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Fußball - FN-Facebook-Umfrage vor dem EM-Klassiker England gegen Deutschland / Erwartungshaltungen zwischen geringer Hoffnung und großem Optimismus

„Jogi muss mal in die Puschen kommen“

Von 
Klaus T. Mende
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Wird Wembley zur Zwischen- oder Endstation für die Truppe von Jogi Löw? Die Erwartungshaltung der Fans ist geteilt. © DPA

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich mehr schlecht als recht durch die Vorrunde der Europameisterschaft gespielt – und das Achtfinale mit einer Riesenportion Glück erreicht. War das 4:2 gegen Titelverteidiger Portugal noch ein leistungsmäßiger Lichtblick, genügten die Vorstellungen gegen Frankreich (0:1) und Ungarn (2:2) über weite Strecken nicht den eigenen hohen Ansprüchen.

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In der Runde der letzten 16 wartet an diesem Dienstag jetzt im Londoner Wembley-Stadion die hohe Hürde England. Zwar haben die Briten auch noch nicht voll überzeugen können, sie haben allerdings noch kein Gegentor kassiert, spielen in der voll besetzten heimischen Arena, wobei keine deutschen Fans zugelassen sind. Es spricht im Vorfeld der Partie einiges für die Hausherren, die ihre schwarze Serie bei internationalen Championaten gegen Deutschland beenden. könnten. In einer nicht repräsentativen Facebook-Umfrage haben wir die FN-User nach den Erwartungen befragt.

Jetzt zusammenreißen

„Wenn sie sich zusammenreißen und kämpfen, ist mindestens das Halbfinale drin“, ist ein Bad Mergentheimer überzeugt. Wenn man nicht bereit ist, über 90 oder 120 Minuten zu kämpfen, sei am Dienstag Abend Schluss. Und mit der Leistung aus dem Ungarn-Spiel gehe es gegen England ohnehin in die Hose.

„Nun, ich weiß ja nicht, wie das Anspruchsdenken bei manchen durch die Decke geht“, beteiligt sich ein Igersheimer an der Diskussion – gegen den amtierenden Weltmeister ein 0:1, gegen den amtierenden Europameister ein Top-Spiel und ein 4:2, gegen eine aufopferungsvoll verteidigende ungarische Mannschaft ein 2:2. Viele mögen da womöglich gedacht haben, die Magyaren seien ein Aufbaugegner. Außerdem könne bei diesem Extremwetter gar kein schöner Fußball zustande kommen. „Ich glaube eher, dass manche enttäuscht von ihren Tipps sind, dass die deutsche Mannschaft ja eigentlich die Gruppenphase nicht überstehen sollte.“ Und jetzt warte eine bisher auch nicht überzeugende englische Mannschaft. „Die Engländer fahren keine roten Doppeldeckerbusse im Strafraum auf, die Chancen stehen fifty-fiftiy. Ich freue mich auf ein abwechslungsreiches Spiel im Wembley-Stadion.“

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Ein User aus Stadtprozelten vertritt die Auffassung, dass verlieren nur eine Frage der Motivation, der Ausdauer und der Mentalität sei. „Und Letzteres vermisse ich momentan bei vielen deutschen Spielern.“ Aber auch das Auge und die Cleverness von Jogi Löw, was Aufstellung, Taktik und Auswechslungen angeht, habe die letzten Jahre sehr gelitten.

„Gegen England ist dann Schluss, wenn die so spielen wie gegen Ungarn“, sagt eine Userin aus Lauda-Königshofen. Das Weiterkommen sei den Deutschen eigentlich schon da nicht gegönnt gewesen.

Auf den Job konzentrieren

„Vielleicht sollten sich die Jungs mal auf ihren Job, sprich den Fußball, konzentrieren und nicht darauf, ob ein Stadion beleuchtet wird oder nicht“, lautet der Ratschlag eines Wertheimers.

Für einen Hardheimer geht das Turnier nun doch erst wirklich los, da es keine strategischen Spielchen mehr gebe. „Deutschland ist eine Turniermannschaft – und leider haben wir gefühlte 80 Millionen Pessimisten.“ Er zeigt sich überzeugt, dass die Engländer momentan am wenigsten begeistert seien von ihrem Achtelfinal-Gegner. „Irgendwie ist Wembley doch ein deutsches Wohnzimmer, da fanden große sporthistorische Ereignisse statt. Hoffen wir mal, dass unser Spiel nicht von einem Russen geleitet wird . . .“ Es sei einiges möglich, versprüht er vorsichtigen Optimismus. „Jogi muss aber auch mal in die Pushen kommen und nicht so engstirnig agieren.“

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Die „leichtere Seite“

„Ich behaupte, dass wir jetzt noch Zweiter werden. Wir haben definitiv die ,leichtere Seite’ des Achtelfinaltopfes und schlagen jetzt England, dann Schweden, dann die Niederlande und im Finale verlieren wir leider gegen Italien“, sieht ein Hochhäuser gar nicht einmal so schwarz. In der Gruppenphase sei schon offensichtlich geworden, dass „wir eine Turniermannschaft sind, uns gegen spielstärkere Gegner leichter tun und immer für Tore gut sind – auch wenn es hinten manchmal hapert“.

„Keine Sorgen um England

Nachdem Deutschland die Portugiesen geschlagen habe, macht sich ein Bad Mergentheimer „erst recht keine Sorgen um England“.

Und ein Unterwittbacher sieht den deutschen Fußball auch nicht so schlecht, wie er von manchen Zeitgenossen hingestellt wird: „Wenn wir ins England schlagen, schaffen wir es mindestens bis ins Halbfinale.“

Voll und ganz hinter der Löw-Truppe steht eine Facebook-Nutzerin aus Althausen. „Ein wenig Patriotismus würde uns auch guttun. Ich vertraue darauf, dass unsere Mannschaft das Beste aus sich herausholt und England schlägt – positiv denken und anfeuern.“ Es gebe Teams, die von ihren Fans bejubelt würden, auch wenn sie nicht so gut spielten oder verlören. „Warum also nicht hinter der Mannschaft stehen – egal, wie es ausgeht?“ Für sie stünden die Chancen gut, „da die Engländer bisher auch nicht ihre beste Leistung gezeigt haben“.

Kritische Betrachtung

Aus einem kritischen Blickwinkel betrachtet abschließend ein Assamstadter dieses sportliche Groß-event: „Für mich hat das mit Sport nichts mehr zu tun. Da geht’s nur noch ums Geld. Kein Sportler hat es verdient, Millionen zu kassieren.“

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt

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