Handball - Der Wechsel von Rimpar nach Ludwigshafen soll der nächste Schritt in der Laufbahn sein / Michael Schulz steht als weiterer Abgang fest Offiziell: Ceven Klatt flattert nach der Saison zu den „Eulen“

Von 
Steffen Krapf
Lesedauer: 

Der Paukenschlag im „Wolfsrevier“ hat sich seit einigen Tagen angekündigt. Nun ist es offiziell: Rimpars Trainer Ceven Klatt wird den Handball-Zweitligisten nach dieser Saison, nach dann zwei Jahren im Amt, in Richtung des abstiegsbedrohten Bundesligisten Eulen Ludwigshafen verlassen. Der Vertrag des 37-Jährigen, der im Sommer 2019 die Nachfolge von Matthias Obinger an der Seitenlinie der Wölfe antrat, wäre eigentlich noch bis 2022 gelaufen. Die Klubs konnten nun allerdings Einigkeit über einen Wechsel zur kommenden Spielzeit erzielen. Damit bestätigen sich Recherchen und Meldungen dieser Zeitung (wir berichteten).

Er peitscht bald die „Eulen“ an: Ceven Klatt verlässt Rimpar. © Scheuring
AdUnit urban-intext1

„Ich möchte mich zuerst bei den Verantwortlichen bedanken, hier insbesondere bei Roland Sauer, mir diese Chance zu ermöglichen“, wird Ceven Klatt in der Pressemitteilung des Vereins zitiert: „Es ist mit Sicherheit keine Entscheidung gegen Rimpar, sondern eine Entscheidung für die Chance den nächsten Schritt in meiner Laufbahn zu machen.“ Roland Sauer, Geschäftsführer der DJK Rimpar Wölfe bedauert den vorzeitigen Abgang Klatts, dem nun bereits zweiten Trainer, der von Rimpar aus zu einem Bundesligisten wechselt. 2015 nutzte Jens Bürkle das Sprungbrett bei den Unterfranken zu einem Wechsel zu Erstligist TSV Hannover-Burgdorf.

Bei den „Eulen“ erhält der gebürtige Brandenburger Klatt einen Zwei-Jahres-Vertrag. Ob er dann tatsächlich zum Bundesliga-Trainer aufsteigt, steht noch auf wackeligen Beinen. In ihrem dritten Bundesliga-Jahr in Folge stehen die Ludwigshafener derzeit auf einem Abstiegsplatz. „Aber jetzt und im nächsten halben Jahr gilt mein ganzer Fokus den Wölfen, um hier weiter erfolgreich zu arbeiten“, kündigt Klatt an. Weiter, nach der kurzen Winterpause, geht es für die DJK bereits am Samstag und am kommenden Mittwoch mit den Nachholspielen gegen Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck (Samstag, 19.30 Uhr) und TuS Ferndorf (Mittwoch, 20 Uhr).

Gut gerüstet

Klatt sieht sein Team, trotz der nur dreiwöchigen Trainingsvorbereitung, gut gerüstet. Im einzigen Test in der Winterpause schlugen sich die Rimparer bei der 26:28-Niederlage gegen den durch WM-Abstellungen etwas ersatzgeschwächten Erstligisten HC Erlangen achtbar. Beim Jahresauftakt vermutlich nicht zur Verfügung stehen werden Julian Sauer, Lukas Siegler und Yonatan Dayan. Zurück sind dagegen die im Dezember mit Corona infizierten Patrick Schmidt, Andreas Wieser und Valentin Neagu. „Die drei sind alle wieder bei vollen Kräften“, berichtet Klatt. Ein Risiko wollte man die Spieler Ende des letzten Jahres nicht aussetzen, als noch die Begegnung in Hamburg nach deren 14-tägiger Quarantäne anstand. Die Spieler wurde gründlich an Herz und Lunge untersucht, ehe die Freigabe der Ärzte und die schrittweise Eingliederung ins Training erfolgte. „Die sind jetzt wieder bei Hundertprozent“, vermeldet Klatt: „Wir haben ihnen Zeit gelassen und so denke ich im Sinne der Gesundheit unserer Spieler gehandelt.“

AdUnit urban-intext2

Weitere Corona-Fälle in der 2. Bundesliga sind freilich nicht ausgeschlossen. Ceven Klatt sieht eine unveränderte Situation zum Dezember in der Liga. Im verzerrten Tabellenbild, durch die vielen Spielabsagen, steht Rimpar derzeit auf Platz zehn. „Wir tun gut daran, jetzt erstmal von Spiel zu Spiel zu gucken und uns durch die Situation nicht verrückt machen lassen. Wir müssen die Situation sowieso so nehmen, wie sie kommt.“ Eine Aussage, die sich wohl gerade auch Wölfe-“Macher“ Roland Sauer unfreiwillig auf die Fahnen schreiben muss.

Neben der Trainer-Personalie, musste der Klub am Dienstag noch einen weiteren Abgang zur neuen Saison vermelden. Kreisspieler Michael Schulz wird nach drei Jahren in Rimpar ebenfalls eine neue Herausforderung suchen. Der 24-Jährige wechselt zum Ligarivalen HC Elbflorenz Dresden.