Handball - Rimpar verliert erneut daheim / Neuer Trainer da? Klatt vom Klassenerhalt überzeugt

Von 
Steffen Krapf
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Ein bisschen war das Heimspiel der DJK Rimpar Wölfe in der 2. Handball-Bundesliga am Samstagabend gegen den EHV Aue ein Abziehbild von der Partie drei Tage zuvor – an gleicher Ort und Stelle – gegen die HSG Konstanz. Wieder jubelten nach Abpfiff die Gäste später dröhnte aus der Gästekabine laute Partymusi. Bei den Rimparern blickte man nach 60 Minuten kampfbetonten und nicht immer guten Zweitliga-Handball erneut in enttäuschte und unzufriedene Gesichter.

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Hat am Mittwoch noch ein Wechselfehler den Ausschlag für die 24:25-Niederlage gegen Konstanz gegeben, war es gegen Aue eine katastrophale Abschlussschwäche. 24 Fehlwürfe leistete sich die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt. Bei vielen Würfen scheiterten die Spieler völlig freistehend. Insbesondere im zweiten Durchgang schien das Tor der Sachsen wie vernagelt. Aues Anadin Suljakovic, Nationaltorhüter des Emirat Katar, erwischte einen absoluten „Sahnetag“, mit 14 Paraden und einer herausragenden Quote von 70 Prozent gehaltener Bällen.

Nach dem 11:12-Halbzeitstand erzielten die Unterfranken in den zweiten 30 Minuten nur noch fünf Treffer und verloren die Begegnung letztlich verdient mit 16:19. Kapitän Patrick Schmidt sah kurz vor dem Ende der Partie noch die Rote Karte, nach dem er einen Siebenmeter an den Kopf von Suljakovic warf. Zumindest mit der Abwehrarbeit seiner Mannschaft war Rimpars Cheftrainer Ceven Klatt durchaus zufrieden. „Aber mit 24 Fehlwürfen werden wir in der 2. Liga kein Spiel gewinnen. Da müssen wir uns einfach verbessern“, so der 37-Jährige.

Woran die Ladehemmung genau lag, konnte er sich direkt nach Abpfiff auch nicht recht erklären. „Vielleicht fehlen den Jungs in solchen Phasen auch einfach die Zuschauer, dass sie noch einmal einen Push bekommen.“ Die Fans werden aber auch in absehbarer Zeit nicht in die Halle dürfen. Die Mannschaft muss sich also aus eigenen Kräften aus dem jüngsten Abwärtstrend herausarbeiten. „Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen jetzt nicht auf die Tabelle gucken“, erklärt Klatt. Durch die dritte Niederlage in Serie verringerte sich der Vorsprung auf die Abstiegsränge zwar auf nur noch drei Punkte, bis Platz acht sind es aber ebenso nur drei Punkte, betont Klatt. „Da passiert nichts“, ist er sich sicher: „Wir müssen einfach weitermachen und Punkte holen. Das wäre auch heute wieder mehr als möglich gewesen.“

Sieglers Comeback

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Erfreulich war das Comeback von Rückraumspieler Lukas Siegler, der erstmals nach knapp einem Jahr zurück aus seiner Verletzung, wieder auf dem Spielfeld stand. Der Trainer freute sich für seinen Schützling und attestierte ihm ein „ordentliches Spiel in der Abwehr“. Sukzessive soll der 24-Jährige nun weiter herangeführt werden.

Die „Heimspielwoche“ abschließen werden die Rimparer am Dienstag gegen den Tabellensechsten Bayer Dormagen – dem mutmaßlich stärksten Gegner der drei Heimbegegnungen in Serie. Einen Sieg hält Coach Klatt trotzdem für möglich. „Es ist nicht so, dass wir Angst vor Dormagen haben müssten.“

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Ein anderes großes Thema im Klub ist die Frage, wer im Sommer die Nachfolge von Ceven Klatt, der zum Bundesligisten Eulen Ludwigshafen wechselt, antritt. Roland Sauer kündigte am Rande des Spieltags an, dass der neue Trainer vermutlich am Montag vorgestellt wird. Zuletzt sollen sich noch zwei Kandidaten im engeren Kreis befunden haben. Zuvor wurden dem Verein viele Trainer angeboten. „Eins, zwei Dinge“ gebe es noch zu klären, so der Geschäftsführer der Wölfe. Wichtig war bei der Auswahl, dass der künftige Trainer junge Spieler entwickeln kann.