Fußball - Die Vorrunde soll genügen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln / Relegationsspiele geplant / „Bayerisches Modell“ verworfen WFV schafft Klarheit für aktuelle Saison

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Robert Stolz
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Warten auf den Wiederbeginn: Der Württembergische Fußballverband hat nun eine Regelung für die gerade unterbrochene Saison getroffen. © Robert Stolz

Der Beirat des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) hat am Freitag einstimmig eine Änderung der Spielordnung beschlossen. Danach sollen die Vorrunden zur Ermittlung direkter Auf- und Absteiger bis 20. Juni 2021 abgeschlossen und im Anschluss die Relegationsspiele ausgetragen werden, soweit die Verfügungslage eine Aufnahme des Spielbetriebs spätestens zum 9. Mai zulässt. Kann dieser Termin nicht eingehalten werden, bleibt nur der Abbruch mit Annullierung.

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„Ein Abbruch mit Annullierung zum jetzigen Zeitpunkt hätte zur Folge, dass damit Chancen zum Aufstieg vereitelt würden, obgleich noch die Aussicht besteht, ein sportlich faires Ergebnis herbeizuführen. Eine solche Entscheidung widerspräche nicht nur der Mehrheitsmeinung unserer Vereine, sie stünde zudem auch nicht im Einklang mit den Regelwerken des WFV und wäre deshalb mit erheblichen rechtlichen Risiken verbunden“ – heißt es in der Pressemeldung des WFV weiter.

265 Vereine haben mitgemacht

Der Beschluss weicht vom ursprünglichen Vorschlag des Verbandsspielausschusses nur insoweit ab, als die Wertung der Vorrunden bereits dann möglich ist, wenn mindestens 75 Prozent aller Mannschaften einer Staffel alle Vorrundenspiele absolviert haben, in diesem Fall dann auf Basis der Quotienten-Regelung. Dem Beiratsbeschluss voraus gegangen war eine Anhörung der 1594 am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine, von denen 265 Stellungnahmen eingingen. Dabei haben sich rund 45 Prozent der Vereine für den Vorschlag einer Fortsetzung der Saison 2020/21 zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber zum 9. Mai, mit Abschluss der Vorrunden und anschließender Relegation ausgesprochen; weitere rund 20 Prozent der Stellungnahmen beinhalteten geringe Modifizierungen oder auch neue Vorschläge mit alternativen Lösungsansätzen. Ein Anteil von etwa 35 Prozent der Vereine möchte die Saison nicht fortsetzen, sondern sofort abbrechen und annullieren mit der Folge, dass es weder Auf- noch Absteiger gibt.

„Mit dem gefassten Beschluss haben wir die Grundlage für eine sportliche Entscheidung in der laufenden Saison geschaffen“, sagt WFV-Präsident Matthias Schöck, der sich zuversichtlich zeigt: „Fußball ist eine Freiluft-Sportart und wir sehen gute Chancen dafür, mit steigenden Temperaturen wieder Fußball spielen zu können.“ Pokalwettbewerbe werden gesondert betrachtet und könnten auch für den Fall einer Annullierung der Meisterschaftsrunden fortgesetzt werden.

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Hartmut Megerle, Spielleiter im Fußballbezirk Hohenlohe äußerte sich auf Nachfrage der Fränkischen Nachrichten wie folgt: „Ich finde es gut, dass der WFV endlich mal frühzeitig zu einer Entscheidung gekommen ist. Dies ist aber wohl der Tatsache geschuldet, dass der Termin für diese Beiratssitzung seit langen fix war und man sich wohl nicht noch einmal treffen wollte.“

Megerle begrüßt Entscheidung

Megerle findet die Entscheidung okay, denn die Vereine wüssten jetzt woran sie sind und können auch planen. Im Bezirk Hohenlohe wolle man die Freigabe abwarten und wenn das klar ist kurzfristig reagieren. Nach ausreichender Vorbereitungszeit werde man mit dem ersten abgesetzten Spieltag wieder anfangen und in der ursprünglich geplanten Reihenfolge weitermachen. Die Relegation wird dann auch ab diesem Zeitpunkt geplant.

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Megerle bedauert, dass der WFV von Vereinen eingebrachte Vorschläge ignoriert worden seien. So wurde das „bayerische Modell“ ins Spiel gebracht, vom WFV aber verworfen. Dabei wäre die Saison 2020/21 bis zum Sommer unterbrochen und im August/September nach angemessener Vorbereitung bis zum Frühjahr 2022 fortgesetzt worden. Die Saison 2021/22 würde dann ersatzlos ausfallen. „Ich finde, dass dieses Modell gar nicht übel ist“ sagt Megerle. „Niemand kann heute sicher sagen wie es denn im Herbst mit Corona aussieht und da sehe ich dann schon die Gefahr, dass eventuell nochmal eine dritte Saison nicht ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden kann. Dies würde für viele Vereine das Aus bedeuten. Aber diese Variante will man beim WFV nicht.“