Fußball, Landesliga - Der souveräne Spitzenreiter FV Lauda trifft auf den abgeschlagen am Tabellenende stehenden TSV Unterschüpf Ungleiches Duell an der Tauber

Von 
Felix Röttger
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Ein 0:0 brachte die SV Viktoria Wertheim (in hellblauen Trikots von links Konstantin Boger, Emrah Gülecin und Roman Ratter) am vorigen Sonntag aus Buchen mit. Etwas Zählbares wollen die Werteimer nun auch in Walldürn erreichen.

© Martin Herrmann

Immer weniger spürt Spitzenreiter FV Lauda in der Landesliga Odenwald den Atem seines bisher schärfsten Verfolgers VfR Gommersdorf. Die Jagsttäler haben mit dem Remis in Rosenberg weiter an Boden verloren und haben bereits acht Punkte Rückstand auf die Wöppel-Elf. Immerhin: Der noch komfortablere Vorsprung des Tabellenzweiten vor dem TSV Buchen ist dennoch nicht geschrumpft, da auch die Wolf-Elf selbst daheim nicht über ein 0:0-Unentschieden über Wertheim hinauskam. Bemerkenswert: Nur ein mageres Tor brachte das führende Trio der Landesliga am letzten Spieltag in 270 Minuten zustande. Trotzdem gab es auf den Plätzen eins bis fünf keine Veränderung; schon zur Winterpause gab es das gleiche Tabellenbild.

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Etwas mehr Spannung verspricht derzeit nur der Abstiegskampf. Der TSV Tauberbischofsheim ist auf dem besten Weg, nicht mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten. Seit der Winterpause verbesserte sich die Elf von Uwe Schmidt um zwei Plätze auf Rang neun. Walldürn kann daheim gegen Wertheim wieder festeren Boden erreichen. Im Sumpf des drohenden Abstiegs stecken dagegen Limbach und Unterschüpf fest.

Im einzigen Samstagspiel am Osterwochenende will der TSV Oberwittstadt gegen den FC Limbach an die beiden klaren Auftaktsiege nach der Winterpause anknüpfen. Die Tesanovic-Elf ist klarer Favorit, auch wenn sie zuletzt daheim gegen Mosbach (1:3) verlor und in Schloßau nicht über ein 0:0 hinauskam. Die Gäste verharren ohne Punktgewinn in den letzten fünf Spielen auf dem vorletzten Platz. Das Hinspiel endete torlos.

Der TSV Tauberbischofsheim hat gute Chancen, im Heimspiel gegen den TSV Rosenberg den vierten Sieg in Folge landen zu können. Nur zwei Punkte fehlen der Schmidt-Elf auf Rang fünf. Flügel verleihen sollte dem Gastgeber zudem, dass ihm beim 2:1-Erfolg in Mosbach die deutliche bessere Spielanlage attestiert wurde. Die Gäste aus Rosenberg werden es den Kreisstädtern aber nicht leicht machen, wenn sie mit der gleichen kämpferischen und taktischen Einstellung wie daheim gegen Gommersdorf agieren. Allerdings: Der letzte Dreier auswärts liegt lange zurück: Mitte Oktober feierte die Elf in Unterschüpf mit 5:0 Toren den bisher höchsten Saisonsieg. Im Hinspiel trennte man sich mit einem 1:1-Unentschieden.

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Auch wenn der Sieg des FV Lauda in Strümpfelbrunn diesmal knapp ausfiel: Vielleicht war es für die Elf von Jürgen Wöppel vor der Heimpartie gegen den TSV Unterschüpf die richtige Einstimmung auf ein weiteres Geduldsspiel. Denn der Tabellenletzte wehrte sich im ersten der beiden Lokalderbys in Königshofen tapfer und geriet erst in den letzten 20 Minuten auf die Verliererstraße. Deshalb werden die Laudaer den Gegner trotz des 7:0-Kantersieges zum Saisonauftakt nicht unterschätzen und in Ruhe ihr Spiel aufziehen, dem in dieser Runde noch kein Gegner so richtig gewachsen war. Noch hat der FV aber einige Bewährungsproben vor sich, und gerade gegen einen Tabellenletzten, der über sich hinauswachsen kann, ist höchste Konzentration vonnöten. Das Unmögliche wagen will TSV-Trainer Patrick Gutknecht (siehe nebenstehendes Interview).

Im zweiten Heimspiel in Folge peilt der SV Königshofen als derzeit drittbeste Heimmannschaft gegen den TSV Buchen den fünften Heimsieg der Runde an. Seit acht Spieltagen sind die Messestädter ungeschlagen und können mit nur fünf Gegentoren sogar mit Gommersdorf mithalten. Gegen Buchen sollten nicht mehr so hochkarätige Tormöglichkeiten wie gegen Unterschüpf vergeben werden. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht", meinte SV-Spielleiter Martin Michelbach und sieht mit Buchen ein anderes Kaliber auf den SV zukommen. "Auch wenn wir im Moment personell auf dem Zahnfleisch gehen, müssen wir alles daran setzen, um in der Erfolgsspur zu bleiben. Der vorige Woche kurzfristig ausgefallene Marcel Matha ist hoffentlich wieder dabei. Nach wie vor fehlen Manuel Arias, Fabio Haberkorn, Sascha Silberzahn und Pascal Mönch". Der TSV Buchen braucht sich spielerisch nicht zu verstecken, wie auch das mit 3:0 Toren gewonnene Hinspiel unterstreicht. Doch auswärts mangelt es an der notwendigen Konstanz.

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Wird die Partie des VfR Gommersdorf gegen den TSV Strümpfelbrunn zu einem Zitterspiel für die Gäste? Eigentlich müsste sich dies der Gästetrainer wünschen, weil es bei den favorisierten Jagsttälern nur darum gehen kann, die Auswärtspartie möglichst lange offen zu gestalten. Immerhin verkaufte sich der TSV auswärts besser als daheim und konnte schon vier Dreier holen. Aber gegen den VfR kassierte man daheim im Hinspiel mit 0:5 Toren die höchste Saisonniederlage. Doch auch bei den beiden jüngsten 0:1-Niederlagen zeigte sich die TSV-Abwehr in der Rückrunde stabilisiert. Ein Unentschieden beim souveränen Tabellenzweiten wäre schon ein Erfolg. VfR-Trainer Thorsten Plasch ist selbst verletzt und kann auch sonst nicht aus dem Vollen schöpfen. Dazu Eugen Bartl: "In den vier Spielen nach der Winterpause kamen immer die gleichen Spieler zum Einsatz, weil auch nicht mehr als 14 zur Verfügung standen". Mario Greco laboriert an einer Leistenentzündung, Dennis Herrmann ist erkrankt, und Philipp Retzbach fällt ebenso verletzungsbedingt aus. Ebenso kann Thorsten Plasch nicht mit Frank Leiser und Torben Götz planen, die aus Studiengründen fehlen.

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Auf den ersten Blick könnte man im Spiel von Eintracht Walldürn gegen die SV Viktoria Wertheim einen ausgeglichenen Spielverlauf erwarten. Dreizehn Mal brachten die Walldürner daheim und die Wertheimer auswärts den Ball im gegnerischen Netz unter. Doch die Gesamtbilanz spricht für die Gäste, die eine 4-3-4-Auswärtsbilanz aufbieten können, während die Thiel-Elf sich bisher mit einer 3-1-7-Bilanz daheim zufrieden geben musste. Die Revanche für das 0:3-Hinspiel wird so zu einer echten Herausforderung; gelingt diese, wäre es ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt. Dagegen sind die Gäste bestrebt, mindestens den Sechs-Punkte-Abstand zum Relegationsplatz zu halten.

Beste Erinnerungen hat Aufsteiger FC Schloßau an den Saisonauftakt beim FV Mosbach, wo Spielertrainer Agim Pajaziti nach dem 0:1 zur Pause nach einer Stunde mit dem Ausgleich die Wende einleitete. 3:1 hieß es am Ende; ein Ergebnis, das sich der Gastgeber gerne wieder wünschen würde. Denn schon zur Winterpause hatte die Elf nur drei Zähler Vorsprung gegenüber den Mosbachern, die sich gerne noch stärker im Mittelfeld festsetzen wollen.

Erinnerungen an die vielleicht turbulenteste Partie der Runde weckt das Rückspiel des VfR Uissigheim gegen den TSV Kreuzwertheim. Der VfR führte bereits durch Treffer von Daniel Göbel, Manuel Heerd und Marvin Füger mit 3:0, ehe die Aufholjagd der Bayern begann. Erst Jonas Faulhaber und nochmals Marvin Füger besorgten den 5:3-Endstand für die Uissigheimer, die sich daheim den dritten Erfolg in Serie erhoffen. Dazu müsste sich aber das umfangreiche Lazarett mit angeschlagenen Akteuren möglichst wieder etwas lichten.