Hohenlohekreis - Neues Testfeld für Satellitenempfänger in Hermuthausen bestimmt Künftig wieder genaue Testmessungen möglich

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Gerald Bär und Werner Junger (LGL) mit Satellitenempfänger auf dem Testfeld bei Hermuthausen. © Landratsamt

Hermuthausen. Im öffentlichen und privaten Vermessungswesen ersetzt die Satellitenmesstechnik zunehmend die bisherigen, so genannten terrestrischen Verfahren. Auch im Vermessungsamt des Landwirtschaftsamtes des Hohenlohekreises wird mittlerweile für Gebäudeaufnahmen, Grenzpunktbestimmungen und sonstige Absteckungs- und Aufnahmeverfahren überwiegend Satellitenmesstechnik eingesetzt.

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„Damit wir aber die für unsere Liegenschafts- und Ingenieurvermessungen erforderliche Koordinatengenauigkeit von einem bis zwei cm garantieren können, ist es erforderlich, dass die bei uns eingesetzten Satellitenempfänger regelmäßig auf einem Testfeld oder im Messlabor überprüft werden“ betont Gerald Bär, Amtsleiter des Vermessungsamtes. Für die Überprüfung dieser Geräte wurden vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) sieben Testfelder in Baden-Württemberg eingerichtet, die auch von dort betreut werden. Eines dieser Testfelder befindet sich in Kupferzell. Allerdings gab es bei Messungen auf diesem Testfeld in den vergangenen Jahren immer wieder Ungenauigkeiten, deren Ursache letztendlich nicht geklärt werden konnte.

Deshalb entschloss sich das LGL, dieses Prüffeld zu ersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt wurde nun ein neues Testfeld auf einem Feldweg in Hermuthausen erstellt.

Voraussetzung für die örtliche Festlegung war, dass dieses Prüffeld jederzeit frei zugänglich und auch für die benachbarten Vermessungsämter in Tauberbischofsheim und Schwäbisch Hall gut erreichbar ist. Weiterhin dürfen im Umfeld keine reflektierenden Flächen und Strahlungsquellen wie Hochspannungsleitungen, Sender oder Richtfunk vorhanden sein, da diese die empfangenen Satellitensignale stören oder verfälschen können. Um möglichst viele Satelliten empfangen zu können, sollte zudem der Horizont möglichst abschattungsfrei sein und nicht durch Bebauung oder Bewuchs beeinträchtigt sein. Auch die Verbindung ins Mobilfunknetz (D1, D2) muss kontinuierlich gewährleistet sein.

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Ende Februar erfolgte dann die Messkampagne durch das LGL, bei der die lage- und höhenmäßigen Koordinatensollwerte der Prüfpunkte gemessen wurden.

„Hierzu führen wir präzise Langzeitmessungen mit den amerikanischen (GPS), russischen (GLONASS) und den europäischen (GALILEO) Satelliten durch“, erläutert Werner Junger vom LGL.

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Über einen Zeitraum von sechs Stunden werden auf den einzelnen Prüfpunkten die Signale von bis zu 30 Satelliten gleichzeitig empfangen. Im so genannten „postprocessing“ werden nun in den nächsten Wochen beim LGL in Karlsruhe die empfangenen Messsignale ausgewertet und die Punktlage der Prüfpunkte millimetergenau bestimmt. „Dann wird es wieder möglich sein, unsere Satellitenempfänger hinsichtlich ihrer Genauigkeit auf einem hochgenauen Messfeld zu prüfen“, freut sich Gerald Bär.