Handball - Couragierte und gleichzeitig abgeklärte Leistung führt in Leipzig zu einem 28:22-Erfolg Kirchzell hat weiter alles selbst in der Hand

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SG LVB Leipzig - TV Kirchzell 22:28 (12:16)

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Kirchzell: Jörg, Vöhringer; Baier 5, Klimmer 2, Bauer 3, Gläser, Stark 3, Kunz 7/5, Orlovsky, Corak 4, Göpfert 3, Liebald, Häufglöckner 1.

Mit einer couragierten, aber ebenso abgeklärten Leistung erkämpfte sich der TV Kirchzell einen unglaublich wichtigen und in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten 28:22 (16:12)-Auswärtssieg bei der SG LVB Leipzig. Im Abstiegskampf haben die Odenwälder nun weiter alles in eigener Hand.

Die 560 Zuschauer in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße rieben sich verwundert die Augen. Die Leipziger Anhänger genauso wie die sechs angereisten Fans aus dem Odenwald. Nach einer ausgeglichenen Startphase setzte sich Außenseiter Kirchzell Stück für Stück vom Tabellensechsten ab und führte bis zur Mitte der zweiten Hälfte sogar mit 12 Toren. Trotz der Siege der Konkurrenz aus Gelnhausen und Baunatal verteidigt der TVK somit seinen zwölften Tabellenplatz.

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Von Beginn an überzeugte Kirchzell mit einem recht variablen Angriffsspiel. Leipzig verteidigte ungewohnt offensiv, stellte die Deckung nach den ersten Gegentoren aber schnell wieder um. Auch die Kirchzeller Abwehr stand nicht schlecht, produzierte aber einige individueller Fehler. "Im Spiel sechs gegen sechs hatten wir sie eigentlich im Griff. Leipzig hat nur jeden unserer Fehler per Gegenstoß bestraft. Aber wir sind dann etwas bewusster mit den Situationen umgegangen und kamen so besser zurecht", erinnert sich TVK-Trainer Gottfried Kunz an die Probleme der Startphase.

Beim 7:6 führte Leipzig zum ersten und letzten Mal in diesem Spiel. Dann aber zog Kirchzelle bis auf 11:7 davon. Die Sachsen verkürzten zwischendurch zwar noch einmal, doch bis zur Pause hatte Kirchzell den alten Abstand wieder hergestellt. Vor allem die beiden Linkshänder Philipp Baier und Lucas Bauer zeigten sich kurz vor dem Wechsel recht treffsicher.

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Auch nach Wiederbeginn sorgte die rechte Seite für die ersten Tore. Bauer markierte aus dem Rückraum das 17:12 und kurz darauf erhöhte Youngster Lukas Häufglöckner per Gegenstoß auf 18:12. "In der Pause haben wir besprochen, dass die ersten Momente entscheidend sein werden, wo die Reise hingeht. Man kann das nicht immer planen, wir haben das gut gemacht und die Gunst der Stunde genutzt", so Gottfried Kunz.

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Leipzig war sichtlich überfordert mit diesem Rückstand, agierte hektisch und produzierte Fehler. Kirchzell spürte immer mehr, das eine Überraschung möglich ist und ließ keinen Millimeter nach. Vor allem Torwart Hanno Vöhringer steigerte sich hinein und verteidigte mit seinen Paraden den Vorsprung. Mit diesem Selbstvertrauen spielte sich Kirchzell in einen Lauf und distanzierte die Sachsen immer weiter. Als Mario Stark in der 48. Minute das 14:26 erzielte, war das Spiel gelaufen.

"Das war eine fantastische geschlossene Mannschaftsleistung. Mit diesem Sieg haben wir weiter alles in der eigenen Hand. Aber wir müssen nächste Woche unbedingt unser Heimspiel gegen Auerbach gewinnen", so Kunz. aku