Fußball - Der FSV Hollenbach sichert sich den Titelgewinn des Obi-Masters-Cups in Königshofen gegen die Überraschungsmannschaft der SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II Der „Underdog“ hält unerwartet lange mit

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isch
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Überraschendes Finale beim Obi-Masters, im Bild (von links): Herbert Bieber (Vorsitzender des SV Königshofen), die zweitplatzierte SpG Oberbalbach/Unterbalbach II (graues Trikot), der Sieger FSV Hollenbach, (weißes Trikot), Jürgen Galm (Vizepräsident Badischer Fußballverband), Jürgen Umminger (stellvertretender Fußballkreisvorsitzender) und Raphael Herrmann (Marktleiter Team Baumarkt GmbH Königshofen). © Schütz

Der FSV Hollenbach hat sich den Obi-Masters-Cup 2019 gesichert. Einmal mehr gab es tollen Hallenfußball, viel Tempo und spektakuläre Tore beim Bürgermeister-Weid Gedächtnisturnier in Königshofen.

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Selbst für den peniblen Statistiker bot die 2019er Auflage des Obi-Masters ein breites Feld der Erkenntnis. War man dann noch einer der knapp 600 Fußballfans, die dieses überregionale Hallenfußballspektakel in der Königshöfer Tauber-Franken-Halle live miterlebten, konnte man aus Überzeugung bestätigen, dass dieses Event ein Muss für jeden Fußballfan ist. 123 teilweise spektakuläre Tore, Tempo, Dramatik und Spannung drückten der Veranstaltung den Stempel auf.

Am Ende setzte sich mit dem FSV Hollenbach eine Mannschaft durch, die in Königshofen natürlich als Mitfavorit gehandelt werden musste und dieser Rolle gerecht wurde. Ohne Punktverlust und bei nur einem Gegentor in allen sieben Spielen, brachte keiner der Kontrahenten den FSV ernsthaft in Verlegenheit. Doch dahinter gab es ein enges Gerangel um jeden Punkt und den Titel „best of the rest“. Die größte Überraschung war sicherlich die SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II, die am Ende sensationell auf Platz zwei landete.

Bei der 49. Auflage des Traditionsturniers im Gedenken an den großen Förderer des Fußballsports, den verstorbenen Königshöfer Bürgermeister Josef Weid, war die Tauber-Franken-Halle in der Messestadt den ganzen Tag über sehr gut besucht. Am Ende eines knapp neunstündigen Turniertages hatte sicherlich keiner der Besucher seine Anwesenheit bereut – auch nicht die zahlreiche Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft.

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Unter der souveränen Leitung der Schiedsrichter Tobias Albrecht (FC Grünsfeld), Alexander Drach (SV Gamburg), Danielo Donadio (TSV Kreuzwertheim) und Björn Schumann (SV Windischbuch) konnten die begeistert mitgehenden Fußballfans in den 37 Spielen absolut gelungenen Hallenfußball bejubeln. Einlagespiele der F-Jugend und der Bambini des SVK, jeweils gegen die DJK Unterbalbach, komplettierten das reichhaltige Sportprogramm.

Nach den Gruppenspielen ergab sich folgende Konstellation:

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Gruppe A: 1. Platz FSV Hollenbach (zwölf Punkte/23:0 Tore); 2. SV Königshofen (9/14:4); 3. SV Anadolu Lauda (6/6:16); 4. SV Distelhausen (1/2:8); 5. SV Aalbachtal (1/3:20).

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Mit dem FSV Hollenbach und Gastgeber SV Königshofen setzten sich am Ende erwartungsgemäß die Favoriten in dieser Gruppe an die Spitze. Erfreulich das Abschneiden vom SV Anadolu Lauda, der sich zwar gegen die Konkurrenz aus Distelhausen und dem Aalbachtal behauptete, sich jedoch als schlechtester Drittplatzierter nicht für die K.o.-Runde qualifizierte.

Gruppe B: 1. Platz TG Höchberg (9/9:1); 2. SV Viktoria Wertheim (8/7:2); 3. ASV Rimpar (7/9:4); 4. Türk Gücü Wertheim (4/2:9); 5. SC Lindleinsmühle Würzburg (0/2:13).

Eine ganz enge Angelegenheit in dieser Gruppe. Am Ende zwei Mannschaften an der Spitze, die man in Königshofen immer auf der Rechnung haben muss. Neben der TG Höchberg und der SV Viktoria Wertheim zog auch der ASV Rimpar als bester Drittplatzierter in die Zwischenrunde ein.

Gruppe C: 1. Platz Würzburger FV (9/8:1); 2. SpG Winzer Beckstein (7/8:3); 3. SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II (7/5:5); 4. SpG TSV Dittwar/FC Heckfeld (3/3:6); 5. SpG VfR Gerlachsheim/FV Oberlauda (3/4:13).

Mit einem Überraschungssieg gegen den Würzburger FV legte die SpG Oberbalbach/Unterbalbach den Grundstein, um als zweitbester Gruppendritter in die Zwischenrunde einzuziehen. Neben Titelverteidiger Würzburger FV schaffte auch die SpG Winzer Beckstein das Weiterkommen in die K.o.-Spiele.

Die Viertelfinalspiele

In den Viertelfinalen waren die Favoriten richtig gefordert. Der FSV Hollenbach war zwar gegen den ASV Rimpar spielbestimmend und legte auch nach knapp 100 Sekunden Spielzeit das 1:0 vor, doch erst mit dem zweiten Tor in der vorletzten Minute waren Sieg und Einzug ins Halbfinale unter Dach und Fach. Der FSV konnte insbesondere über die linke Angriffsseite überzeugen, was Rimpar immer wieder in Verlegenheit brachte. Ihren ersten großen Auftritt hatte die SpG Oberbalbach/Unterbalbach im Viertelfinale gegen die TG Höchberg. Nach nur 15 Sekunden schlug der Ball im Gehäuse der TG Höchberg ein, und die Fans aus dem Balbachtal witterten die erste Sensation. Die SpG nahm fortan jegliches Tempo aus dem Spiel und ließ die Höchberger oft ins Leere laufen.

Die Chancen, die Höchberg in dieser Phase erarbeitete, waren jedoch „Hochkaräter“, die nur deshalb nicht den Weg ins Tor fanden, weil Torhüter Swen Beck zum „Man of the Match“ avancierte. Mit einem „Last-Minute-Tor“ rettete sich Höchberg doch noch in die Verlängerung, die torlos blieb, so dass ein Acht-Meter-Schießen die Entscheidung bringen musste. Auch war der überragende DJK-Torwart das Zünglein an der Waage. Er sicherte seiner Mannschaft das Weiterkommen.

Titelverteidiger Würzburger FV und die SV Viktoria Wertheim begegneten sich im dritten Viertelfinale auf Augenhöhe. Plötzlich standen drei WFV-Angreifer allein vor dem Wertheimer Keeper, der die Führung der Würzburger nicht verhindern konnte. Fortan hatten die Wertheimer deutlich mehr vom Spiel und auch einige Male den Ausgleich auf dem Fuß.

Gastgeber SV Königshofen stellte im Spiel gegen die SpG Winzer Beckstein seine technische Überlegenheit schon nach einer Minute Spielzeit mit dem 1:0 unter Beweis. Doch die Winzer wehrten sich mit allen legalen Mitteln und verdienten sich zwei Minuten später den Ausgleich. Der SVK ging postwendend erneut in Front. Trotz einiger Chancen auf beiden Seiten „schaukelte“ der SVK den knappen Vorsprung ins Ziel, und die „Winzer“ schieden unglücklich aus.

Die Ergebnisse des Viertelfinales: FSV Hollenbach – ASV Rimpar 2:0; TG Höchberg – SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II 2:4 nach Acht-Meter-Schießen (1:1/1:1 n.V.); Würzburger FV – SV Viktoria Wertheim 1:0; SV Königshofen – SpG Winzer Beckstein 2:1.

Die Halbfinalspiele

Nach den bislang gezeigten Leistungen stellten sich die begeisterten Fußballfans in der Tauber-Franken-Halle im ersten Halbfinale natürlich die Frage, welcher der beiden Top-Favoriten – FSV Hollenbach oder Würzburger FV – weiter auf den Obi-Masters-Sieg würde hoffen können.

Der Titelverteidiger aus Würzburg erwischte den besseren Start und bescherte dem FSV sein erstes und gleichzeitig auch einziges Gegentor an diesem Tag. Doch davon unbeeindruckt rückten die Hollenbacher mit einem Doppelschlag die Verhältnisse aus ihrer Sicht wieder gerade, waren fortan „Chef im Ring“ und ließen keine Großchancen mehr für den WFV zu.

Das zweite Halbfinale bildete den absoluten Spannungsmoment des Masters 2019. Das Überraschungsteam SpG Oberbalbach/Unterbalbach nahm das Heft in die Hand und ging nach etwas mehr als einer Minute Spielzeit in Führung.

Gastgeber SV Königshofen zeigte sich beeindruckt und wirkte in dieser Phase trotz mehr Ballbesitz ideenlos. Ein verdeckter Flachschuss der SpG aus der eigenen Spielhälfte, fand an Freund und Feind vorbei zur Überraschung aller Zuschauer gerade einmal 90 Sekunden vor der Schlusssirene den Weg in den Kasten des SVK-Keepers.

Erst jetzt schrillten beim Landesligisten die Alarmglocken, die Ärmel wurden hochgekrempelt, und es gab nur noch eine Richtung, in der die Angriffe rollten: gegen das Tor der SpG. Und tatsächlich schafften die Königshöfer in den letzten eineinhalb Minuten noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich und die Verlängerung. Diese blieb torlos, so dass ein Acht-Meter-Schießen die Entscheidung bringen musste. Hier war erneut der überragende DJK-Torwart hellwach, hielt gleich zwei Acht-Meter des SVK und sicherte seiner Mannschaft unter riesigem Jubel den Einzug ins Mastersfinale.

Die Ergebnisse des Halbfinales: FSV Hollenbach – Würzburger FV 2:1; SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II – SV Königshofen 4:3 nach Acht-Meter-Sch. (2:2/2:2 n.V.).

Acht-Meter-Schießen

Im Acht-Meter-Schießen um Platz drei, gleichbedeutend mit einer Prämie von 200 Euro, setzte sich der Würzburger FV gegen den SV Königshofen mit 5:3 durch. Alle Würzburger Schützen hatten „ins Schwarze“ getroffen, während der erste SVK-Schütze scheiterte. Dem SV Königshofen blieben als Trostpflaster noch immerhin 150 Euro Preisgeld für das Erreichen des vierten Platzes.

Das Finale

Im Finale um den Obi-Masters-Cup 2019 trafen zwei Teams aufeinander, die sich in der Königshöfer Tauber-Franken-Halle zuvor noch nicht gegenübergestanden hatten. Auf der einen Seite der bislang alles überragende württembergische Verbandsligist aus Hollenbach, auf der Gegenseite der B-Ligist aus dem Balbachtal, dem wohl niemand zugetraut hätte, hier um den Titel mitspielen zu können. Im Gegensatz zum SV Königshofen im Halbfinale ließen die Hollenbacher die SpG erst gar nicht zur Entfaltung kommen und waren erwartungsgemäß jederzeit Herr des Geschehens auf dem Hallenparkett.

Zahlreiche, wieder meist über die linke Angriffsseite vorgetragene Vorstöße, rollten auf das Tor der SpG Oberbalbach/Unterbalbach, die schließlich zu drei Toren und dem einen oder anderen Pfostenschuss führten. Trotz aufopfernder Gegenwehr, die letzten Kräfte mobilisierend, brachte das Überraschungsteam dieses Turniers den Verbandsligisten aus Hollenbach zu keiner Zeit ernsthaft in Verlegenheit. Zu schnell, zu präzise, zu durchdacht war das Angriffsspiel des FSV angelegt, als hätte in diesem Finale eine Überraschung in der Luft liegen können. Dies erkannten auch die SpG-Spieler neidlos an, und so überwog die Freude über das Erreichte die Enttäuschung über die Finalniederlage. Für die Zuschauer und den Fußballnachwuchs war es eine Augenweide, dem in Bestbesetzung in Königshofen angetretenen FSV Hollenbach insbesondere im Finale zuschauen zu können, als der alle Register seines Könnens zog und begeisternden Hallenfußball bot.

Das Ergebnis des Finales: FSV Hollenbach – SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II 3:0.

Für den Obi-Masters-Cup-Sieg erhielt der FSV Hollenbach ein Preisgeld von 1200 Euro. Der SpG SV Oberbalbach/DJK Unterbalbach II blieben für Platz zwei immerhin noch 350 Euro Prämie. Torschützenkönig wurde Lorenz Minder vom FSV Hollenbach mit elf Toren, ein bislang einmaliger Rekord. isch