für die neue Runde das Startrecht in ihrer bisherigen Spielklasse. Dies gilt auch für Mannschaften, die in der „ungültigen Saison“ nach Abschluss der Spielklasseneinteilung zurückgezogen oder gestrichen wurden. Es gibt weder Aufsteiger noch Absteiger.

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Einsätze und Resultate einzelner Spieler werden nicht für ungültig erklärt und deshalb sowohl für die Berechnung der TTR-Werte wie auch für die Ermittlung der Stammspielereigenschaft herangezogen. Ein Reservespielerstatus wird wie im Dezember 2020 auch im Juni 2021 nicht neu vergeben.

Bezüglich des Pokalspielbetriebes wurde entscheiden, dass Regions- und Verbandspokal nicht statt-finden. Diese beiden Wettbewerbe werden ersatzlos gestrichen. Über die Fortsetzung der Bezirkspokale wird später entschieden. Hierbei wird die Unterbrechung des Spielbetriebes bis 31. März verlängert.

Ranglistenturniere entfallen

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Weiterführende Veranstaltungen mit Individualwettbewerben auf Bezirksebene wie Meisterschaften, Ranglisten- und Qualifikationsturniere der Bezirke finden in der Spielzeit 2020/21 in keiner Altersgruppe mehr statt. Veranstaltungen oberhalb der Bezirksebene sollen nach Möglichkeit durchgeführt und hierzu gegebenenfalls terminlich verschoben werden.

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Training ist auf Grund der aktuellen Vorgaben durch die Corona-Verordnungen zum Leidwesen der Tischtennisspieler aller Altersklassen momentan nicht möglich. Bezüglich der Sporthallen sind stets die Vorgaben der jeweiligen Gemeinden zu beachten. Sofern die Inzidenzzahlen weiter zurückgehen, die Gesundheits- und Landratsämter entsprechend neue Regelungen treffen und die Kommunen die Trainingsstätten wieder öffnen, kann unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden.

Dem vom Badischen Tischtennis-Verband an die Vereine zugeschickten Beschlüssen sind Gedanken an eine sportlich bessere Zukunft angefügt. Sobald es die Rahmenbedingungen zuließen, so wolle man als Wiederbelebungsmaßnahme für die Sportart Zusatzangebote für die Sommerzeit anbieten. Gedacht werde dabei unter anderem an ein „Baden Race“ mit diversen Turnieren, eventuell an ein Nachholen der Bezirksmeisterschaften oder an Veranstaltungen wie den „Tauberpokal“, der im Tischtennisbezirk Tauberbischofsheim eine jahrzehntelange Tradition hat.

Verantwortliche des Tischtennisbezirks Tauberbischofsheim bezogen zu der neuen Sachlage Stellung. Bezirksvorsitzender Thomas Henninger findet den Abbruch des Punktspielbetriebs für die Saison 2020/21 „sportlich schade, aber nachvollziehbar“. Nun gelte es, die weitere Entwicklung abzuwarten auch hinsichtlich der Entscheidungen der einzelnen Kommunen bei den Hallen. Henninger ergänzte, man müsse die Situation aussitzen, bis im Tischtennisbezirk wieder eigene Entscheidungen getroffen werden könnten.

Marcel Münkel, Bezirksjugendwart für den Spielbetrieb, richtete den Fokus auf die Frage, ob dem Tischtennissport durch die lange Pause Nachwuchsspieler verloren gingen. Diese Möglichkeit bestehe sicherlich. Er habe jedoch die Hoffnung, so Münkel, dass sich die Vereine im Bezirk durch die lange Pause nicht entmutigen ließen und die Spieler mit neuer Motivation in die Hallen zurückkehrten, sobald dies wieder möglich sei.

Josef Arnold, Sportwart im Tischtennisbezirk Tauberbischofsheim, sagte, in Anbetracht der Corona-Pandemie mit noch hohen Infektionszahlen und aggressiven Mutationen halte er den Abbruch der Tischtennis-Saison 2020/21 für die richtige Entscheidung. Es sei derzeit noch nicht abzusehen, wann ein normaler Trainings- und Spielbetrieb wieder möglich sein werde. Arnold unterstrich, er sehe der nächsten Tischtennis-Saison 2021/22 optimistisch entgegen.