Speyer

Kunstverein Zeitgenössische Künstler aus der Region zeigen ihre Werke – mit Beinen

Ungewöhnliche Wesen

Archivartikel

Speyer.Der Kunstverein zeigt vom 22. März bis 28. April Werke von acht zeitgenössischen Künstlern aus Speyer und Umgebung, die sich vom Thema Lebewesen inspirieren ließen. Einmal jährlich bietet der Verein regionalen Künstlern mit einem speziellen Thema eine Plattform. Nach den Landschaften im letzten Jahr ist dem diesjährigen Titel „Auf zwei, vier und noch mehr Beinen - Lebewesen aus Speyerer Ateliers“ zu entnehmen, dass die Besucher der Ausstellung ein breitgefächertes Spektrum an Geschöpfen erwartet. Eröffnet wird die Kunstschau in Abänderung bisheriger Gepflogenheiten bereits am heutigen Freitag, 22. März, 19 Uhr. Kunsthistorikerin Maria Leitmeyer führt ein.

Die Palette an Ausdrucksformen reicht von Zweibeinern wie Menschen und Vögel über Vierbeiner bis zu Vielbeinern wie Raupen, Käfer und Spinnen. In der Pressemitteilung heißt es, dass sich die Jahrhunderte alte Beschäftigung von Künstlern mit ihren Mitmenschen und anderen Bewohnern der Erde in Werken fortsetzen, die den Zeitgeist widerspiegeln. Entsprechend vielfältig sind die künstlerischen Positionen und Techniken. Sie reichen von gegenständlich realistischer Malerei über surrealistische, expressionistische und abstrahierende Darstellungen bis zur Street-Art. Als weitere Teilbereiche sind Fotografie, digitale Bildgestaltung und Objektkunst zu nennen.

Zu Letzterem hat Andrea Niessen drei begehbare Kuben aus menschlichen Haaren geschaffen. Den Prozess der Auflösung, aber auch der zunehmenden Weisheit im Alter demonstriert sie an einem Kubus mit dunklem Haargeflecht und zwei Gegenstücken mit weißen Haaren.

Komplexe Geschichten erzählt Gisela Desuki mit der Serie „Photo Graphic Novels“. Ausgangspunkt für die Fotografien auf Aludibond ist eine Akkupunktur-Modellpuppe. Auf das Wesentliche reduziert und in starkem Kontrast zu wenigen Requisiten stehend, verändern sich je nach Beleuchtung Gesichtsausdruck und Körpersprache.

Von „Susanne“ bis „Herbstzeitlos“

Novellen und andere literarische Werke bilden in Verbindung mit Farbflächen die Grundlage für Geschichten über Menschen, die Karin Germeyer-Kihm in Acryl auf Leinwand gebannt hat. Bilder wie „Herbstzeitlos“ oder „Susanne“ spiegeln Erlebtes oder aus Sagen entnommene Geschichten wider.

Susanne Lorenz bietet Tieren wie Ratten, Spinnen und Fliegen eine Plattform, die nicht dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechen. Für die intuitiv agierende Malerin hat jedoch alles auf dieser Welt seine Bedeutung, weshalb diese Tiere für sie die gleiche Wertigkeit besitzen wie beispielsweise ein Radschlagender Pfau.

Schöner springen dem Betrachter die Gänse und Zebras von Christine Weinmüller ins Auge. Vor allem von dem in freier Wildbahn lebenden und zur Gattung der Pferde gehörenden Herdentier Zebra fasziniert, hat sie ihre Eindrücke nach einem Besuch im Krüger-Nationalpark malerisch zum Ausdruck gebracht.

Von Magdalena Hochgesang ist das Bild „Transformation“ zu nennen. Eine nackte Frau bettet sich auf einer Raupe, die sich in der Übergangsphase zum Schmetterling befindet. Das Werden und Vergehen lässt sich zudem am Alter der Frau, einem Fliegenpilz und mehreren Pusteblumen nachvollziehen.

Thomas Mann hat aus Fotovorlagen neue Bildinhalte entwickelt. Digital bearbeitet und bis zur Unkenntlichkeit verändert, sind aus Fahrrädern, Motorrädern und weiteren Vorlagen farbkräftige Fantasiewesen wie der „Speichenvogel“ entstanden. Stilistisch aus dem Rahmen fällt der lange in Heidelberg lebende und vor einigen Jahren in Dudenhofen sesshaft gewordene Künstler „Buja“. In Lack und Acryl auf Leinwand transportiert er in der Tradition der Street-Art-Künstler seine Ideen zum Thema Mensch.

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