Fechten, Kadetten-WM - Ebert lehrt Konkurrenz das Fürchten "Sie hat grandios gefochten"

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Gerade einmal 48 Stunden hatte Leonie Ebert Zeit, sich von den Strapazen in der Damenflorett-Entscheidung bei der Kadetten-WM in Taschkent zu erholen, bei der sie Gold gewann. Nur zwei Tage später holte die 15-Jährige zum nächsten Schlag aus, erkämpfte Bronze bei den Juniorinnen. "Eine absolut starke Leistung, Leonie hat wie ein Bär gekämpft", war Delegationsleiter Olaf Kawald nach dem Halbfinale der Tauberbischofsheimerin voll des Lobes. "Ich kann nur feststellen, sie hat hier Großes geleistet."

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Noch ein Jahr bei den Kadettinnen startberechtigt, lehrte sie die um bis zu vier Jahre ältere Konkurrenz in der usbekischen Hauptstadt das Fürchten. Sicher für das Hauptfeld qualifiziert, marschierte sie zielstrebig in Richtung Finalrunde. Jenes Tableau der letzten Acht erreichte sie durch einen knappen, aber verdienten 15:14-Sieg gegen die Südkoreanerin Ko Chaeyeong. Dann wartete die um zwei Jahre ältere US-Amerikanerin Sabrina Massialas auf die Tauberbischofsheimerin. Leonie Ebert ließ sich jedoch vom Altersunterschied wenig beeindrucken, gewann den Viertelfinalkampf deutlich mit 15:9. Erst die Kanadierin Eleanor Harvey beendete Eberts eindrucksvolle Siegesserie (11:8).

"Hut ab vor dem Mädchen", meinte Olaf Kawald nach der Siegerehrung. Neben Leonie Ebert hatten auch ihre Vereinskollegin Leandra Behr und die Bonnerin Valentina Moor das K.o. erreicht. Leandra Behr gewann das rein deutsche Duell gegen Moor mit 15:10, scheiterte dann aber an Sara Taffel (USA), der späteren Junioren-Weltmeisterin (10:15). Taffel gewann den finalen Kampf gegen Ebert-Bezwingerin Eleanor Harvey (15:12).

Weltmeisterin bei den Kadetten

"Das war ganz stark. Leonie hat hier grandios gefochten." Delegationsleiter Olaf Kawald bejubelte gemeinsam mit der deutschen Equipe die Goldmedaille von Florettfechterin Leonie Ebert bei den Kadetten-Weltmeisterschaften in Taschkent.

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Nicht einmal einen Monat nach ihrer EM-Goldmedaille bei den Kadettinnen in Maribor fügte die Tauberbischofsheimerin nun WM-Gold hinzu. "Sie war von Beginn an konzentriert. Es war ihr anzusehen, dass sie den Titel wollte", blickt Olaf Kawald auf das Geschehen zurück.

Die 15-Jährige überwand sicher die Einordnungsrunde, ließ sich dann auch im folgenden K.o. nicht aufhalten. Pech war sicher, dass sie im Achtelfinale der Berlinerin Sophia Werner gegenüberstand. "Als Coach oder in meiner Position als Delegationsleiter wünscht man sich das immer zu einem späteren Zeitpunkt. Aber es war nun mal nicht zu ändern", sagt Olaf Kawald. Leonie Ebert gewann jenes rein deutsche Duell mit 15:11, stand damit in der Finalrunde. Auch die zwei folgenden Gefechte gewann sie souverän.

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Im letzten Gefecht galt es, die Italienerin Serena Rossini zu bezwingen. Bis zum letzten Treffer blieb es spannend. Den Siegtreffer zum 15:14 setzte dann die Tauberbischofsheimerin und ließ sich anschließend vom deutschen Team feiern. "Was soll ich sagen? Verdient und absolute Klasse", so Kawald nach der Siegerehrung. "Sie ist hier durchmarschiert, hat ausgezeichnet gefochten und auch mental im richtigen Augenblick Stärke gezeigt. Ich kann Leonie und ihrem Trainer zu dieser Goldmedaille nur gratulieren", meinte er weiter.

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Am zweiten Tag der Kadetten-WM wurde es im Damensäbel für Larissa Eifler aus Wetzlar am Ende Rang 16. Eine Runde zuvor erwischte es bereits die Eislingerin Valentina Volkmann, die der Bulgarin Yoana Ilieva mit 11:15 unterlag. Kira Eifler (Tauberbischofsheim) schied bereits nach einer frühen Niederlage in der Runde der letzten 64 aus. Weltmeisterin wurde die Russin Olga Nikitina (15:9 gegen die Italinerin Lucia Lucarini). owo