Fußball - Vor dem Start in die Restsaison korrigiert Hollenbachs Trainer Martin Kleinschrodt im FN-Interview das Rundenziel nach oben / Kritik an „Playstation-Generation“ „Schönreden gibt es bei mir nicht“

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Bild: Fürst
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Morgen ist die Winterpause für den württembergischen Fußball-Verbandsligisten FSV Hollenbach vorbei. Trainer Martin Kleinschrodt freut sich auf das Gastspiel beim Spitzenreiter Rutesheim (Beginn 19 Uhr), wie er uns in diesem Interview verriet. Er hat den Ehrgeiz, den Verein wieder in die Oberliga Baden-Württemberg zu führen.

Die restlichen Saisonspiele des FSV Hollenbach in der Verbandsliga Württemberg

Freitag, 1. März, 19 Uhr: SKV Rutesheim – FSV Hollenbach.

Samstag, 9. März, 15 Uhr: FSV Hollenbach – VfL Sindelfingen.

Sonntag, 17. März, 14 Uhr: SV Breuningsweiler – FSV Hollenbach.

Samstag, 23. März, 15 Uhr: FSV Hollenbach – FC Albstadt.

Samstag, 30. März, 15 Uhr: 1. FC Heiningen – FSV Hollenbach.

Samstag, 6. April, 15.30 Uhr: FSV Hollenbach – TSG Tübingen.

Sonntag, 14. April, 15 Uhr: Calcio Leinfelden-Echterdingen – FSV Hollenbach.

Samstag, 27. April, 15.30 Uhr: FSV Hollenbach – FV Löchgau.

Samstag, 4. Mai, 15.30 Uhr: VfL Nagold – FSV Hollenbach.

Samstag, 11. Mai, 15.30 Uhr: FSV Hollenbach – VfB Neckarrems

Samstag, 18. Mai, 15.30 Uhr: SSV Ehingen-Süd – FSV Hollenbach.

Freitag, 24. Mai, 18.30 Uhr: Spfr Dorfmerkingen – FSV Hollenbach.

Samstag, 1. Juni, 15.30 Uhr: FSV Hollenbach – FC Wangen.

Samstag, 8. Juni, 15.30 Uhr: TSV Essingen – FSV Hollenbach.

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Herr Kleinschrodt, morgen steht das erste Spiel nach der Winterpause an. Der FSV Hollenbach muss als Dritter zum Spitzenreiter Rutesheim. Ist der Druck also gleich immens?

Der 33-jährige Martin Klein schrodt hat während seiner akti ven ...

Der 33-jährige Martin Klein schrodt hat während seiner akti ven Laufbahn insgesamt 327 Ober liga-Spiele für den TSV Crails heim, den Würzburger FV und den FSV Hollenbach absolviert. Dabei erzielte er insgesamt 62 Tore. Seit

Martin Kleinschrodt: Wenn, dann hat sich der Druck auf den Spitzenreiter Rutesheim erhöht. Druck für uns? Nein. Für uns ändert sich im Vergleich zur Vorrunde nichts. Mein Ziel ist es, den jungen Kader weiterzuentwickeln und innerhalb von zwei Jahren oberligatauglich zu machen. Wir wollen vorne dabei bleiben, das ist klar. Damit ist das Ziel „unter den ersten Fünf“ korrigiert. Wir wollen unter die ersten Drei. In Rutesheim wollen wir einen Punkt mitnehmen und dann gut in die Rückrunde starten.

Werden Rutesheim, Dorfmerkingen und Hollenbach den Titel unter sich ausmachen? Sindelfingen und Essingen auf den Plätzen 4 und 5 haben schon acht Punkte Rückstand auf den FSV.

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Kleinschrodt: Nach der Vorrunde kann man noch niemanden der ersten Fünf abschreiben. Das geht schnell. Mit Molinari hat Essingen nun neuen Wind, Essingen wird noch kommen.

Wie sind Sie mit der Vorbereitung auf den zweiten Teil der Saison zufrieden?

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Kleinschrodt: Ich bin bisher zufrieden. Gegen die Oberligisten waren die Leistungen in Ordnung. Der letzte Test gegen Ilshofen mit dem 3:3 war verdient und von der Spielanlage schon ganz ordentlich. Es gibt immer wieder Ansatzpunkte, was man verbessern kann. Daran müssen wir kontinuierlich arbeiten. Ärgerlich sind die Ausfälle. Mit Schieferdecker, Götz, Ammon, Brenner, Hüttinger und Dörr haben wir jetzt sechs Verletzte.

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Hat sich in der Winterpause personell etwas getan?

Kleinschrodt: Nein. Daher müssen wir öfter auf unsere A-Jugendspieler Marius Uhl und Jonas Limbach zurückgreifen, was für sie natürlich eine Doppelbelastung bedeutet.

Wie sind Sie allgemein mit der Entwicklung der Mannschaft in dieser Saison zufrieden?

Kleinschrodt: Mit Beginn meiner Tätigkeit als Trainer war es für mich wichtig, dem Team meine Handschrift zu geben. Das ist mir in kleinen Ansätzen gelungen. Ich will den Ball haben. Zudem mussten vier Stammspieler ersetzt werden. Das haben wir größtenteils geschafft. Wichtig ist mir vor allem, die Fähigkeiten der einzelnen Spieler zu verbessern, aber das geht nur, wenn jeder mitzieht. Bisher tun das alle. Mir gefällt, dass wir viel weiter sind als zu Beginn der Sommervorbereitung. Die Jungs verstehen nun, wie ich Fußballspielen will, und bekommen immer mehr das Gefühl für Spielphasen und Timing.

Und wie sehen Sie Ihre persönliche Entwicklung als Trainer?

Kleinschrodt: Ich habe mich bereits während der Hinrunde immer wieder selbst überprüft. Ich bin mein größter Kritiker. Schönreden gibt es bei mir nicht. Größtenteils passt es aber schon.

Der FSV Hollenbach steht auch für gute Jugendarbeit. Wo soll es perspektivisch mit dem Verein hingehen?

Kleinschrodt: Unsere hervorragende Jugendarbeit ermöglicht es uns, jedes Jahr etwa drei Spieler in die erste Mannschaft voll zu integrieren. In den letzten Jahren haben wir das auch immer wieder bewiesen. Aktuell stehen sechs Spieler aus der eigenen Jugend in der Startelf. Das zeigt, dass in der Jugendarbeit beim FSV bereits so gut gearbeitet wird, damit A-Jugendspieler nahtlos in der ersten Mannschaft einsetzbar sind.

Und welches Ziel streben Sie für sich an?

Kleinschrodt: Für mich persönlich habe ich das Ziel, Familie, Freunde, Job, Hausbau und Fußball unter einen Hut zu bringen. Das wird schon sportlich (lacht).

Spielen Sie noch etwas Fußball in Ihrer Freizeit?

Kleinschrodt: Ich kicke öfters noch im Training Ballhochhalten mit meinem Bruder oder mit der Mannschaft. Da macht mir noch keiner was vor (lacht).

Sie waren auch mit dem Hausbau beschäftigt, wie Sie erwähnt haben. Wie stecken Sie die Mehrfachbelastung mit Familie, Job, Fußball, et cetera weg?

Kleinschrodt: Im Sommer erwarten wir auch Nachwuchs. Seit dem 17. Lebensjahr bin ich es gewohnt zu arbeiten und anschließend Fußball zu spielen, man wird belastbarer. Mit dem Hausbau war das natürlich alles noch intensiver, weil ich viel selber gemacht habe. Aktuell weiß ich selber nicht, wie ich das alles gemeistert habe. Man funktioniert. Aber es gibt nichts, was man nicht schafft. Gerade beim Hausbau haben uns aber auch unsere Familie und Kumpels super unterstützt.

Wie können Sie am besten entspannen?

Kleinschrodt: Bei meiner Frau natürlich. Sie ist das Ventil, das vieles abbekommt, wie bei fast allen Familien (lacht). Ohne sie könnte ich das nicht leisten. Wenn man viel macht, kann man sich zur Entspannung auch etwas gönnen, und das tun wir auch.

Der TSV Ilshofen ist in der Oberliga Baden-Württemberg angekommen, in der Verbandsliga Württemberg spielt nur der FSV Hollenbach als Vertreter Hohenlohes, dafür sind in der Landesliga derzeit sechs Teams aus Hohenlohe vertreten. Wie sehen Sie die Entwicklung des Fußballs in Hohenlohe allgemein?

Kleinschrodt: Es zeichnet sich eigentlich die letzten 15 Jahre ab, dass immer eine Mannschaft in der Oberliga Baden-Württemberg spielt, dazu immer zwei Mannschaften Verbandsliga. Ich finde die Landesliga hat sich mit Hohenloher Beteiligung verstärkt. Was man erwähnen muss, dass allgemein weniger Jugendliche Fußball spielen. Diesen Trend sehe ich eher als negative Entwicklung. Damals hat man mit zehn Jahren noch Fußball geschaut und danach gekickt, heutzutage wird nur noch Playstation gezockt und das war’s.

Würden Sie darauf wetten, dass Hohenlohe 2019/20 mit zwei Mannschaften in der Oberliga Baden-Württemberg vertreten sein wird oder vielleicht auch eine Saison später?

Kleinschrodt: Ja! Ich hab’ ja nichts zu verlieren (lacht). Bild: Fürst