Fußball - Für die Würzburger endet die englische Woche morgen mit dem Auswärtsspiel in Magdeburg / Taffertshofer von Beginn an? Als Außenseiter fühlen sich die Kickers wohl

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Stefan Kaiser
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Lange Zeit zum Hadern bleibt den FC Würzburger Kickers nicht. Nach der bitteren Heimniederlage gegen Münster am Mittwoch (wir berichteten) steht schon morgen in Magdeburg das nächste Saisonspiel in der 3. Liga auf dem Programm. Beginn ist um 14 Uhr.

Emanuel Taffertshofer (am Ball) ist wieder fit und könnte morgen beim Gastspiel der Würzburger Kickers in Magdeburg von Beginn an spielen.

© Frank Scheuring
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Nach der Auffassung von Stephan Schmidt, dem Trainer der Würzburger, sind die Kickers am Sonntag in Magdeburg aber der Außenseiter: "Magdeburgs Kader wurde in der Breite und in der Tiefe extrem verstärkt. Die haben sich auf die Fahne geschrieben, dass sie oben mitspielen wollen. Das wollen sie jetzt natürlich in ihrem zweiten Heimspiel beweisen. Im ersten Heimspiel haben sie Rot-Weiß Erfurt ganz klar bezwungen (3:0, Anm. d. Red.), auch in einer Art und Weise, die sehr gut war. Aber wir wissen, worauf es ankommt, und wir werden bereit sein."

Drei Fakten zu Magdeburg

Zielsetzung: In den beiden abgelaufenen Drittligaspielzeiten verpasste der 1. FC Magdeburg jeweils als Viertplatzierter einen möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Trotzdem mahnt Cheftrainer Jens Härtel (48) vor der kommenden Saison: "Jeder in und um Magdeburg, der mit uns sympathisiert, hätte sich gewünscht, dass wir den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Für uns ist es auch ärgerlich, dass wir es nicht geschafft haben, weil wir knapp dran waren. Aber sich diese Position erneut zu erarbeiten, ist schon eine Herkulesaufgabe. Auch weil die Liga extrem ausgeglichen ist."

Euphorie: Exakt 10 007 Dauerkarten verkauften die Magdeburger vor der Saison. Dies bedeutet den absoluten Spitzenwert aller Drittligisten. Zum Vergleich: In der vergangenen Serie verkaufte der FCM knapp 9100 Dauerkarten, und der Zuschauerschnitt lag bei 17 149 Besuchern. Deshalb betont Ex-Profi Maik Franz, der nun in Magdeburg als Assistent der Geschäftsführung fungiert: "Wir können nicht mit Geld um uns schmeißen, sondern müssen mit anderen Argumenten punkten. Daher weiß jeder, dass diese Atmosphäre bei uns etwas ganz Besonderes ist."

Erfolgreich: "Natürlich sind wir glücklich über die sechs Punkte zum Saisonstart. Aber wir müssen nun ganz schnell regenerieren, denn am Sonntag wartet mit Würzburg ein ganz harter Gegner auf uns", blickt Jens Härtel auf die Partie gegen die Kickers. Dabei verpatzte der FCM den Saisonstart gründlich und verlor bei der SG Sonnenhof Großaspach glatt mit 1:4. Danach jedoch folgten gegen Rot-Weiß Erfurt (3:0) und den SV Meppen (2:1) zwei Siege. Entsprechend optimistisch gibt sich Mittelfeldspieler Andreas Ludwig: "Die letzten beiden Spiele haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." pati

Schmidt erwartet einen starken Gegner, zumal dieser von einer beeindruckenden Zuschauerkulisse unterstützt werden wird. Darin sieht er aber auch einen Vorteil: "Ich glaube auch, dass es gut ist, dass alle gegen uns sind. Das macht den Reiz aus. Magdeburg ist ein sehr offensiv ausgerichteter Gegner, und entsprechend wird der FC sehr viel Druck erzeugen, insbesondere in einem Heimspiel. Aber wir werden auch Waffen dagegen anwenden."

Der Einsatz von Mittelfeldspieler Dennis Mast am Sonntag sei derweil noch fraglich. "Dennis Mast ist bei uns ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Das hat er im ersten Spiel auch gezeigt. Deswegen ist es umso bedauerlicher, dass er in den letzten beiden Spielen nicht zum Einsatz kommen konnte. Wenn er spielen kann, wird er spielen", sagt der FWK-Coach ganz deutlich.

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Dagegen wurde Emanuel Taffertshofer am Mittwochabend erstmals in dieser Saison eingewechselt. Schmidt bewertete dessen Leistung als "sehr ordentlich" und fügte hinzu: "Taffertshofer war einer der Leistungsträger in der letzten Saison in der zweiten Liga. Das spricht für ihn. Wir sind froh, dass er wieder dabei ist."

"Da war auch Pech dabei"

Rückblickend auf die 0:1-Heimniederlage gegen Münster sagte FWK-Trainer Stephan Schmidt: "Letztlich haben wir sehr vieles positiv gemacht und auch sehr viel Gutes gesehen. Das einzige, was fehlte, waren die Tore." Er fügte hinzu: "Wir brauchen nicht hadern" und nannte als einfache Erklärung für die Niederlage die Chancenverwertung: "In den Situationen war auch Pech dabei und ein sehr guter Torhüter."

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Auch Gäste-Trainer Benno Möhlmann war nach dem Spiel der Meinung, dass der FWK die bessere Mannschaft gewesen sei. Die Leistung stimmt also bei den Kickers, lediglich mit dem Tore schießen klappt es noch nicht wie erhofft. Doch Schmidt meinte: "Wir können es. Das steht fest. Und das weiß auch die Mannschaft. Man muss auch mal die Reaktionen erkennen: Wir sind drei Mal in Rückstand geraten und wir arbeiten darauf hin, dass auch wir mal in Führung gehen. Das wäre wichtig für uns."

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In zwei der drei bisherigen Saisonspiele gelang den Würzburgern immerhin der Ausgleichstreffer. Stephan Schmidt sagt: "Gegen Münster hätten wir es auch drehen können, vielleicht sogar müssen. Wir haben es nicht getan, und jetzt sind wir froh, dass wir schon am Sonntag die Chance haben, das wieder zu korrigieren."