Speyer

Aktion für die EU „Pulse of Europe“ und drei Speyerer Schulen sorgen für eine Demonstration für den Frieden und das Zusammenleben

„Wir sind eins – wir sind Europa“

Speyer.„Die Europäische Union ist eine einzigartige Errungenschaft. Sich dafür einzusetzen, sollte für alle Länder und Bürger zur Selbstverständlichkeit werden!“ Diese Aussage eines Schülers vom Nikolaus-von-Weis-Gymnasium spiegelt in beeindruckender Weise die Stimmung bei einer Kundgebung von „Pulse of Europe“ in der Speyerer Innenstadt wider. Dazu eingeladen hatten die Pro-Europa-Aktivisten Dr. Bernd Rückwardt und Siegbert Brand. Der Einladung gefolgt waren die drei Speyerer Europaschulen Kaiserdom-Gymnasium, Nikolaus-von-Weis-Gymnasium und Johann-Joachim-Becher-Berufsschule. Alle drei Lehreinrichtungen waren mit ihren Direktoren, Projektleitern, Elternsprechern, Schülersprechern und Schülerabordnungen vor Ort.

Im Februar 2016 wurde das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium als Europaschule zertifiziert. Die Becher-Berufsschule folgte im März 2017 und das Gymnasium am Kaiserdom im April 2018. Wobei von den Schulleitern betont wurde, dass Europa schon lange vor der Zertifizierung einen wichtigen Stellenwert in den Lehrplänen eingenommen habe.

Von Erfahrungen wie der Beteiligung am Erasmus-Plus-Projekt der Europäischen Union berichteten mehrere Schüler. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm der EU für Bildung, Jugend und Sport, das Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern soll und für die nächsten sieben Jahre mit einem Budget von knapp 15 Milliarden Euro ausgestattet ist.

Andere Meinungen respektieren

Die Maßschneiderklasse der Johann-Joachim Becher-Berufsschule hat von 2016 bis 2018 an einem länderübergreifenden Projekt mit vier Schulen aus vier Nationen teilgenommen. Dabei galt es, eine Musical-Show vom Schreiben des Drehbuches bis zur Aufführung zu realisieren. Dass bei vier Nationalitäten nicht immer alles glatt lief, wurde nicht verschwiegen. „Wir haben jedoch gelernt, andere Meinungen und Ansichten zu akzeptieren und wissen nun, wie Europa gewinnen kann“, betonte der Schülersprecher.

Von zahlreichen Kontakten und Aktivitäten wie der Teilnahme am „Europe Day 2017“ in Warschau berichteten die Projektleiterin und Schülersprecher vom Weis-Gymnasium. Unter dem Slogan „Nicki goes Europe“ wurde auf einer Schautafel über verschiedene Aktivitäten informiert. Wichtige Erkenntnisse konnten die Schüler durch den Besuch des Europaparlamentes in Straßburg und der Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten „100 Jahre Verdun“ im Jahre 2016 gewinnen. Einig waren sich die Sprecher, dass Erlebnisse dieser Art Verständnis und Empathie nachhaltig fördern können, was auch für die jährlichen Treffen der gut vernetzten Europaschulen gelte. „Wir leisten im Kleinen wichtige Friedensarbeit, um künftig große Katastrophen zu verhindern“, lautete das Fazit der Niki-Schüler.

Auch Trägerin des Titels „Schule ohne Rassismus und mit Courage“ ist das Gymnasium am Kaiserdom. Dessen interkulturelle Ausrichtung kommt in außerschulischen Sprachkursen, Schüleraustauschen und Studienfahrten zum Ausdruck. Es sei wichtig, Erfahrungen aktiv einzubringen, um Fehlentwicklungen wie beim Brexit zu vermeiden, war hier zu hören.

„Speyer tut was“ lautete der Schlusssatz des Elternsprechers, was auch für die musikalischen Beiträge galt. Anika Grießhaber vom Niki trug einen selbst getexteten Europa-Song vor. Das anfangs von kritischen Passagen bestimmte Lied klang mit dem Schlusssatz „Wir sind Eins, wir sind Europa“ versöhnlich aus. Weitere musikalische Beiträge leisteten die Violisten Susannah König und Eric Janto vom Kaiserdom sowie der in Speyer tief verwurzelte „Deutsch-Franzose“ Eugen Flicker. Er bedachte „Pulse of Europe“ zudem mit einer schönen Spende. Der Beifall der 100 Teilnehmer galt vor allem seiner Bemerkung: „Wenn Europa in den höheren Etagen so funktionieren würde wie an der Basis, stünde es besser um Europa.“

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