Fußball - Sowohl im Kreis Buchen als auch in Tauberbischofsheim mussten Partien bereits abgesagt werden Schiris gehen auf dem Zahnfleisch

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Paul V. Brandenstein
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Es wird immer schwerer, sämtliche Partien im Amateurbereich mit Schiedsrichtern zu besetzen. © dpa

Vom Wetter hat dieses Mal alles gepasst. Im Gegensatz zur Vorsaison, als bis zur Winterpause schon mehrere komplette Spieltage wegen Schneefalls und Regens abgesagt werden musste, verlief die Vorrunde der aktuellen Saison 2018/19 „wettertechnisch“ reibungslos. Und dennoch sind sowohl im Fußballkreis Buchen als auch in Tauberbischofsheim mehrere Partien relativ kurzfristig abgesagt worden. Der Grund: Es standen den jeweiligen Schiedsrichter-Einteilern keine Unparteiischen mehr zur Verfügung, die diese Begegnungen hätten pfeifen können. Der Mangel an Schiedsrichtern nimmt langsam beängstigende Züge an.

Spielausfälle

Im Fußballkreis Tauberbischofsheim wurden wegen des Schiedsrichtermangels drei Partien zunächst abgesetzt: Zwei in der Kreisliga, eine in der Kreisklasse B.

Im Fußballkreis Buchen acht Begegnungen betroffen: Vier Mal Kreisliga (drei Mal verlegt, einmal wurde Spielleitung von einem geprüftem Vereins-SR geleitet, der eigentlich abgemeldet war), zwei Mal Kreisklasse A (einmal verlegt, einmal wurde ohne eingeteilten SR gespielt) und erfolgt) und zwei Mal Kreisklasse B (beide Partien wurden ohne eingeteilten SR gespielt. ptt

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Ein personeller Engpass bei der Besetzung von Fußballspielen mit Unparteiischen ist jetzt nicht wirklich etwas Neues, denn schon seit Jahren ist die Zahl der zur Verfügung stehenden Schiedsrichtern rückläufig. „Doch so extrem wie zur Zeit war die Lage noch nie“, bestätigte der Buchener Schiedsrichter-Obmann Felix Beuchert bereits im April diesen Jahres den Fränkischen Nachrichten. Oder anders ausgedrückt: „Wir pfeifen aus dem letzten Loch“. Auch für Andy Grüßung, den Schiedsrichter-Einteiler im Fußballkreis Tauberbischofsheim, wird das Problem immer akuter: „Wir gehen bei der Besetzung von Partien praktisch jedes Wochenende auf dem Zahnfleisch“, sagte er vor wenigem Wochen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Manfred Semmler, der Schiedsrichter-Obmann des Fußballkreises Tauberbischofsheim, geht auch davon aus, dass es künftig immer häufiger vorkommen könne, das Spiele nicht mit einem Unparteiischen besetzt werden. Dann müssten sich beide Vereine auf einen geeigneten Schiedsrichter verständigen, der die angesetzte Partie leitet. „Hier sind beide Seiten gleichermaßen in der Pflicht“, erläuterte er kürzlich unserer Redaktion. Die ausgewählte Person müsse gar nicht mehr zwingend ein geprüfter Schiedsrichter sein, denn vor dem Hintergrund der aktuellen Lage hat der Badische Verband diesen Passus sogar schon geändert. Wie man die gesamte Problematik des Schiedsrichter-Mangels im Amateur-Bereich in den Griff bekommen kann, dürfte eine der dringlichsten Aufgaben der nächsten Jahre sein.