Fechten - Das neue Konzept des FC Tauberbischofsheim stellt Komponenten in den Mittelpunkt, die einst Athleten des Vereins so stark gemacht haben Trainieren wie einst unter Emil Beck

Von 
Michael Fürst
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Wie in der Ära von Fecht-Meister Emil Beck sollen die Jugendlichen im Fecht-Club Tauberbischofsheim künftig trainieren. Der Verein hat ein entsprechendes Konzept erarbeitet, in dem eine solche Grundorientierung vorgegeben ist. © imago

Es war still geworden um den Fecht-Club Tauberbischofsheim; fast ein bisschen zu still. Zwar trainieren die Kaderathleten seit geraumer Zeit wieder im Bundesstützpunkt, doch Wettkämpfe finden weiterhin nicht statt. Nun aber haben sich die FC-Verantwortlichen zu Wort gemeldet und gezeigt, dass sie in den vergangenen Monaten nicht nur Däumchen gedreht und den Mangel verwaltet haben. „Zurück zu den Wurzeln – Fecht-Club besinnt sich auf alte Stärken“, mit diesem Slogan möchte man im einst so ruhmreichen Verein – man höre und staune – wieder auf das „wettkampforientierte Trainingssystem von Emil Beck“ zurückkehren. Besonders im Fokus stünden hierbei Schnellkrafttraining, Kraftausdauer und Komplexschnelligkeit, heißt es in einer aktuellen Presseverlautbarung.

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„Dazu wollen wir zurück zu den alten sportlichen Werten von Emil Beck“, sagte Richard Schmidt, seit kurzem Präsident des Vereins, auf FN-Nachfrage und nennt Schlagworte wie Ehrgeiz und Disziplin. Vorstandsmitglied Claudia Becker ergänzte: „Wir wollen damit keinen Rückschritt machen. Die jungen Leute sollen viel fechten, das Gewinnen-wollen und leistungsorientiertes Denken lernen.“ Dies alles solle von den Trainern vorgelebt werden.

Das ist natürlich mal eine Meldung, die Aufsehen erregt. 20 Jahre nach dem Ausscheiden des großen Fechtmeisters Emil Beck sollen seine Prinzipien von einst nun wieder den Erfolg bringen. Dieses Konzept sei in enger Abstimmung mit Bundesstützpunktleiter Reinhard Berger und Laurin Mauritz, dem Sohn von Anja Fichtel, entstanden. Mauritz hat vor kurzem eine Trainerstelle im Stützpunkt angetreten „und super Ideen gehabt“, berichtete Claudia Becker. Nach diversen Zwistigkeiten der Vergangenheit habe man es nun geschafft, alle Trainer an einen Tisch zu bringen. „Und alle waren d’accord“, so Becker. Besagtes Beck’sche Konzept soll vor allem bei Sechs- bis 16-Jährigen angewandt werden.

Und so hat das Kind auch einen Namen: „Früher waren wir die Medaillenschmiede, jetzt wollen wir die Talentschmiede sein“, sagte Richard Schmitt. Der Ansatzpunkt des Clubs nach all den unruhigen und finanziell äußerst angespannten Zeiten sei die Jugendarbeit gewesen; in diesem Segment wolle man jetzt erst einmal investieren und „top ausgebildete“ Fechter hervorbringen. „Es wird aber nicht unser Anspruch bleiben, ,nur’ zweistellige Deutsche-Meisterschaftstitel in der Jugend zu holen, sondern 2024 und 2028 wollen wir bei Olympia wieder mehr qualifizierte Fechter des FC am Start haben, die dann auch um Medaillen kämpfen“, sagt Präsident Schmitt mit glühendem Ehrgeiz.

Sponsoren wollen Chance geben

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Mit diesem Konzept wurden auch zwei Sponsoren begeistert und wieder ins Boot geholt: Die Sparkasse Tauberfranken und das Stadtwerk Tauberfranken wollen die Neuausrichtung unterstützen. „Es ist ein langer Weg, Vertrauen zurückzugewinnen“, sprach Claudia Becker über den schweren Kampf um Geldgeber. Nach den Skandälchen, Skandalen, Intrigen und Misserfolgen der vergangenen Jahre hatten und haben sich viele Sponsoren abgewendet. „Aber bei manchen gehen die Türen wieder einen Spalt weit auf und manche wollen uns noch eine Chance geben“, berichtet Richard Schmitt.

Der „FC-Boss“ verschweigt aber auch nicht, dass der Verein kurz vor dem Exodus stand. „Jetzt sind die Finanzen wieder etwas stabiler, aber immer noch nicht gut.“ Doch dieser Fecht-Club habe es einfach verdient, gerettet zu werden, glaubt Schmitt und erklärt damit auch seinen eigenen Antrieb, sich neben seines „Tätigkeit“ als Fechter der deutschen Degen-Nationalmannschaft auch noch abseits der Planche in hohem Maße zu engagieren. Er und sein Vorstandsteam, zu dem neben Claudia Becker und ihm noch Samuel Unterhauser, Klaus Dieter Rupp und Eberhard Gienger gehören, arbeiten mit Hochdruck daran, dass es schon bald nicht mehr so still um den Fecht-Club ist, sondern bald wieder laut Erfolge gefeiert werden können.

Ressortleitung Leiter der Redaktionen Buchen und Sport