Fußball - In der Halbzeitpause sprach in der Landesliga-Relegation noch alles für den FC Hundheim/Steinbach, doch dann endete die Partie mit einem 1:4 VfR Uissigheim kommt spät, aber gewaltig

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Paul v. Brandenstein
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Ausgelassen ließen sich die Uissigheimer Spieler von ihren Fans feiern.

© Martin Herrmann

FC Hundheim/Steinbach - VfR Uissigheim 1:4

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Hundheim/Steinbach: Brugger, Ch. Dick (87. St. Dick), Ch. Münkel, M. Hilgner (74. Hammerle), D. Hilgner, Firsch, J. Münkel (81. Pahl), Bencea, Koprowski, R. Bundschuh, Iancu. Uissigheim: Markl, Rüttling, Kainz, Heerd (79. May), Ch. Gros (50. R. Diehm), Duschek, Faulhaber, Eisenhauer, Oettig, M. Füger, A. Göbel (87. Weber).

Tore: 1:0 (18.) Rene Bunschuh, 1:1 (50.) Christopher Kainz, 1:2 (70.) Jonas Faulhaber, 1:3 (72.) Ruben Diehm, 1:4 (90.+4) Markus Oettig. Gelb-rote Karte: Volker Rüttling (VfR/74.). Schiedsrichter: Leonard Cinquemani (Mannheim). Zuschauer: 900 Zahlende (in Külsheim).

Uissigheims Trainer Raimund Steinhäuser war absolut stolz auf sein Team. Den Torschützen zum wichtigen und wohl auch vorentscheidenden 2:1, Jonas Faulhaber, trug er nach Spielschluss sogar selbst per Huckepack vom Feld. "Mit der erfolgreichen Relegation haben wir unser Saisonziel doch noch erreicht", sagte er, während sich seine Spieler von den eigenen Fans feiern ließen und immer wieder "Derbysieger, Derbysieger" skandierten.

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4:1 hieß es am Ende eines emotionalen "Relegations-Derbys" vor 900 Zuschauern in Külsheim. Von denen hatte zur Halbzeitpause wohl niemand mit einem solch klaren Ergebnis zugunsten des Landesligisten gerechnet. In der ersten Hälfte war nämlich der Kreisliga-Vizemeister das absolut dominante Team. Während der VfR äußerst nervös und fast schon übervorsichtig agierte, sprühte der FC nur so vor Spielfreude. "So schwach wie in der ersten Hälfte haben wir in der gesamten Saison nicht gespielt", zeigte sich nicht nur Uissigheims Mittelfeldspieler Jonas Faulhaber enttäuscht über die Leistung seines eigenen Teams. VfR-Coach Raimund Steinhäuser war im Nachhinein voll des Lobes für die Leistung der gegnerischen Mannschaft. "Der FCH hat in der ersten Hälfte richtig gut gespielt. Wir dagegen sind zu lässig an die Sache herangegangen."

Hundheims scheidender Trainer Mike Standke, der zum SV Distelhausen wechselt, haderte dagegen mit der Chancenauswertung seines Teams: "Wir hätten zur Pause mindestens 2:0 führen müssen, wenn nicht sogar 3:0. Dann hätten wir mit Sicherheit gewonnen."

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Doch zur Pause stand es halt nur 1:0, erzielt vom Hundheimer Torschützenkönig Rene Bundschuh in der 18. Minute, als er einen Eckball von Dirk Hilgner fast unbedrängt zum 1:0 ins Netz köpfte. Chancen zum 2:0 gab es zuhauf, zum Beispiel in er 37. Minute, als Hirsch die Möglichkeit hatte, allein auf Keeper Brugger zu laufen, doch brachte der Hundheimer den Ball einfach nicht unter Kontrolle. Oder in der 41. Minute, als Bundschuh dann tatsächlich allein auf den gegnerischen Keeper zu lief, ihn auch fast schon ausgespielt hatte, dann aber doch noch zögerte, was Louis Füger eine nicht mehr erwartete Rettungstat ermöglichte, für die er von seinen Kollegen zurecht gefeiert wurde.

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In der Pause machte Raimund Steinhäuser seiner Mannschaft Mut. "Mir war klar, dass der FC Hundheim dieses enorm hohe Tempo nicht wird durchhalten können." Und er sollte recht behalten. Der Ausgleich fiel zunächst aber noch wie aus heiterem Himmel. Als die linke Hundheimer Abwehrseite etwas geschlafen hatte, stand in der Mitte Christopher Kainz goldrichtig und traf zum 1:1. Für Hundheims Trainer Standke war diese Szene der Knackpunkt im ganzen Spiel: "Danach wurden die Beine meiner Spieler immer schwerer."

In der Tat übernahm nun Uissigheim das Kommando, ohne aber so glänzen zu können wie Hundheim vor der Pause. Das Geschehen verlagerte sich dennoch immer mehr in die Hälfte des FC, der selbst keine weiteren Nadelstiche setzen konnte.

Innerhalb von zwei Minuten fiel dann die Entscheidung, und zwar just, als ein kräftiger Schauer über das Külsheimer Sportgelände zog. In der 70. Minute gab es Freistoß auf der rechten Angriffsseite. "Da hab' ich gedacht: Das Ding muss jetzt rein", sagte Jonas Faulhaber nach Spielschluss. Und er selbst sorgte dafür, dass das Ding auch rein ging. Die Freistoß-Flanke von Christopher Kainz drückte er per Kopf aus relativ kurzer Entfernung zum 2:1 über die Linie. Die Hundheimer waren nun sichtlich geschockt. Nur zwei Minuten später "überlobt" der eingewechselte Ruben Diehm den schlecht postierten Hundheimer Keeper vom Sechzehner aus per Kopf zum 3:1.

Das war dann eigentlich schon die Entscheidung. Die Hundheim/Steinbacher mühten sich zwar noch, wirklich Zwingendes sprang aber nicht mehr heraus. Das schön herausgespielte 4:1 durch Markus Oettig in der Nachspielzeit war dann fast schon die logische Folge des Spielverlaufs.

"Beide Mannschaften hatten in diesem Spiel fünf Chancen. Wir haben daraus ein Tor gemacht, Uissigheim vier", haderte Mike Standke nach Spielschluss mit der Chancenauswertung seines Teams. Raimund Steinhäuser dagegen war richtig euphorisch und blickte dabei sofort in die Zukunft. "Eine gewonnene Relegation schweißt zusammen. Das ist für den Zusammenhalt einer Mannschaft wichtiger, als wenn wir in der Endtabelle den siebten Platz belegt hätten". So hat also auch ein Abstiegskampf sein Gutes.