Handball - Pokal-Final-Four in Buchen mit kleinen Überraschungen und den erwarteten Siegern / Voll besetzte Sport- und Spielhalle mit jeder Menge Stimmung Hardheim schreibt Pokal-Geschichte

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pk
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Im Finale des letzten Pokal-Final-Fours im Handballkreis wurde der große Badenliga-Favorit seiner Rolle am Ende gerecht: Nach einem frühen, hohen Rückstand verlor der TSV Buchen gegen den souveränen Turniersieger TV Hardheim mit 20:33. © TSV Buchen

Der letzte Pokal des Handballkreises sollte es sein. Ein letztes Mal spielte der Handballkreis Tauberbischofsheim/Buchen, der mittlerweile Neckartal-Odenwald heißt und im Rahmen der großen Strukturreform endgültig aufgelöst wird, seinen Kreispokal aus. Ab der kommenden Saison geht es im Pokal dann gegen Teams aus der Rhein-Neckar-Region.

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Bereits seit einiger Zeit und auf Drängen der Vereine gab es eine Format-Änderung, so dass die Teams unterhalb der Verbandsliga ein Qualifikationsturnier während der Saisonvorbereitung spielen. Der Gewinner sichert sich die Turnierausrichtung. Der TSV Buchen gewann dieses Turnier bereits im September souverän, und somit fand das Pokal Final Four zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren in Buchen statt. Das Los entschied dann über die Halbfinalpaarungen.

Buchen eröffnete somit gegen die Verbandsligisten aus Dittigheim/TBB. Die Favoritenrolle war schon allein durch die Ansetzung klar verteilt. Die durchaus mit Ambitionen in die Verbandsligarunde gestarteten Coaching-Brüder Keupp finden sich aktuell mit Ihrem Team im unteren Drittel der Tabelle wieder. Der Kader strotzt jedoch vor individueller Klasse und Erfahrung. Die Partie startete ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Buchen. Nach gut 20 Minuten der verkürzten Spielzeit sorgte Janik Weis mit einem lupenreinen Dreierpack für den ersten Vier-Tore-Vorsprung und den 9:5-Halbzeitstand. Auch nach der Halbzeit lief die Angriffsmaschinerie der Buchener weiter reibungslos. Die Defensive des TSV mit Fabian Nirmaier dahinter zeigte sich ebenfalls von ihrer besseren Seite, so dass auch die Versuche der HSG, mit einem zusätzlichen Feldspieler und „Empty-Goal“ zum Torerfolg zu kommen, vom TSV entschärft wurden. Am Ende hielt man die Gäste aus dem Taubertal bei 14 Treffern und feierte durch 20 eigene Tore den Finaleinzug.

Der Finalgegner für den TSV Buchen wurde in der zweiten Partie zwischen der HA Neckarelz und dem TV Hardheim ausgespielt. Hier war die Favoritenrolle noch klarer und eine weitere Überraschung wie im ersten Spiel noch weiter entfernt. Nach gutem Start und 1:3-Führung verloren die TV-Badenligisten ihre Linie. Die Neckarelzer mit ihrem großen Rückhalt Tobi Rüdele zwischen den Pfosten spielten konsequent mit und kitzelten den großen Favoriten. Wer erst zur Halbzeit dieses Spiels in die Halle kam, musste sich verwundert die Augen reiben. Nach sehr starken 25 Minuten führten die klaren Underdogs aus Neckarelz tatsächlich mit 15:12. Doch der Favorit startete hellwach in den zweiten Durchgang, und die Geschichte dieser zweiten Halbzeit war dann schnell erzählt. Den Piranhas aus Neckarelz kam der Appetit abhanden. Der TV Hardheim rückte, angetrieben von Philipp Ohlhaut und Robin Steinbach, die Verhältnisse wieder zurecht. Am Ende war es ein standesgemäßer Sieg für den TV Hardheim, ohne dass sich die HA Neckarelz unter Wert verkauft hätte.

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Bevor dann das Männerfinale stattfand, ging es natürlich auch um den letzten Damenkreispokal. Hier standen sich nach bereits ausgespielten Halbfinals die HSG Taubertal und die HG Königshofen/Sachsenflur gegenüber. Badenliga in Königshofen „rot“ und Bezirksliga in Taubertal „weiß“. Aber auch hier wussten die klassenschlechteren Mädels aus dem Taubertal von Beginn an zu überzeugen. Es dauerte fast bis zum Ende der ersten Halbzeit, ehe die favorisierten Damen aus Königshofen in Führung gehen konnten. Mit Beginn der zweiten Halbzeit setzte sich dann die individuelle Klasse des Teams aus Königshofen durch. Viele Ballverluste und somit Kontermöglichkeiten für Königshofen gaben am Ende den Ausschlag für den Pokalsieg der Badenliga-Mädels. Mit Catharina Henn avancierte ein Buchener Eigengewächs zur Topscorerin im Damenfinale für die HG.

Im Herrenfinale kam es dann zum Duell zwischen Hardheim und dem TSV Buchen. Dass der Favorit klar der TV Hardheim war, stand sowieso außer Frage. Mit vielen Ballverlusten und etwas kraftlosen Abschlüssen lud man die Hardheimer dann zu ihrer starken zweiten Welle geradezu ein. Jeder Torwurf, der sein Ziel verfehlte, wurde vom TVH direkt in ein Gegentor umgemünzt, was zu einem frühen, hohen Rückstand führte. Zur Halbzeit war dann die Messe quasi gelesen – Spielstand 8:19. Der TSV zeigte sich jetzt etwas munterer und kam langsam wieder ins Spielen. Einige schöne Aktionen sorgten noch für ein Raunen auf den immer noch gut besetzten Rängen. Mit 20:33 war es am Ende wieder ein standesgemäßer Sieg der Hardheimer und ein Eintrag in die Geschichtsbücher als letzter Pokalsieger des Handballkreises.

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Trotz harter Konkurrenz auf dem Feld war die Stimmung in der Halle den ganzen Tag über bestens, und alles in allem machten die Vereine und die Spieler kurz vor der am 9. Januar beginnenden Handball-EM beste Werbung für ihren Sport. pk