Fußball - 36. Bezirkstag des Bezirks Hohenlohe / Bezirksvorsitzender im Amt bestätigt / „Die Hemmschwelle zur Gewalt durch Zuschauer ist gesunken“ Ralf Bantel nimmt Vereine in die Pflicht

Von 
Robert Stolz
Lesedauer: 
Ehrungen: (von links) Jörg Kindermann, Tobias Ehrmann, Tatjana Megerle, Hartmut Megerle. Es fehlen Fabian Nowak und Manfred Klaas. © Robert Stolz

Der Posten des Vorsitzenden des Fußballbezirks Hohenlohe bleibt unverändert: Beim 36. Bezirkstag in der Stadthalle Ingelfingen wurde Ralf Bantel wiedergewählt und geht damit bereits in seine dritte Amtsperiode.

AdUnit urban-intext1

An dem alle drei Jahre stattfindenden Bezirkstag war jedoch nur die Hälfte der Hohenloher Fußballvereine mit knapp 120 Teilnehmern vertreten. „Es hätten mehr Vereine sein können,“ so Bantel. „Aber ich freue mich über ihre Anwesenheit.“

In diesem Zusammenhang musste der Vorsitzende dann aber doch ein paar Worte über die Abwesenheit einiger Vereine verlieren. „Ich hatte den heutigen Termin des Bezirkstages in das offizielle Kommunikationssystem des WFV-Postfaches der Vereine eingestellt. Weniger als 50 Prozent haben diesen Termin bestätigt. Das darf in Zeiten der elektronischen Kommunikation nicht sein. Jeder Verein hat die Pflicht, sein Postfach zu pflegen.“

Ansonsten war Bantel aber mit den vergangenen drei Jahren sehr zufrieden und dankte allen Vereinen für eine sachgerechte und gute Zusammenarbeit. Er sei stolz, wie die Einführung des Spielberichts online und des Online-Passes umgesetzt worden waren. „Das hat bei uns in Hohenlohe einwandfrei geklappt.“ Wenig erfreut zeigte sich Bantel aber über den Mangel an Schiedsrichtern: „Nur 51 Vereine in Hohenlohe haben ihr Soll erfüllt, 58 nicht.“ Entgegen dem DFB-Masterplan, der eine Reduzierung der Schiedsrichtergruppen vorschlägt, will Bantel an den fünf Gruppen in Hohenlohe festhalten. „Als Flächenbezirk brauchen wir die fünf Gruppen und dafür werde ich mich auch einsetzen.“

AdUnit urban-intext2

Hinsichtlich der Anzahl der Straffälle ist die Tendenz im Bezirk positiv und von insgesamt 583 (Saison 2014/15, Jugend 206, Aktive 377) auf 473 (Saison 2016/17, Jugend 159, Aktive 314) zurückgegangen. Dennoch ist die Zunahme der Intensität der Vergehen auffällig. „Dafür habe ich kein Verständnis“, so Bantel. „Die Hemmschwelle zur körperlichen und verbalen Gewalt durch Zuschauer, Verantwortliche, Trainer und Elternteile ist tief gesunken. Ich appelliere an Sie alle, da nicht wegzusehen. Wir vom Bezirk werden auch in Zukunft mit allen Mitteln dagegen vorgehen.“

Beim Verbandstag am 12. Mai in Sindelfingen werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Der erst kurz zuvor zugegangene Abschlussbericht der Kommission „Leitantrag Spielklassenstruktur“ sieht für den nächsten Verbandstag eine Änderung der Verbandsstruktur vor, mit dem Ziel, Größe und Anzahl der bisher 16 Bezirke zu verändern. Vielversprechend sieht Bantel die Vorschläge der Kommission zu Auf- und Abstieg und zur Relegation. Demnach soll der Meister direkt auf- und der Tabellenletzte absteigen. Die Relegation soll flexibel und den Bezirken überlassen werden. So könnte der Relegationsteilnehmer zu den Entscheidungsspielen mit zwei Halbfinalspielen und einem Relegationsspiel mit einbezogen werden. Dies wird dann am Verbandstag entschieden.

AdUnit urban-intext3

Rückläufig ist die Tendenz bei den Jugendmannschaften mit aktuell 510 gegenüber dem vorigen Jahr (528), Hohenlohe folgt hier dem bundesweiten Trend. Dabei ist die Zahl der Jugendspielgemeinschaften ab dem Jahr 2009 sprunghaft gestiegen. Weiter auf einem hohen Level ist in Hohenlohe der Seniorenspielbetrieb. „Da sind wir führend im Verbandsgebiet.“ Wegen verspätet ergangener Durchführungsbestimmungen zum Hallenfußball 2017/18 hatte es unter den Vereinen im gesamten Verbandsgebiet Ärger gegeben. Da hatte auch ein Schreiben durch Verbandsjugendleiter Michael Supper, gleichzeitig kommissarischer Verbands-Spielleiter, nicht für Abhilfe, aber jetzt für Klarheit sorgen können. Alle Verbandswettbewerbe werden wie bisher nach offiziellem Futsal-Regelwerk durchgeführt. Alle privaten Vereins-Hallenturniere dürfen künftig wieder nach den herkömmlichen Hallenfußball-Regeln durchgeführt werden.

AdUnit urban-intext4

Von „Meilensteinen“ berichtete Jörg Kindermann als Vertreter des Württembergischen Fußballverbands. Mit der Eröffnung des Campusgebäudes 2016 in Ruit sei die Infrastruktur für alle Sportarten geschaffen worden. Schwerpunkte der Verbandstätigkeit seien die dezentrale Aus- und Fortbildung, die Umsetzung des DFB-Masterplanes „Vereinsdialoge“, das Thema Integration sowie die Einführung von Futsal. „ Die Vereine müssen da mitgenommen werden.“

Kein Spielklassenbeitrag mehr

Kindermann bezeichnet hierbei die Jugend als Basis für die Zukunft der hohenloher Vereine. „Von 1757 Vereinen im Verbandsgebiet haben 1229 mindestens eine Jugendmannschaft. Vereine mit Jugendmannschaften im Spielbetrieb müssen nun keinen Spielklassenbeitrag mehr zahlen.“

Einstimmig erfolgte die Wiederwahl aller Kandidaten für die Ämter im Vorstand. Ralf Bantel geht in seine dritte Amtszeit als Vorsitzender und wird dabei unterstützt von Hartmut Megerle als Bezirksspielleiter.

Allerdings betonte Megerle in seinem Rückblick, dass er sich überlegt habe, nochmals anzutreten: „Es gab in den letzten drei Jahren Vorkommnisse, die an mir nicht spurlos vorübergegangen sind. Zudem gibt es Entwicklungen im Bezirk, die ich nicht voll mittragen kann.“ Als Bezirksspielleiter weiterzumachen sei die Aufforderung und Bitte vieler Vereine gewesen. „Als stellvertretender Bezirksvorsitzender werde ich allerdings nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir werden sehen, was die Zeit so bringt.“

Ralf Bantel erklärte dann in seinem Schlusswort: „Für mich selbst waren die vergangenen drei Jahre eine Herausforderung, der ich gerne nachgekommen bin.“ Er fügte hinzu: „Ich habe viele Facetten unseres Fußballsports kennengelernt und war selbst Teil der Emotionen und der Faszination, die der Fußball mit sich bringt. Ich freue mich auf Fußball in Hohenlohe und glauben sie mir: Wir geben unser Bestes für den Fußballsport.“