Landesliga Odenwald - Vier Teams hoffen auf ihren ersten Sieg / FV Mosbach hat sich nach dem Sieg gegen Schloßau in der Tabelle mit vier Punkten ein bisschen abgesetzt SV Königshofen vor einer „Herkules-Aufgabe“

Von 
Felix Röttger
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Wird beim SV Königshofen wieder gejubelt? Gegen den FV Mosbach ist das Team auf alle Fälle nur Außenseiter. © Martin Herrmann

Der 7. Spieltag der Landesliga Odenwald wird als „Tag der Favoritenstürze“ in die Geschichte der Saison 2020/21 eingehen: Der SV Königshofen gewann in Reichenbuch klar mit 4:1 und holte siebten Anlauf den ersten Saisonsieg. Die erste Niederlage musste der TSV Rosenberg ausgerechnet beim Aufsteiger SV Wagenschwend einstecken. Mit dem knappen 3:2-Sieg im Lokalderby über Türkspor Mosbach eroberte der FV Mosbach die Tabellenspitze. Fas schon kurios: Obwohl das Quartett am Tabellenende aufsteigende Form bewies, spielten Waldbrunn, Uissigheim, Nassig und Wertheim jeweils nur unentschieden und blieben damit weiterhin ohne den ersehnten ersten Sieg in dieser Runde.

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Durchaus lösbar erscheint die Aufgabe des TSV Höpfingen im Heimspiel am Samstag gegen den FV Lauda. Auswärts hat der FVL bisher noch keine Bäume ausgerissen. Beim Gastgeber hofft man, dass die Mannschaft ihre Siegesserie trotz der Spielpause am vergangenen Wochenende fortsetzen kann. In der Vorsaison brachte der FV Lauda dank der beiden Tore von Jonas Neckermann und Rouven Schmidt die Punkte auf sein Konto. Aktuell erscheint eine Wiederholung dieses Erfolgs kaum möglich, weil die Stürmer noch nicht so treffsicher auftreten und der TSV mit nur vier Gegentreffern die bisher stärkste Abwehr der Liga aufbieten kann. In der Vergangenheit war der TSV im Direktvergleich eher der Punktelieferant, denn der letzte Heimsieg liegt schon neun Jahre zurück. Damals steuerte der heutigen Trainer Steven Bundschuh zwei Tore zum 3:1-Erfolg des TSV bei.

Im zweiten Samstagsspiel erwartet der TSV Rosenberg den TSV Assamstadt. Die Niederlage in Wagenschwend hat der Gastgeber schnell abgehakt. Jetzt gilt die volle Konzentration dem nicht leichten Heimspiel gegen eine Mannschaft, die gerne mit dem dritten Dreier nachlegen möchte. Im Pokalwettbewerb gewann der TSV Rosenberg im letzten Jahr daheim mit 3:0, zog aber sechs Wochen später im Punktspiel in Assamstadt mit 2:5-Toren den Kürzeren. Dabei zeigte sich Assamstadts Torjäger Max Münch mit drei „Buden“ so treffsicher wie vor einer Woche gegen Schloßau, als er ebenfalls drei Mal ins Schwarze traf.

Eine ganz schwere Aufgabe kommt auf den SV Königshofen zu, der den neuen Tabellenführer FV Mosbach erwartet. Gerade rechtzeitig „tankte“ die Mannschaft von Trainer mit dem deutlichen 4:1-Erfolg in Reichenbuch viel Selbstbewusstsein. Doch auch die Mosbacher reisen nach ihrem Derbysieg über Türkspor Mosbach und den Erfolg gegen Schloßau mit breiter Brust an. Viel wird davon abhängen, wie die Messestädter die angriffslustige Gäste-Offensive in den Griff bekommen. 23 Treffer in sechs Spielen ist Landesliga-Bestmarke. Immerhin ist der SVK daheim noch ungeschlagen, auch wenn die Serie von vier Unentschieden in Folge nicht für Euphorie sorgt. Martin Michelbach vom SVK: „Mit dem Spitzenreiter wartet eine Herkules-Aufgabe. Da muss erneut alles passen, um in der Erfolgsspur zu bleiben.“ Wie es zu dem ersten Dreier in der Liga kam, sieht er nüchtern: „Da hatten wir endlich mal das Match-Glück auf unserer Seite. Letztendlich brachten uns ein Eigentor und ein abgefälscht erzielter Treffer auf die Siegerstraße.“

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Keine Punkteteilungen gab es bisher in 12 Punktspielen zwischen Türkspor Mosbach und dem SV Nassig. Klarer Favorit ist der Gastgeber, der gewillt ist, die Schlappe im Lokalderby gegen den FV Mosbach rasch wieder auszubügeln. Nassig holte beim 2:2 gegen die SV Viktoria Wertheim erst den zweiten Punkt in dieser Saison und ist klar in der Außenseiterrolle. Schwerstarbeit dürfte besonders auf die Defensive zukommen.

Im Aufsteigerduell zwischen der SV Viktoria Wertheim und dem SV Wagenschwend haben die Gäste derzeit scheinbar alle Trümpfe in der Hand zu haben. Daran ändert der Achtungserfolg der Wertheimer im Lokalderby gegen Nassig nichts. Warum es so gut in Wagenschwend läuft, dass sogar Rosenberg dort die erste Saisonpleite einstecken musste, erklärt der Trainer der Gäste im nebenstehenden Kurzinterview.

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Eine harte Nuss hat der VfR Uissigheim im Heimspiel gegen den TSV Oberwittstadt zu knacken. Zu Hause ist der VfR noch sieglos. Die Gäste sind auswärts noch ungeschlagen und werden erpicht sein, nach der letzten Heimpleite wieder schnell in die Erfolgsspur zu kommen. So wie Jonas Faulhaber letzten Samstag per Foulelfmeter beim FV Lauda für den Treffer sorgte, die für ein 1:1-Unentschieden reichte, sicherte er im letzten Punktspiel gegen die „Wittschter“ Anfang Dezember vorigen Jahres mit einem verwandelten Elfmeter den 2:0-Erfolg.

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Punktgleich liegen der FC Grünsfeld und der SV Neunkirchen mit neun Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Der kleine, aber feine Unterschied: Die Grünsfelder haben noch ein Spiel mehr auszutragen. Im letzten Heimspiel vor zwei Jahren setzten sich die Gäste mit 2:1-Toren durch. Die bisherige schwache 0-1-2- Auswärtsbilanz des SV ist zu relativieren, denn die Mannschaft von Trainer … hatte schwere Auswärtsspiele in Rosenberg und bei Türkspor Mosbach.

Völlig offen erscheint der Ausgang der Partie zwischen dem FSV Waldbrunn und dem FV Elztal. Die Gäste konnten schon zwei Siege verbuchen, während Waldbrunn noch auf den ersten Saisonsieg hofft. Immerhin gelangen dem FSV bisher schon vier Unentschieden. Für den Gastgeber spricht die 4-1-0-Direktbilanz.

Im Mai letzten Jahres gewann der FC Hundheim-Steinbach gegen den FV Reichenbuch mit 2:1, doch danach hatte der FC drei Mal das Nachsehen, darunter auch im letztjährigen Pokalwettbewerb, als die Mannschaft in Reichenbuch knapp mit 2:3 scheiterte. Am Sonntag ist der FV favorisiert, auch wenn er auswärts bisher nur in Assamstadt gewann. Er hatte ein schweres Auftaktprogramm und tummelt sich dank seiner Heimstärke mit zwölf Punkten im oberen Tabellendrittel.