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Staatliche Schlösser und Gärten

Imposante Schloss- und Gartenanlagen

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Die Schlossruine von Heidelberg thront über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls. © Achim Mende

Die staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreuen ausgewählte Monumente des Landes. Einige davon können Inhaber der FN-Card PREMIUM vergünstigt besuchen.

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Höhepunkt südwest-deutscher Renaissancebaukunst

Schloss Weikersheim liegt sanft eingebettet in der Landschaft des lieblichen Taubertals. Schloss und Garten bilden den Mittelpunkt von Weikersheim und entsprechen dem Ideal einer ländlichen Residenz. 1586 verlegte Graf Wolfgang II. von Hohenlohe (1546 bis 1610) seinen Wohnsitz in die ehemalige Wasserburg und begann mit dem Ausbau zu einem repräsentativen Schloss. Einen Höhepunkt der südwestdeutschen Renaissancebaukunst stellt der um 1600 entstandene, reich dekorierte Rittersaal dar. Er ist einer der am besten erhaltenen Festsäle der Zeit. Berühmt ist die weit gespannte Saaldecke, vor allem wegen ihrer mit farbenfrohen Jagdszenen gefüllten Kassetten. Ebenso eindrucksvoll ist die Darstellung von Tierfiguren an den Wänden, besonders beliebt ist hierbei der Elefant.

Als Graf Carl Ludwig von Hohenlohe (1674 bis 1756) Anfang des 18. Jahrhunderts die Residenz übernahm und hier nahezu 50 Jahre wirkte, erhielten Schloss und Park nahezu die Gestalt, in der sie noch heute erhalten sind. Der Lustgarten des Schlosses wurde angelegt und erhielt einen krönenden und harmonischen Abschluss durch die Orangerie, die den Garten wie eine Theaterkulisse begrenzt. Das Zentrum der barocken Anlage bildet der Herkulesbrunnen, in dessen Mitte ein Drache eine mehrere Meter hohe Wasserfontäne speit. Der Rittersaal bleibt im Gedächtnis. Die großen Figuren aus Stuck zeigen jagdbares Wild - darunter auch einen Elefanten.

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Die Anordnung der Beete folgt den Originalplänen: Ihre Bepflanzung wechselt im Lauf der Jahreszeiten. Herausragendes Merkmal des Parks sind rund 75 barocke Figuren, mit denen der Garten bevölkert ist. Berühmt sind insbesondere die „Weikersheimer Zwerge“: Graf Carl Ludwig ließ hier Teile seines Hofstaats als Zwergengalerie verewigen. Zu den grotesken Wesen am Rand der Gartenanlage gesellen sich im Parterre Figuren antiker Götter wie Apollo und Diana, dazu Planeten wie Merkur, Saturn, Venus oder Mars sowie Darstellungen der Jahreszeiten und der Elemente.

Hochmeister und Baumeister prägen das Schloss

Das Stadtbild Bad Mergentheims gibt die besondere Atmosphäre einer alten Residenz wieder, insbesondere das zentral gelegene mächtige Schloss zeugt seit dem 12. Jahrhundert davon. Die Renaissance prägt noch heute das Erscheinungsbild der Anlage mit Äußerem und Innerem Schlosshof. Der daran anschließende Schlosspark wurde im Stil englischer Landschaftsgärten angelegt.

Die Herren von Hohenlohe traten in den 1190 gegründeten Deutschen Orden ein und schenkten ihm 1219 Besitz in Mergentheim. Die Wasserburg wurde Amtssitz einer Kommende und durch eine Kapelle, einen repräsentativen staufischen Palas sowie ein erstes gotisches Kapitelhaus baulich aufgewertet. 1525/27 wurde Mergentheim zum Sitz des Hoch- und Deutschmeisters und damit Zentrale des Deutschen Ordens. Danach erfolgte der Umbau der mittelalterlichen Burg zur Residenz. Ein herausragendes architektonisches Zeugnis dieser Zeit ist die 1574 errichtete kunstvolle Wendeltreppe des Stuttgarter Baumeisters Blasius Berwart mit freitragender Spindel.

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In der Regierungszeit der Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694 bis 1732) und Clemens August von Bayern (1732 bis 1761) wurde das Schloss modernisiert: Das Alte Fürstenquartier wurde umgebaut und prächtig stuckiert. Baumeister Franz Joseph Roth entwarf die Neue Fürstenwohnung mit ihren dekorativen Stuckdecken. 1730 bis 1736 entstand das Juwel der Residenz, die barocke Schlosskirche. Franz Joseph Roth erbaute sie anstelle des gotischen Vorgängerbaus, Balthasar Neumann und François de Cuvilliés der Ältere wurden zur Beratung zugezogen. Eine letzte große Baumaßnahme des Deutschen Ordens stellte der elegante klassizistische Kapitelsaal dar, - 1780 bis 1782 nach einem Entwurf von Franz Anton Bagnato errichtet.

Die Schlossräume zeugen bis heute von der Bedeutung und der Macht des Deutschen Ordens in der christlichen Welt. Auf 3000 Quadratmetern werden nicht nur Leben und Wirken der Ordensleute präsentiert. Auch die Stadtgeschichte, die Adelsheim’sche Altertumssammlung, die Puppenstubensammlung, das Mörike-Kabinett, die Jungsteinzeit im Taubertal mit einer anrührenden Familienbestattung sowie aktuelle Sonderausstellungen sind immer einen Besuch wert.

Mythos und Romantik

Eine eindrucksvollere Lage ist kaum vorstellbar: Die Schlossruine aus rotem Neckartaler Sandstein erhebt sich steil über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls, inmitten grüner Wälder. Mit ihrer Silhouette dominiert sie das Bild der Heidelberger Altstadt. Die glanzvolle und wechselhafte Geschichte des Heidelberger Schlosses begann, als sich die rheinischen Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten in Heidelberg mit ihrer Residenz niederließen. Im Jahre 1225 wird die Burg zum ersten Mal erwähnt. Schon bald sollte sie zu einem der repräsentativsten Herrschaftssitze der Renaissance ausgebaut werden.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg beherbergte das Heidelberger Schloss einen der bedeutendsten Höfe des Reiches. Durch die rege Bautätigkeit der Kurfürsten entstand ein Ensemble wehrhafter und repräsentativer Bauwerke: Gläserner Saalbau, Ottheinrichsbau, Friedrichsbau und Englischer Bau. Sie alle sind grandiose Architekturschöpfungen der Renaissance. Ihre großartig gestalteten Schaufassaden verleihen dem Innenhof einen festlichen, majestätischen Rahmen.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss im Pfälzischen Erbfolgekrieg von den Franzosen in mehreren Anläufen zerstört. Die „Heidelberger Schlossbeleuchtung“ inszeniert heute die damalige Zerstörung mehrmals im Jahr mit einem prachtvollen Feuerwerk. Nach notdürftigen Restaurierungsversuchen wurde das Schloss im Jahre 1764 von Naturgewalten schwer beschädigt: Zweimal hintereinander schlug der Blitz in das Schloss ein. Die einst prachtvolle Residenz brannte fast vollständig aus - und wurde zur Ruine.

Im 19. Jahrhundert avancierte die Schlossruine zum Inbegriff des romantischen Stimmungsbildes und zum Nationaldenkmal im Historismus. Ein Mythos spann sich um das gewaltige Bauwerk über der Stadt und um seinen Schlossgarten. Dieser „Hortus Palatinus“ war im Übrigen das letzte bauliche Unternehmen der Kurfürsten, das jedoch nie vollendet wurde. Künstlich angelegte Terrassen und Fragmente der Gartengestaltung zeugen noch heute von dem ehrgeizigen Projekt, das im 17. Jahrhundert sogar als „achtes Weltwunder“ gepriesen wurde. Die Faszination für das Heidelberger Schloss hält bis heute an.

Ein Gesamtkunstwerk

Die Anfänge des Schwetzinger Schlosses liegen um 1350 in einer kleinen ritterlichen Wasserburg und reichen durch eine wechselvolle Geschichte bis zur höchsten Blüte höfischen Glanzes unter der Regierung von Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz (1724 bis 1799). Seine heutige Form erhielt das Schloss durch den Kurfürsten Johann Wilhelm, der es ab dem Jahre 1697 umbauen und durch zwei Flügelbauten wesentlich vergrößern ließ.

Unter Kurfürst Carl Theodor erlebte Schloss Schwetzingen die Zeit seiner größten Blüte. Er betraute bedeutende Gartenarchitekten der Zeit mit der Gestaltung der Anlage - darunter Nicolas de Pigage und später Friedrich Ludwig von Sckell. Ab 1748 setzten sie das Großprojekt um und schufen, unterstützt von prominentesten Künstlern, ein Gesamtkunstwerk von außergewöhnlicher Schönheit und Vielfalt. Der zentrale Gartenbereich mit Zirkelbauten, Laubengängen und kreisrundem Parterre wurde nach klaren mathematischen Mustern in vollkommener Symmetrie und Regelmäßigkeit gestaltet. Im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde der Barockgarten um landschaftliche Partien ergänzt - das sogenannte „ Arborium Theodoricum“ ist eine der frühesten in Deutschland verwirklichten Landschaftsgartenpartien nach englischem Vorbild.

Der Schlossgarten von Schwetzingen ist ein Kulturdenkmal von europäischem Rang: Weit über 100 Skulpturen prägen seine wundervolle, stets überraschende Ausstattung. Malerische Bauwerke entführen die Gäste in ferne und fremde Welten. Der „ Apollotempel“ zeigt den griechischen Gott des Lichts und der Künste in einem frei stehenden Rundtempel beim Spiel der Lyra. Sehenswert ist auch das Badhaus, ein privater Rückzugsort mit eigenem Garten, das im Stil einer italienischen Villa gebaut wurde. Im „Türkischen Garten“ des Parks schließlich findet sich die Gartenmoschee von Nicolas de Pigage - der einzig erhaltene Bau dieser Art in einem europäischen Garten. Das Gebäude des späten Barock mit zahlreichen orientalischen Elementen besaß jedoch eine rein dekorative, keine religiöse Funktion. Der Merkurtempel ist die jüngste Gartenarchitektur, die sich bautechnisch an einem römischen Turmgrab orientiert.

Die vier Appartments des Schlosses sind mit Möbeln des 18. und frühen 19. Jahrhunderts eingerichtet. Ein Glanzlicht des Schlosses stellt das kurfürstliche Hoftheater im nördlichen Zirkelbau dar. Das sogenannte „Hoftheater“ wird auch heute noch für Aufführungen genutzt. Es ist das älteste erhaltene Rangtheater in Europa.

Viel gerühmter Musenhof

Das Mannheimer Schloss ist das zweitgrößte geplante Barockensemble Europas nach Schloss Versailles. Das Schloss Mannheim war der Herrschaftssitz des Kurfürsten von der Pfalz im 18. Jahrhundert.

1720 verlegte Kurfürst Carl Philipp die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz von Heidelberg nach Mannheim und ließ dort den Grundstein für den Neubau der Schlossanlage legen. Sein Nachfolger, der kunstsinnige Kurfürst Carl Theodor, vollendete die prächtige Residenz, förderte Musik, Theater und Wissenschaften und machte Mannheim zu einem viel gerühmten Musenhof, der als das „Athen Deutschlands“ bezeichnet wurde. So zählte unter anderen Mozart zu den prominenten Gästen des Hofes im 18. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert erlebte das Schloss seine zweite Blüte, als Erbprinz Karl von Baden und seine Gemahlin Stéphanie de Beauharnais, eine Adoptivtochter Napoleon Bonapartes, Schloss Mannheim als Wohnsitz erhielten. Auch nach dem Tod ihres Gemahls blieb Stéphanie in Mannheim. Aufgrund ihrer vielseitigen musischen und geistigen Interessen entwickelte sich ihr Witwensitz zu einem zwar bescheidenen, doch lebendigen und gesellschaftlich gefragten Hof.

Die Stadt Mannheim ist mit den „Quadraten“ direkt auf das Schloss ausgerichtet. Sie waren der Ausdruck einer typischen barockzeitlichen Planstadt. Das im Barockstil errichtete Schloss besteht aus fünf Flügeln. Die langgestreckten Fassaden haben meist drei Stockwerke, die in den Bau eingefügten vierstöckigen Pavillons lockern die Strenge der rechtwinkligen Architektur auf.

Die historische Innenausstattung, insbesondere die des Hauptgeschosses, wurde schon von Zeitgenossen gerühmt und war von europäischem Rang. Nach der fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Mittelbau des Schlosses wiederaufgebaut und mit der prunkvollen Zeremonialtreppe und dem repräsentativen Rittersaal rekonstruiert. Heute sind die wiederhergestellten Prunkräume der Beletage mit über 800 Exponaten eingerichtet, darunter 21 großformatige Tapisserien. Neben diesen Wandteppichen, wurden die verschiedenen Appartements zeitgenössisch im Stil des 18. und 19. Jahrhunderts rekonstruiert und mit Originalmobiliar, Frankenthaler Porzellanen und Tafelsilber ausgestattet. red

Inhaber der FN-Card PREMIUM erhalten 10 % auf den regulären Eintritts- oder Führungspreis.

Die Nachlässe im Einzelnen: Schloss und Schlossgarten Weikersheim: 5,80 statt 6,50 Euro. Residenzschloss Mergentheim 6,30 statt 7 Euro. Schloss Heidelberg: 5,40 statt 6 Euro (Führung). Schloss und Schlossgarten Schwetzingen: 6,30 statt 7 Euro. Schloss Mannheim 7,20 statt 8 Euro (Eintritt mit Audioguide).

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